Türkische Soldaten in Idlib getötet

Vor wenigen Tagen drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einer neuen Militäroffensive gegen ein kurdisches Organisationsbündnis in Syrien mit der Begründung, die ständigen Angriffe und Attentate auf türkische Soldaten zu stoppen und damit dem „Terrorismus“ Einhalt gebieten zu wollen. Nun kam es am Freitag zu einer weiteren Attacke gegen das türkische Militär – jedoch nicht von den Kurden, sondern von den vermeintlich verbündeten islamistischen Kämpfern in der letzten oppositionellen Hochburg Idlib. Eine Guerillagruppe tötete zwei türkische Soldaten auf ihren Patrouillen in der gleichnamigen Provinz, welche in erster Linie Russland und die syrische Regierung vor neuen Militäroperationen abhalten sollen, Idlib aber faktisch zu einem von der Türkei abhängigen Protektorat macht.

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Türkei droht mit neuer Militäroffensive in Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte kürzlich mit militärischen Vergeltungsaktionen gegenüber dem arabisch-kurdischen Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) in Syrien, welche immer wieder für regelmäßige Angriffe und Anschläge auf türkische Truppen im Norden des Landes verantwortlich sind, gerade in jenen Gebieten, die von der Türkei mit der Unterstützung ihrer islamistischen Verbündeten von der SDF erobert und mit ethnischen Säuberungen der Kurden verbunden waren. Dagegen regt sich erheblicher Widerstand, der unter anderem aktive Unterstützung durch die syrische Regierung erfährt. Derartige rhetorische Drohgebärde sind von Seiten der Türkei nicht ungewöhnlich, nichtsdestotrotz besteht eine tatsächliche Gefahr einer neuen Großoffensive. Die Drohungen von Erdogan folgten relativ zeitnah auf das Verhandlungstreffen zwischen der Türkei und Russland, wo unter anderem auch die Situation in Syrien besprochen wurde.

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Israel bombardiert Flughafen in Zentralsyrien

Am letzten Freitag kam es zu einem folgenschweren Luftangriff auf den zentralsyrischen Militärflughafen Tiyas, welcher vom Iran und der syrischen Regierung als Hauptstützpunkt im Kampf gegen die versprengten Kämpfer des Islamischen Staates in der syrischen Wüste genutzt wird. Es ist bei weitem nicht der erste Luftschlag Israels auf militärische Ziele innerhalb des östlichen Nachbarstaates, insbesondere auch auf die Tiyas-Basis, dessen letzte Attacke jedoch zwei Jahre zurückliegt. Vermutlich gilt die israelische Aufmerksamkeit den dort angeblich stationierten iranischen Soldaten, die von dort aus Aufklärungsmissionen mithilfe von Drohnen aus dem bereits genannten Grund unternehmen, laut bisherigen Angaben wurden aber nur sechs syrische Soldaten verletzt.

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Russland bombardiert weiter Ziele in Idlib

Einigkeit herrschte beim bilateralen Staatstreffen zwischen dem russischen Präsidenten Vladimir Putin und seinem türkischen Gegenpendanten Recep Erdogan vor, zumindest offiziell. Nur wenige Stunden später intensivierte die Luftwaffe Russlands ihre Bombardierungskampagne über der letzten, noch von islamistischen Kräften kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten Syriens und attackierte erstmals auch jene Gebiete im Nordosten, die im Zuge einer türkischen Militärkampagne von den Kurden erobert werden konnten und sich als wichtiges Rückzugsgebiet für Islamisten und Aufständische herausstellen. Trotz diverser Gerüchte im Zusammenhang mit dem russisch-türkischen Verhandlungen gibt es keine Anzeichen für ein Ende des seit Jahren bestehenden Status Quo, also auch nicht für eine Offensive der syrischen Armee auf Idlib.

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Trotz US-Drohungen: Jordanien sucht Annäherung zu Syrien

Das erste offizielle Treffen zwischen Vertretern der jordanischen und syrischen Regierung seit Ausbruch des syrischen Krieges im Jahre 2011 scheint konstruktive Früchte zu tragen: Neben der Wiedereröffnung des gemeinsamen Grenzüberganges wurden weitere Investitions- und Kooperationspläne geschlossen, darunter die Wiederinbetriebnahme des gegenseitigen Luftverkehrs. Die beiden Nachbarländer waren in der Vergangenheit wichtige Handelspartner, auch Jordanien leidet unter dem andauernden Krieg in Syrien und sucht nun den Ausweg, obwohl die von den USA auferlegten „Ceasar-Sanktionen“ derartige Kontakte verbieten, weshalb es aus der US-Regierung scharfe Kritik an die Annäherung gibt. Die jordanische Regierung bzw. das Königshaus sucht seit der Niederlage der syrischen Opposition entlang des eigenen Grenzgebietes im Jahre 2018 die Normalisierung der beiden Länder, insbesondere da neben Millionen syrischen Flüchtlingen in Jordanien auch der Grenzverkehr und -handel von wichtiger Bedeutung ist. Derart relevant, dass sich Jordanien sogar gegen den Willen der USA stellt.

