Türkischer Militärkonvoi auf dem Weg nach Aleppo, behindert Pläne der syrischen Armee

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Ein großer türkischer Militärkonvoi überquerte Samstag Nacht die türkisch-syrische Grenze in der Provinz Idlib und begab sich daraufhin zu den Frontlinien zwischen der Opposition und der syrischen Regierung in der Provinz Aleppo. Sein Ziel soll die Stadt al-Eis im Süden von Aleppo sein, wo es in den vergangenen Tagen immer wieder zu syrischen und russischen Luftschlägen auf feindliche Positionen gekommen ist. Schätzungsweise besteht der Konvoi aus etwa 60 bis 100 Fahrzeugen, darunter schweres Kriegsgerät wie Panzer und auch Artillerie.

Angeblich starteten die syrischen und russischen Luftstreitkräfte kurz darauf mehrere Luftangriffe auf Dörfer in der Umgebung und auf den ungefähren Weg, den der Konvoi nehmen wird, gefolgt von Artillerieangriffen auf die Ortschaft al-Qamari. Aufgrund dessen musste der Konvoi außerplanmäßig anhalten und möglicherweise auch umkehren. Als Reaktion darauf wiederum sollen zwei türkische Kampfjets den syrischen Luftraum zum Schutz des Militärverbundes betreten haben. Bis auf die Luftschläge in den umliegenden Dörfern des Konvois ist nichts bestätigt, diese Angriffe könnten also auch völlig unabhängig von diesem Ereignis geschehen.

Sollte sich diese Beschreibung bewahrheiten scheint dieser Schritt der türkischen Regierung nicht im Interesse Russlands und erst recht nicht Syriens zu liegen. Welchen genauen Plan die Türkei damit verfolgt ist ebenso unersichtlich. Einigen Angaben zufolge besteht hier ein Zusammenhang zu den Astana-Verhandlungen zwischen Russland, der Türkei und dem Iran, wo man sich auf eine „Deeskalationszone“ in der nordwestlichen Provinz Idlib geeinigt hatte. Demnach soll diese (inzwischen schon lange gescheiterte) Waffenruhe von diesen ausländischen Mächten überwacht werden, die Stationierung von türkischen Truppen in al-Eis also Teil einer Beobachtungsmission darstellt. Es wäre aber ein verwunderlicher Zeitpunkt und lediglich Süd-Aleppo als Überwachungsgebiet abzudecken würde diese Pläne wohl nicht erfüllen.

Diese Stationierung würde aber die Pläne der syrischen Armee durchkreuzen, wenn man den Gerüchten glauben mag. Diesen zufolge soll von dort aus die nächste Idlib-Offensive gestartet werden, diesmal mit dem Ziel, die Belagerung der schiitischen Städte Fuah und Kafraya aufzuheben. Schätzungsweise 30.000 Zivilisten leben in den Dörfern wo es nur unregelmäßig zu Hilfslieferungen kommt. Hinzu kommen mehrere Artillerieangriffe auf die Dörfer, wobei die örtliche Infrastruktur zerstört wird.

Bereits letztes Jahr gab es eine ähnliche Situation, wo ein türkischer Konvoi die Grenze übertrat und mit der Kooperation von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) mehrere Militärstützpunkte in der Provinz Idlib entlang der Front zum von den Kurden gehaltenen Kanton Afrin errichtete. Nun kam es erneut zu einer faktischen Kooperation zwischen der Türkei und der islamistischen Tahrir al-Sham, die den Konvoi begleitet bzw. Durchzug durch ihr Territorium erlaubt haben.

Ein Gedanke zu „Türkischer Militärkonvoi auf dem Weg nach Aleppo, behindert Pläne der syrischen Armee“

  1. Die Türkei ist Teil der #NATO und die hat ein Interesse am Krieg in Syrien! Deshalb sind Absprachen mit Erdogan nichts wert, er ist die Zündschnur welche das #Pentagon gelegt hat!

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