Syrische Armee und Islamischer Staat auf dem Vormarsch in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und der Islamische Staat konnten neue Dörfer in den Provinzen Hama und Idlib von der Opposition erobern, nachdem beide eine Offensive gestartet haben. Die von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) dominierten Kräfte fallen zunehmend unter Druck, ihre Stellungen zu halten.

Die syrische Armee konnte die Dörfer Umm Khazem, Turaykyah, Rujm al-Ahmar, al-Hawiyah und Balil erobern und dabei fünf Kämpfer von Tahrir al-Sham festnehmen. Die russischen Luftstreitkräfte intensivieren derweil ihre Luftschläge auf die Region, wahrscheinlich als Vorbereitung auf eine größer angelegte Offensive. Die Eliteeinheit der „Tiger Forces“ unter Suheil al-Hassan soll sich Berichten zufolge von Ostsyrien nach Idlib begeben haben, um dort die Kämpfe zu unterstützen.

Der IS konnte währenddessen dutzende Dörfer erobern, darunter Huwayz Ibn Hadib, Huwayz Um al-Jarn, Rasm Hamman, Abu Khanadiq und al-Dabah. Inzwischen konnten IS-Kämpfer ihr Gebiet nahezu verdoppeln. Es ist und bleibt ein Rätsel, woher der Islamische Staat seine neue Kraft plötzlich gewinnen konnte, nachdem er nur noch zwei Dörfer hielt.

Auch wenn keine aktive Kooperation zwischen den beiden Fraktionen vorherrscht, ignoriert die SAA den Islamischen Staat aus strategischen Gründen, die letzten Kämpfe fanden zwischen den beiden Seiten vor mehreren Wochen statt. Es gibt Gerüchte darüber, dass die syrische Regierung (ähnlich dem Geschehen in Raqqah und Manbij) hunderte IS-Kämpfer aus dem Euphrat-Tal im Osten des Landes nach Idlib transportierte, um sie dann dort zu ihrem Vorteil einzusetzen. Dennoch gibt es bisher keinerlei Beweise dafür, vor allem weil ein solches Vorhaben äußerst auffällig wäre.

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Erneut oppositionsinterne Kämpfe in Idlib

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In der von der Opposition beherrschten Provinz Idlib und weiteren Teilen der Provinzen Hama und Aleppo kam es zu Feuergefechten zwischen zwei verschiedenen Fraktionen, die noch zuvor Verbündete waren.

Involviert in den Kämpfen ist Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die dominierende Gruppierung innerhalb der Opposition und ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra, der syrische Ableger von al-Qaida. Auf der anderen Seite befindet sich Harakat Nour al-Din al-Zenki. Die Gruppierung wurde bis mindestens 2015 von den USA aktiv mit Panzerabwehrwaffen unterstützt und ist vor allem dafür bekannt, in Aleppo ein Kind lebendig geköpft zu haben. Al-Zenki nahm eine wichtige Position bei den Kämpfen um Aleppo ein, verschwand danach aber in die Irrelevanz. Relativ zeitgleich mit der Umbenennung von al-Nusra in Fateh al-Sham schlossen sich die übrig gebliebenen Kämpfer lose der Fraktion an.

Trotz immensen Kooperationen gegen die syrische Regierung bzw. Armee kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen den beiden Seiten, zuletzt erbeutete Tahrir al-Sham im August mehrere Panzerabwehrwaffen von den Einheiten von al-Zenki, die sich in Folge der letzten oppositionsinternen Gefechte zwischen Tahrir al-Sham und Ahrar al-Sham abgespalten haben, weil sie keine Kämpfe gegen ihre „Brüder“ in der Opposition führen wollten.