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Russland bombardiert vermehrt Ziele in Idlib

In der letzten noch von islamistischen Kräften kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten Syriens kam es seit Anfang September zu einer massiven Zunahme militärischer Aktionen aller involvierten Fraktionen, insbesondere die russische Luftwaffe nahm nach einer mehrmonatigen Pause wieder ihre Luftschläge auf die gesamte Region auf. Das Säbelrasseln führte bei den beiden größten internationalen Unterstützern der jeweiligen Seite, also Russland und der Türkei, zur Verlegung neuer Truppen entlang der Frontlinien, die seit über einem Jahr von einer wackeligen Waffenruhe geprägt sind. Bisher ist jedoch unklar, ob die nun seit langem mehrmals heraufbeschworene Idlib-Offensive endlich realisiert wird, oder es sich um einen „isolierten“ Vorfall handelt, der keine militärischen oder politischen Konsequenzen nach sich ziehen wird.

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Neues Islamistenbündnis bedroht pro-türkische Allianz in Nordsyrien

Entgegen dem allgemeinen Trend des syrischen Konfliktes kam es innerhalb der letzten Jahre kaum zu nennenswerten neuen oder reformierten Bündnisankündigungen innerhalb der syrischen Opposition, die äußerst selten geeint auftritt. Diese Entwicklung scheint nun vorerst gestoppt zu sein: In der von türkischen Streitkräften kontrollierten Territorien Nordsyriens erklärten mehrere Milizen den Zusammenschluss zur sogenannten „Syrischen Befreiungsfront“ (SLF), welche in der Namensform bereits zweimal in Syrien existierte. Das neue Bündnis ist paradoxerweise vor allem Ausdruck von Spannungen innerhalb pro-türkischer Kräfte, die offiziell unter der „Syrischen Nationalarmee“ (SNA) organisiert sind und der Türkei direkt unterstehen, die meiste Zeit aber mit oppositionsinternen Gefechten beschädigt sind. Darin liegt auch die Gefahr für die Türkei, die insbesondere islamistische Kräfte ausnutzen könnten.

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Daraa final unter Regierungskontrolle

Endlich scheint eine finale Lösung für den vor zwei Monaten erneut ausgebrochenen Konflikt zwischen syrischer Regierung und ehemaligen Rebellen sich anzubahnen, nachdem Hunderte Aufständische im sogenannten „Geburtsort der Revolution“, die südsyrische Großstadt Daraa, kapitulierten und beide Seiten sich diplomatisch einigen konnten. Die Situation in der gleichnamigen Provinz war zuletzt von schweren Konflikten geprägt, nachdem Ex-Rebellen Stellungen und Checkpoints der syrischen Streitkräfte attackierten und dabei Dutzende töteten oder gefangen nahmen. Die Regierung wiederum pochte auf eine militärische Lösung in der Frage, welcher aber nach ständigem Hin und Her und mehreren gebrochenen Verträgen durch russische Diplomatie verhindert werden konnte.

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Israelische Luftwaffe attackiert Damaskus

In der Nacht zum Donnerstag flogen israelische Kampfjets mehrere Luftangriffe auf Ziele innerhalb des Nachbarlandes Syrien, insbesondere auf die Hauptstadt Damaskus. Die geschickt den libanesischen Luftraum ausnutzende Luftwaffe Israels startete nach bisherigen Informationen mehrere Raketen auf das Jumairah-Forschungslabor nordwestlich von Damaskus, welches seit 2013 das regelmäßige Ziel israelischer Luftangriffe ist und oppositionellen Medien zufolge für die Entwicklung von neuen Waffensystemen, inklusive Chemiewaffen, zuständig ist, wofür jedoch keine Beweise existieren. Eine der syrischen Luftabwehrraketen landete in der israelischen Hauptstadt Tel Aviv, was kurzfristig für Alarm und Panik sorgte.

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Einigung für Südsyrien?

Neue Entwicklungen in Südsyrien nähren die Hoffnung eines endgültigen Friedens: Nach einem monatelangen Hin und Her, unterbrochen von vergebenen Friedensverhandlungen und schweren Gefechten, scheint es nun eine Einigung zwischen der syrischen Regierung und Aufständischen in den südlichen Vierteln jener Stadt gekommen zu sein, die als der Geburtsort des syrischen Bürgerkrieges gilt. Unter russischer Führung sollen demnach „neutrale Kräfte“ die einst von Ex-Rebellen kontrollierten Gebieten einnehmen, während einem Großteil eine Generalamnestie und ein möglicher Abzug in die letzte, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib angeboten wird. Dennoch befinden sich die Verträge bisher auf wackeligen Füßen, einige der involvierten Gruppen sehen ein Ende lieber in der Schlacht, als am Verhandlungstisch.

