Aserbaidschan attackiert Armenien

Mit der Niederlage Armeniens im 44-tägigen Krieg um Bergkarabach gegen Aserbaidschan wurden die Karten im Südkaukasus neu gemischt: Mit dem partiellen Verlust der umkämpften Region wurden die Grenzverläufe neu gezogen, die beiden Nachbarstaaten teilen nun eine größere gemeinsame Grenze, die in Teilen noch nicht eindeutig befestigt und markiert wurde. Eine Gelegenheit, die sich Aserbaidschan bereits mehrmals zu Nutzen machte, um neue Gebiete auf armenischen Staatsgebiet zu erobern und damit die Abwehrfähigkeiten der christlichen Nation und der russischen Armee zu testen, welche als Grenzsoldaten den Frieden zwischen den beiden Ländern wahren sollen. Am vergangenen Dienstag war es wieder soweit, aserbaidschanische Truppenverbände marschierten in der Provinz Syunik ein und konnten dabei Gebiete besetzen, welche sie unter russischer Vermittlung kurz darauf wieder aufgeben mussten. Dabei kam es zum Einsatz von schwerem Kriegsgerät, beide Seiten vermelden erhebliche Verluste.

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Russische Luftschläge auf Idlib

Die russischen Luftstreitkräfte fliegen derzeit schwere Angriffe auf die letzte, noch von Islamisten kontrollierte Provinz, nachdem es kurz zuvor zu ungewöhnlichen Plänkeleien zwischen lokalen Milizen in Idlib und der syrischen Armee gekommen ist, die in dem Raketenbeschuss der unter der syrischen Regierung kontrollierten Millionenstadt Aleppo mündete. Trotz kleinerer Unterbrechungen hält die seit über einem Jahr andauernde Waffenruhe zwischen den beiden syrischen Fraktionen in Idlib, die von ihren jeweiligen Schutzmächten (Türkei und Russland) durchgesetzt werden, jedoch kam es seit August nicht mehr zu so einem massiven Einsatz russischer Luftschläge in der Region. Angegriffen werden militärische und ökonomische Ziele, die auf eine mögliche Konfrontation mit der Türkei hinweisen, welche die Waffenruhe zum Aufbau einer faktischen Protektorates in Syrien genutzt haben, welche auf die Kooperation mit den lokalen islamistischen Kräften setzt. Wie die türkische Regierung auf diese neueste Entwicklung reagieren wird, bleibt bisher abzusehen.

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Russische Armee zieht sich angeblich aus Teilen Nordsyriens zurück

Neue Gerüchte verstärken die derzeit bestehenden Berichte, dass die Türkei in Syrien eine neue antikurdische Militäroffensive starten könnte: Einige Aktivisten vermelden den Rückzug russischer Soldaten aus der Region um Ain Issa, einer syrisch-türkischen Grenzstadt im Nordosten Syriens. Dort kam es in den vergangenen Wochen vermehrt zu immer schwerer werdenden Gefechten zwischen dem arabisch-kurdischen Gruppenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) und pro-türkischen, offiziell als die „Syrische Nationalarmee“ (SNA) bekannte, Kräften, die die Befürchtung einer türkischen Operation näherte, vor allem im Hintergrund der internationalen Ablenkung für die Covid-Pandemie und des amerikanischen Machtwechsels. Sollte sich der Abzug der russischen Streitkräfte aus Teilen Nordsyriens bewahrheiten, wäre das ein starker Indikator für die derzeit bestehenden Befürchtungen und daraus resultierenden Folgen: Neuer Krieg in einer ansonsten friedlichen Region, Zerstörung, Massenflucht und die ethnische und demographische Vertreibung von Kurden und anderen Minderheiten unter der Führung islamistischer Kräfte.

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Aserbaidschan schießt russischen Hubschrauber ab

Überraschende Entwicklungen im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan: Montag Abend tauchten die ersten Berichte darüber auf, dass ein russischer Kampfhubschrauber im Grenzgebiet zwischen Armenien und der umkämpften Region Bergkarabach abgestürzt ist. Nur kurze Zeit später verhärtete sich der Verdacht, wie das russische und aserbaidschanische Verteidigungsministerium unabhängig voneinander bestätigen: Der Helikopter wurde von Luftabwehrraketen der aserbaidschanischen Armee abgeschossen, die zwei Piloten starben dabei. Baku reagierte schnell und räumte diese Entwicklung als „schweren Fehler“ ein und sei zudem bereit, monetäre Kompensation zu leisten. Dennoch könnte Russland diesen Vorfall als Legitimation dafür nutzen, stärker in den Konflikt zu intervenieren und dabei das ansonsten international recht isolierte Armenien zu unterstützen.