Nun scheint die Situation erneut zu eskalieren, beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig für eine neue Runde an Gefechten. Al-Zenki spricht von mehreren Angriffen auf die von ihre gehaltenen Dörfer in der Region um Anadan, wobei mehrere Waffen beschlagnahmt und eine Person entführt wurde. Daraufhin soll man aus dem Ort Dayr Hassan vertrieben worden sein. Interner Druck in Tahrir al-Sham führte ebenfalls dazu, dass sich bisher die sogenannte al-Farouq-Brigade von HTS abspaltet. Angeblich übte Tahrir al-Sham Druck darauf aus, dass al-Farouq Checkpoints errichten und gegen al-Zenki kämpfen sollte.

Türkischer Militärkonvoi betritt Idlib

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In Folge von diplomatischen Verhandlungen mit der größten islamistischen, oppositionellen Gruppierung Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra, al-Qaida-Ableger) traf ein militärischer Konvoi der türkischen Streitkräfte an der Grenze zum kurdischen Afrin-Kanton in der Provinz Idlib ein.

Vom Atmeh-Grenzübergang aus erreichten die schätzungsweise 80 bis 200 Soldaten die Stadt Daret Izza nahe der türkischen Grenze. Neben Truppentransportern gab es ebenfalls mindestens fünf Panzer und zwölf weitere, gepanzerte Fahrzeuge. Die angeblich geplante Operation gegen Tahrir al-Sham scheint sich als eine List herauszustellen, in Wirklichkeit zielen alle Aktionen der Türkei gegen die Kurden im isolierten Afrin-Kanton, welches von der YPG dominiert wird.

Der Afrin-Kanton befindet sich in der nordwestlichsten Ecke des Landes. Im Norden und Westen befindet sich die Türkei, deren Aktionen sich bisher an den Grenzen auf einem Mauerbau und Sperren beschränkten. Im Süden befindet sich die Provinz Idlib, die von islamistischen Gruppierungen wie Ahrar al-Sham oder Tahrir al-Sham beherrscht werden und die SDF abgrundtief hassen. Dort kam es in der Vergangenheit zu kleineren Plänkeleien, die jedoch nie ein größeres Ausmaß annahmen. Im Osten liegt das Gebiet des „Euphrates Shield“, dem Operationsgebiet der Türkei und seiner verbündeten Milizen. Die Errichtung von militärischen Positionen entlang der südlichen Grenze von Afrin bedeutet eine weitere Isolation, die letzte wirkliche Verbindung besteht zur syrischen Regierung in Richtung von Aleppo.

Türkei hat KEINE Offensive in Nordsyrien gestartet

Trotz immenser, medialer Berichterstattung starteten türkische Streitkräfte und verbündete Einheiten der Freien Syrischen Armee bisher keine Bodenoffensive auf die Provinz Idlib, welche von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter dem Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra, al-Qaida-Ableger) dominiert wird. Im Gegenteil, zwischen einer diplomatischen Delegation der Türkei und Tahrir al-Sham kam es in den letzten Tagen zu kurzen und geheimen Verhandlungen. Das wirkliche Augenmerk liegt im Kampf gegen die SDF/YPG bzw. Kurden in dem Kanton Afrin.

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Teile der Mauer entlang der syrischen Grenze werden entfernt

Es gab erste Anzeichen einer tatsächlichen Invasion der türkischen Armee und seiner Verbündeten auf Idlib, nahe der Atmeh entfernten mehrere Baufirmen Teilstücke des Grenzwalls entlang der syrischen Grenze. Es gab mehrere Gerüchte über Kämpfe nahe Aqrabat und Babisqa, welche sich aber nicht bewahrheitet haben. Über die vergangenen Monate wurden immer mehr Truppenkontigente der türkischen Armee zur syrischen Grenze bei Idlib gebracht. Selbst Erdogan verkündete in einer Rede, es finde derzeit eine „sehr wichtige Operation“ in Idlib statt. Demnach sollen die verbündeten Einheiten der FSA bzw. TFSA alleine eine Offensive gestartet haben, er dementierte jegliche Beteiligung türkischer Einheiten. Russland soll dabei Luftunterstützung geben.

