Die USA wollen das syrische Öl nicht aufgeben

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Von dem einst mehrmals versprochenen Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus dem Territorium von der USA unterstützten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) in Nord- und Ostsyrien scheint sich erneut ein anderes Bild zu offenbaren: Statt Syrien zu verlassen, sollen amerikanische Truppen weiterhin im Osten des Landes präsent sein und sogar mit zusätzlichen Einheiten verstärkt werden. Denn in der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor gibt es Ressourcen, die nicht in die Hände der syrischen Regierung fallen dürfen: Die größten Erdölfelder und wichtige Erdgasfelder erstrecken sich in jenem Gebiet, welches die USA nun dauerhaft besetzen will, die Intention des Einsatzes wird sogar offen zugegeben.

Damit solle offiziell verhindern werden, dass die von den SDF kontrollierten Ölfelder wieder an die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) oder an „andere destabilisierende Akteure“ fallen, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums. Die geplante Verstärkung geschehe „in Abstimmung mit unseren SDF-Partnern“. Die Eroberung der Ölfelder vom IS sei eine der wichtigsten Errungenschaften im Kampf gegen die Terrormiliz gewesen.

Tatsächlich war die Eroberung des nördlichen Grenzgebietes von Deir ez-Zor eine Farce und vor allem von der amerikanischen Absicht geprägt, die Ölfelder vor der syrischen Regierung zu erobern, welche ebenfalls in schneller Geschwindigkeit südlich des Euphrats vorrückte und in einigen Stellen sogar auf der anderen Seite des Flusses landete und damit nur noch wenige Kilometer von den Ölfeldern entfernt war. Nachdem man unter anderem die Conoco- und Omar-Ölfelder unter hohen Verlusten erobern konnte, kam die Anti-IS-Offensive der SDF zum Stillstand, fast ein Jahr lang es kaum zu ernsthaften weiteren Operationen auf die letzten Hochburgen des Islamischen Staates nördlich des Euphrats. 

Beim amerikanischen Präsidenten Donald Trump klingt die Absicht der amerikanischen Außenpolitik wesentlich anders, wie er in seinen Tweets preisgibt. Die USA würden das Öl schützen, „und wir werden in der Zukunft entscheiden, was wir damit machen werden“. Am Donnerstag schrieb er auf Twitter, er werde niemals erlauben, dass der IS sich wieder der Ölfelder bemächtige. In einem weiteren Tweet schrieb er: „Vielleicht ist es an der Zeit für die Kurden, sich auf den Weg in die Ölregion zu machen!“ Die Region von Deir ez-Zor ist traditionell arabisch und von verschiedenen Stämmen geprägt, Kurden selber haben hingegen keine Präsenz in der Region.

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