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Russland tötet über 100 Islamisten in Idlib

Neueste Entwicklungen in der letzten, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten Syriens markieren eine mögliche Kehrtwende der seit März andauernden Waffenruhe, ausgehandelt unter der Obhut der Türkei und Russlands. In den vergangenen Tagen kam es zu zwei ungewöhnlichen Vorfällen, in denen die russische Luftwaffe maßgeblich beteiligt sein soll: Mitten im Kontroll- und Einflussgebiet der Türkei wurde ein Umschlagsplatz für alle möglichen Ölprodukte wie z.B. Rohöl oder Treibstoffe bombardiert, eine wichtige Einkommensquelle für syrische Schmuggler. Kurz darauf gab es den wohl seit Jahren tödlichsten Luftangriff auf eine Militärbasis einer islamistischen Miliz, die Anzahl der getöteten Personen liegt im dreistelligen Bereich. Während man über einen möglichen Zusammenhang zum Konflikt in Bergkarabach munkelt, sendet Russland eine neue Botschaft an die Türkei.

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US-Soldaten nach Rennen mit russischem Militär verletzt

Im Nordosten Syriens kam es zu einem außergewöhnlichen Vorfall, als sich vier amerikanische Soldaten in Folge eines Wettrennens und einer daraus resultierenden Kollision gegen einen russischen Militärkonvoi verletzten. Dabei handelt es sich um den ersten „militärischen“ Zusammenstoß zwischen Russland und der USA in Syrien, die um die Vorherrschaft in der Region kämpfen und insbesondere in dieser Ecke des Landes um Einfluss ringen. Zwar kommt es regelmäßig zu Schikanen und Provokationsversuchen zwischen den amerikanischen und russischen Militärpatrouillen im Nordosten, jedoch haben sie in ihrer Anzahl und Intensität seit einem Monat erheblich zugenommen, derartige Vorkommnisse könnten in der Zukunft zunehmen.

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Russisches Militär in Syrien angegriffen

Bombenanschlag auf russisch-türkischen Konvoi vom 14. Juli

In der Provinz Idlib kam es zum wiederholten Male zu einem Anschlag auf die russisch-türkische Militärpatrouillen, die in der letzten, noch von Oppositionellen gehaltenen Region die fragile Waffenruhe zwischen islamistischen Kräften und der syrischen Arme aufrecht erhalten sollen. Diesmal wurde durch einen Sprengsatz ein russischer Schützenpanzerwagen beschädigt, jedoch kam es zu keinen Verletzten oder Toten. Diese Angriffe auf russische und auch türkische Fahrzeuge konnten über den Verlauf der letzten Wochen erheblich zunehmen und stellen den Versuch extremistischer Gruppierungen da, den Frieden gewaltsam zu beenden.

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Verbündete der syrischen Regierung erklären US-Angriff als „Überschreitung roter Linien“

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Erwähntes Statement

Nach dem US-Militärschlag gegen den syrischen Luftwaffenstützpunkt Shayrat südlstlich von Homs verschärft sich der Ton zwischen der USA und verschiedenen Unterstützern der syrischen Regierung.

Russland, der Iran, Syrien und verschiedene Milizen warfen Washington vor, mit dem Angriff mit Tomahawk-Marschflugkörpern eine „rote Linie“ überschritten zu haben. „Die von der USA geführte Gewalt gegen Syrien hat mehrere rote Linien überschritten. Von nun an werden wir mit Gewalt gegenüber jeden Aggressor und weiteren Überschreitungen von roten Linien reagieren. Und die USA weiß unsere Möglichkeiten zu antworten sehr gut“, heißt es im obigen Statement. In einem privaten Telefongespräch zwischen Putin und Rouhani bekräftigte man erneut die Haltung, dass es sich bei dieser Aktion um einen Bruch internationalen Rechtes handelt. Dahingehend weiter heißt es sinngemäß:

  1. Der amerikanische Angriff ist ein gefährlicher und eklatanter Bruch der Souveränität des syrischen Staates und Volkes. Dies beweist erneut die Fehler der us-amerikanischen Kalkulationen und Optionen.
  2. Diese Aggression ist eine ungerechte Aktion gegen Syrien, welches seit sechs Jahren gegen multinationalen Terrorismus kämpft und dafür einen schweren Preis zahlt.
  3. Wir verurteilen alle zivilen Opfer auf der Welt, auch in Khan Sheikhoun.
  4. Diese Länder, die terroristische Gruppierungen unterstützen und trainieren, unterstützen [damit] die Aggressoren gegen die legitimen Rechte in der Region.
  5. Die USA wollten und warteten auf keine Erlaubnis, Syrien bombardieren zu können, noch beachteten sie die Meinungen anderer Staaten in der UN. Bevor die Ergebnisse einer Investigation in Khan Sheikhoun veröffentlicht werden könnten, griff die USA Syrien mit dieser Legitimation an.
  6. Wir ignorieren nicht die Ziele der USA, die sie in Nord-Syrien und Nordwest-Irak versucht zu erzielen. Wir beobachten alle Schritte und Bewegungen. Der Versuch diverse Gebiete zu kontrollieren macht sie zu einer illegalen Besetzungsmacht.
  7. Wir werden weiter Seite an Seite mit der Syrisch-Arabischen Armee zusammenarbeiten und ihrem Ziel, ganz Syrien von der Besetzung zu befreien.
  8. Die von der USA geführte Gewalt gegen Syrien hat mehrere rote Linien überschritten. Von nun an werden wir mit Gewalt gegenüber jeden Aggressor und weiteren Überschreitungen von roten Linien reagieren. Und die USA weiß unsere Möglichkeiten zu antworten sehr gut.
  9. Russland und der Iran werden es nicht erlauben, dass die USA die Welt dominieren wird, indem sie internationales Recht brechen und außerhalb der UN arbeiten.
  10. Als Reaktion auf diese kriminelle Aggression werden wir, die Verbündeten von Syrien, unsere Unterstützung intensivieren.

 

 

Russland erklärte bereits zu Beginn, die Luftabwehrsysteme in Syrien zu modernisieren und derartige Angriffe dadurch zukünftig zu vereiteln. Auch für Israel könnte dies ein Problem darstellen, da es in Vergangenheit oft militärische Ziele der Hisbollah in Syrien bombardiert hat.

Russland errichtet Militärbasis im Kurdengebiet

 

 

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Russische Soldaten in Afrin

Ein Pressesprecher der YPG veröffentlichte am Montag die Mitteilung, dass Russland in Kooperation mit der YPG/SDF im Afrin-Kanton im Nordwesten Syriens eine militärisch-zivile Basis errichten wird, die vor allem zum Training der dortigen Kämpfer dient. Diese Basis soll dafür in Qatmah entstehen. Genauere Planungen sind jedoch unbekannt, ein rein ziviler Nutzen für eine bessere Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Autoritäten ist nicht auszuschließen. Russische Truppen sollen bereits vor Ort sein.

Insgesamt besitzt die Aktion verschiedene Auswirkungen, z.B. wird damit ein ohnehin nicht existenter Einfluss der USA, im Gegensatz zu den restlichen Kantonen, erfolgreich (präventiv) verhindert. Das Afrin-Kanton erwies sich bereits in der Vergangenheit als sehr enger Verbündeter der syrischen Regierung im Kampf gegen die syrische Opposition, z.B. begann man Anfang 2016 gemeinsam eine Offensive im Norden der Provinz Aleppo, um die belagerten, schiitischen Städte Nubl und Zahraa zu befreien. Am Ende standen einzelne Verhandlungen über verschiedene Ortschaften, so wurden einige Städte an die YPG übergeben.

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Gehaltenes Territorium der türkisch-syrischen Operation „Euphrates Shield“

Besonders entscheidend ist aber ebenfalls der Faktor, dass damit die türkisch dominierte Operation „Euphrates Shield“ völlig eingekreist werden könnte. Während im Süden die Syrisch-Arabische Armee sitzt, deckt die SDF/YPG alle Gebiete westlich und östlich ab. Im Osten um Manbij übergab die SDF bereits mehrere Dörfer an Russland und die Syrisch-Arabische Armee, um ihre eigene Front gegen Euphrates Shield zu verkleinern bzw. wirksam weitere Kämpfe zu verhindern. Im Westen scheint nun in gewisser Weise das Selbe zu geschehen, die Türkei hat nun keine Möglichkeit mehr sich weiter zu expandieren ohne eine Eskalation mit weiteren Fraktionen (sprich: Russland und die syrische Regierung) zu riskieren.