Die Tatsachen am Boden sprechen jedoch eine andere Sprache: Es gibt keinen einzigen Kampf zwischen den beiden Seiten. Lediglich ein Konvoi von drei Fahrzeugen und türkischen Diplomaten wurde von mehreren Pick-Ups begleitet, welche klar zu Tahrir al-Sham gehören (siehe Video). Das Ziel war das Dorf Dayr Siman, etwa 15 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt und nahe dem von den Kurden regierten Gebiet Afrin.

Der Afrin-Kanton befindet sich in der nordwestlichsten Ecke des Landes. Im Norden und Westen befindet sich die Türkei, deren Aktionen sich bisher an den Grenzen auf einem Mauerbau und Sperren beschränkten. Im Süden befindet sich die Provinz Idlib, die von islamistischen Gruppierungen wie Ahrar al-Sham oder Tahrir al-Sham beherrscht werden und die SDF abgrundtief hassen. Dort kam es in der Vergangenheit zu kleineren Plänkeleien, die jedoch nie ein größeres Ausmaß annahmen. Im Osten liegt das Gebiet des „Euphrates Shield“, dem Operationsgebiet der TFSA und Türkei.

Angeblich ging es bei den Gesprächen zwischen den beiden Fraktionen um die Kontrolle nahe dem Afrin-Kanton, welche die Türkei beherrschen will um den Einfluss der USA/YPG einzudämmen. Auch wenn die Türkei verschiedene Deals mit dem Iran und Russland abgeschlossen hat und Diese die Bekämpfung von Tahrir al-Sham und der Etablierung einer „Deeskalationszone“ in Idlib vorsieht, so niedrig ist das Interesse an Kämpfen, an den die beiden Seiten als Verlierer herausgehen würden.

Die TFSA besteht aus verschiedenen Gruppierungen, die sich vor allem aus Milizen zusammensetzen, die sich zur FSA gehörig zählen. Bekannte Vertreter sind die Hamza und Sultan Murad Division, die ebenfalls von der USA unterstützt wurden. Allesamt sind sie im Territorium in Nord-Aleppo aktiv, dass die Türkei vom Islamischen Staat abgerungen hat. Viele Teile flohen aus Idlib, nachdem sie für ihren Widerstand gegen Tahrir al-Sham und die Unterstützung der Türkei verfolgt wurden. Auch wenn sie „moderater“ als viele Gruppen in Idlib erscheinen, sind sie keineswegs als „Freiheitskämpfer“ bekannt. Besonders Nord-Aleppo ist von Korruption und täglichen Entführungen betroffen.

 

Türkei, Iran und Russland einigen sich auf „Schutzzone“ in Idlib

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Geplante Überwachungsgebiete der beteiligten Nationen, Lila: Iran, Blau: Russland, Grün: Türkei

Bei der neuesten Runde der Astana-Gespräche in Kasachstan scheint es zwischen dem Iran, Russland und der Türkei zu einer konstruktiven Vereinbarung um die Problematik in der nordwestsyrischen Provinz Idlib gekommen zu sein, welche fast vollständig von der Opposition bzw. von Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra (al-Qaida)) kontrolliert wird.

Dieser Deal sieht eine bisher temporäre, sechs Monate andauernde Überwachung der seit Anfang des Jahres vereinbarte „Deeskalationszone“ Idlib vor, welche zu einer „Schutzzone“ ähnlich der zwischen Russland und der USA vereinbarten Situation in Dara’a führt. Angeblich werden dafür militärische Beobachter aus den jeweiligen Ländern eingesetzt und in drei verschiedene Zonen unterteilt: Eine russisch, türkisch und von der syrischen Armee mit der Unterstützung des Irans überwachte Region. Die Türkei soll dabei auch FSA-Einheiten und Gruppierungen einsetzen, wahrscheinlich aus ihrem kontrollierten Gebiet aus Nord-Aleppo.