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Syrische Opposition feiert Sieg der Taliban

Flagge der syrischen Opposition neben dem Shahada-Symbol, welches von den Taliban ebenfalls genutzt wird

Mit dem Sieg der Taliban in Afghanistan sehen sich islamistische Kräfte in dem ebenfalls von einem Krieg betroffenen Land Syrien bestärkt in ihrer Haltung, trotz ausbleibender Gewinne den Dschihad hier und woanders weiterzuführen. In der gesamten nordwestsyrischen Provinz Idlib, welche als Letzte ausschließlich von der syrischen Opposition kontrolliert wird, kam es zu Paraden und Feierlichkeiten, aus jeder Moschee ertönten Freudenrufe. Gerade die größte islamistische Gruppierung in Syrien, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra, nationaler al-Qaida-Ableger), weiß die Situation für sich moralisch und propagandistisch auszunutzen. Nichtsdestotrotz könnte der Sieg der Taliban mittel- und langfristig die syrische Opposition schwächen, abhängig von den konkreten Politiken in Afghanistan.

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Kein Frieden für Südsyrien in Sicht

Ende Juli brachen in der südsyrischen Provinz Daraa erstmals seit drei Jahren schwere Gefechte zwischen der syrischen Regierung und Aufständischen in einer Region aus, welche zwar offiziell unter der Kontrolle der Armee steht, faktisch aber ex-oppositionelle Gruppierungen weitgehende Autonomierechte besitzen. Nach einem kurzen militärischen Fiasko erklärten sich beide Seiten zu Gesprächen über eine Waffenruhe bereit, die aber im Sande verlaufen sind. Dadurch sind nun neue Kämpfe ausgebrochen, in denen es um Macht und Einfluss in einer strategisch wichtigen Region geht, in der auch ausländische Partner wie der Iran oder Russland eine unrühmliche Rolle spielen. Bis heute ist kein Ende der Spannungen in Sicht, die Fronten sind weiterhin verhärtet.

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Desaster für die syrische Armee in Südsyrien

Die Situation in der südsyrischen Provinz Daraa eskalierte in den letzten zwei Tagen zunehmend, nachdem die syrische Armee eine Offensive zur Eroberung der letzten oppositionellen Exklaven in der Region startete, die in Folge von Friedensverhandlungen unter russischer Schirmherrschaft zwischen den zwei Seiten entstanden sind und seit jeher ein Dorn im Auge der syrischen Regierung ist, auch da es neben dem regelmäßigen Schmuggel zu Anschlägen und Attentaten durch Aufständische kommt. Als Reaktion auf die Militäroperation starteten die „Ex-Rebellen“ einen Gegenschlag und konnten prompt mehrere Kontrollpunkte und Städte überrennen, eine Militärbasis erobern, den Grenzübergang zu Jordanien sichern, Kampfpanzer erbeuten und dabei über 50 Soldaten gefangen nehmen. Von diesen offensiven Kapazitäten überrascht, kehren beide Seiten zum Verhandlungstisch zurück.

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USA bombardiert irakische Milizen in Syrien

Nach wochenlangem Zögern reagiert die USA nun erstmals auf die zunehmenden Angriffe von irakisch-schiitischen Gruppierungen auf US-Soldaten in Syrien und dem Irak mit einem eigenen Luftschlag auf einen Logistik-Konvoi unweit der syrisch-irakischen Grenze. Anlass für den neuesten amerikanischen Militärschlag waren die in den letzten Wochen enorm zunehmenden Anschläge auf US-Militärbasen in den zwei Nachbarländern, zeitweise kam es innerhalb von 24 Stunden zu Angriffen auf drei Stützpunkte. Da der Vergeltungsschlag der USA nur derart gering ausgefallen ist, gibt es erhebliche Zweifel an der tatsächlichen Abschreckungswirkung, neue Angriffe auf US-Truppen könnten nur eine Frage der Zeit sein, bestärkt durch ausbleibende Reaktionen und dem Drang, die „Besetzung“ ihres Landes zu beenden.

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4 Angriffe in 24 Stunden: US-Soldaten im Irak in Gefahr

Erbil, Bagdad, al-Asad und al-Omar: In ganz Irak und Syrien sehen sich amerikanische Soldaten einer nie zuvor dagewesenen Menge und Qualität an Angriffen durch irakische Milizen gegenüber, die inzwischen mehrmals am Tag stattfinden. Mit modernen Raketenwerfern und Drohnen wird die Präsenz der US-Truppen in ihrem Heimatland attackiert, die zumindest in diesem Monat keine Reaktionen zeigen. Der amerikanische Präsident Joe Biden drohte vor kurzen den verschiedenen Widerstandsbewegungen im Irak mit Vergeltungsschlägen, sollten sie nicht ihre Angriffe auf das US-Militär beenden. Diese Warnung scheint aber eine kontraproduktive Wirkung gehabt zu haben, stattdessen sehen sich in dieser Abschreckungstaktik die schiitischen Organisationen bestärkt, mit iranischer Unterstützung ihren Kampf weiterzuführen.

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