SDF kündigt neue Offensive gegen den Islamischen Staat an

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Das von den USA unterstützte arabisch-kurdische Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) kündigte am Dienstag eine Weiterführung der Operation „Jazira-Sturm“ an, die sich gegen den Islamischen Staat in der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor richtet. Aus verschiedenen Vorwänden immer wieder um Monate ausgesetzt scheint sich nun eine finale Offensive zu bilden, wodurch die Terrormiliz all seine „Kerngebiete“ in Syrien verlieren würde. Der IS hält noch einige Dörfer im südlichen Euphrat-Tal und größere Wüstengebiete entlang der syrisch-irakischen Grenze, wobei Letztere kaum bewacht werden. Trotz der Ankündigung bleibt dennoch abzuwarten, ob diesen Worten auch Taten folgen werden.

Der sogenannte „Militärrat von Deir ez-Zor“, bekannt für seine vergleichsweise hohe Korruption, Disziplinlosigkeit und fragwürdige militärische Kampfkraft, kündigte es bei einer Pressekonferenz am 1. Mai an. Kurz darauf startete man mit amerikanischer Unterstützung diverse Artillerie- und Luftangriffe, wobei im Dorf al-Fadhel etwa zwei Dutzend Zivilisten getötet wurden. Trotz frühzeitiger Bombardierungen kam es bisher zu keinen Truppenbewegungen und es bleibt auch abzuwarten, ob diese tatsächlich geschehen könnten. Denn bereits in den letzten drei Monaten kündigte man eine Weiterführung dreimal in Folge an, nur um dann am Ende wenige Häuserblöcke zu erobern und darauf aufzuhören. Möglicherweise ist diesmal auch der Irak involviert, da er bereits vor wenigen Wochen Ziele des Islamischen Staates in Syrien attackierte.

In Folge der Kämpfe um Afrin kündigte ein SDF-Pressesprecher offiziell die Beendigung aller Anti-IS-Operationen an (auch wenn sie schon Monate zuvor faktisch endeten), um die dort eingesetzten Ressourcen lieber in Afrin gegen die Türkei einzusetzen, am Ende jedoch wurden keine SDF-Kämpfer aus der Provinz Deir ez-Zor nach Afrin gebracht. Warum die USA und SDF seit Monaten nicht gegen einen fast besiegten IS vorgehen kann verschiedene Gründe haben: Einerseits benötigt die USA weiterhin eine Legitimation, Truppen in Syrien stationiert zu haben, nun mal die Bekämpfung einer Terrororganisation. Zudem richten sich die Angriffe des Islamischen Staates auch gegen die syrische Regierung, die Städte am anderen Ufer hält. Von dort aus kommt es immer wieder zu Vorstößen auf Abu Kamal, die jedoch zurückgeschlagen werden. Es ist natürlich im Interesse der USA, dass zwei Feinde sich gegeneinander schwächen können.

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