Offensive in Ost-Aleppo wird weitergeführt | Palmyra fällt

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Nachdem für 2 Tage die Waffen geruht haben und dies die Evakuierung von Tausenden Zivilisten (laut dem russischen Verteidigungsministerium ~20.000) ermöglichte, scheint die Syrisch-Arabische Armee mit ihren Verbündeten erneut kleine Fortschritte zu machen. Derzeit wurde das gesamte al-Qasileh-, al-Ma’adi- und Bab al-Maqam-Viertel erobert. Kleinere Fortschritte soll es ebenfalls in den umlegenden Vierteln wie Sahet Bizzah gegeben haben, wobei sich deren Eroberungen momentan nur auf ein paar Häuserblöcke beschränken.

Daesh erobert Palmyra

Währenddessen gibt es weniger erfreuliche Nachrichten aus der antiken Wüstenstadt Palmyra/Tadmur: Nach einem nächtlichen Hin und Her zwischen der NDF (die auch Unterstützung von der 11th Division der SAA erhalten hat) und Daesh konnte der Islamische Staat die Verteidigungen im Norden und Osten der Stadt durchbrechen und durch einen weiteren Zangengriff vom Süden auf die Fakhreddine al-Ma’any-Festung westlich der Stadt die restlichen Einheiten zur Flucht zwingen. Sowohl die Daesh nahe stehende Nachrichtenagentur AMAQ als auch Videos bestätigen diese Mitteilung.

Zuvor in der Nacht kam es zu massiven Luftschlägen der russischen und syrischen Luftwaffe. Obwohl es für den gestrigen Abend sehr gut für die NDF aussah, schien die Wirkung der Bombardements aufgrund der Wüste und des gebirgigen Terrains nur einen bedingten Erfolg gehabt zu haben (angeblich wurden mindestens 150 Islamisten getötet). Daesh nutzte exakt die gleiche Taktik wie 2015, wer die Berge um Palmyra kontrolliert, der kontrolliert auch die Stadt.

Nähere Informationen für die Tage davor hier.

Während die Stadt keine militärische Bedeutung besitzt, bedeutet sie einen wichtigen propagandistischen Sieg für Daesh, welches ansonsten an allen Fronten größtenteils verliert und damit durchaus zu kleinen Offensiven fähig ist. Ebenfalls bedeutet dies einen enormen Verlust an Prestige für Russland, welches die Rückeroberung äußerst brachial mit einem Konzert im Amphitheater etc. zelebriert hat. Was die Eroberung für die Ruinen bedeutet ist derzeit unklar.

Russland verkündet 8-stündige Waffenruhe für Ostaleppo

Das russische Verteidigungsministerium verkündete am Montag, eine unilaterale Waffenruhe für den 20. Oktober auszurufen, die insgesamt 8 Stunden anhalten soll und sowohl Zivilisten als auch Oppositionskämpfern die Möglichkeit bietet aus Ostaleppo durch die verschiedenen Fluchtkorridore zu entkommen.

Der russische Offizier Sergei Rudskoi bezeichnet diese Waffenruhe als „humanitäre Pause“, um sowohl Zivilisten als auch Verletzte und Kranken eine Option zu ermöglichen, aus dem Kriegsgebiet zu fliehen.

Ein möglicher Erfolg erscheint alleine aufgrund des unilateralen Aufbaus sehr unwahrscheinlich, der Großteil der Zivilbevölkerung wird weiterhin als „Geiseln“ für die islamistische Opposition in Ostaleppo missbraucht. Primär wird es sich um einen PR-Versuch handeln, Russland als humanitären Helfer zu inszenieren.

Russischer Helikopter in Südaleppo abgeschossen

Vor wenigen Minuten wurden Bilder und Videos veröffentlicht die einen zerstörten Helikopter in Syrien zeigen. Nach einigen Rätselraten bestätigt selbst sogar das russische Verteidigungsministerium, dass ein russischer Mi-8-Helikopter durch „Bodenfeuer“ abgeschossen wurde und dabei die Besatzung von 5 Personen gestorben ist, 3 Crewmitglieder und 2 Offiziere. Damit steigt die offizielle Todeszahl an Soldaten auf insgesamt 19 in Syrien.

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Ebenfalls redet das russische Verteidigungsministerium von einer Mission zur humanitären Versorgung in Aleppo, dies erscheint aber aufgrund einer ohnehin nicht stattfindenden Versorgung durch Helikopter, falschen Ortes und der anhaltenden Großoffensive der Opposition um die Belagerung Ostaleppos aufzuheben eher unwahrscheinlich. Abgestürzt wurde er östlich von Saraqib nahe des „Sultan-Hügels“ gefunden. Außerdem wurden einige Dokumente, Daten und Papiere des Personals gefunden.

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