Die in Idlib aktiven und dominierenden Gruppierungen wie das bereits obig erwähnte Tahrir al-Sham waren an den Gesprächen nicht beteiligt und werden diesen Deal wohl ebenso ablehnen, was eine Durchführbarkeit eigentlich unmöglich machen würde. Die dorthin gebrachten Beobachter und Militärpolizisten werden wahrscheinlich keine großen Überlebenschancen genießen. Wesentlich spannender ist aber die Reaktion von Ahrar al-Sham und verbündeter Gruppierungen, der zweite große Spieler in Idlib.

Ahrar al-Sham definiert sich zunehmend immer mehr als Teil der FSA und türkischer Proxy, auch wenn sie ebenfalls ihre ideologischen Wurzeln bei al-Qaida haben. Sie deuteten in der Vergangenheit eine Vereinigung der Oppositionsgruppen unter einer Regierung an, der größte Rivale ist inzwischen Tahrir al-Sham geworden. Vor einigen Monaten kam es zu Kämpfen zwischen den beiden Seiten, Ahrar al-Sham musste nach nur wenigen Tagen sich geschlagen geben und wird dadurch immer irrelevanter/schwächer.

Verschiedenen Angaben zufolge ist die Bevölkerung von Idlib ebenfalls wenig erfreulich, es soll zu Protesten gegen die sechsten Astana-Gespräche und deren Ergebnis gekommen sein.

Tahrir al-Sham erobert Idlib vollständig

Die größte islamistische Gruppierung Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) konnte die vollständige Kontrolle über die einst 165.000 große Provinzhauptstadt Idlib erringen, nachdem der derzeitige Kontrahent Ahrar al-Sham vertrieben wurde.

Eigentlich herrscht eine Waffenruhe zwischen den beiden Fraktionen, nachdem sich Ahrar al-Sham nach den dreitägigen Kämpfen unter Druck gesetzt fühlte und reihenweise Dörfer verlor und eigene Mitglieder desertierten. Mehrere Hauptquartiere von Ahrar al-Sham und Verbündeten wurden gestürmt, in den Außenbezirken kam es noch zu Kämpfen. Tahrir al-Sham soll eine Autobombe genutzt haben, die elf Personen das Leben kostete.

Neben Idlib eroberte man nach der eigentlichen Waffenruhe auch die Orte Darat Izzah, Salqeen, Jarjanaz, Mar Shamareen, Talmanas und Maar Shoureen, meistens Dörfer nördlich von Idlib. Außerdem griff HTS weitere Hauptquartiere „in der Nähe der Küste“ an, was dann der Region um Latakia entsprechen würde. Der Mitbegründer Abu Muhammad al-Shuhayl von Tahrir al-Sham bzw. Jabhat al-Nusra wurde währenddessen vergiftet in Idlib aufgefunden.

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Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham einigen sich auf Waffenruhe

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Dokument von Ahrar al-Sham zur Bestätigung der Waffenruhe

Die zwei größten und islamistischen Gruppierungen Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham scheinen sich am Freitag auf eine Waffenruhe geeinigt zu haben. Zuvor kam es zu dreitägigen Kämpfen in der ganzen Provinz von Idlib, Aleppo und Hama, wobei eine besonders intensiv an der türkischen Grenze waren.

Außerdem beschloss man in den Vereinbarungen die Freilassung aller Gefangenen und den Abzug von Ahrar al-Sham aus der Umgebung des syrisch-türkischen Bab al-Hawa-Grenzüberganges, der als das primäre Ziel von Tahrir al-Sham galt. Dieser wird zukünftig unter „ziviler Administration“ gestellt. Auch werden die eigentlich von Ahrar al-Sham angeordneten Kämpfer wieder nach Jarablus in Nord-Aleppo zurückgeschickt, nachdem sie in der Umgebung von Atmeh Unterstützung leisteten.

Insgesamt kann man die Operation als klaren Gewinn für Tahrir al-Sham bezeichnen, nicht nur konnte man viele Dörfer und Städte (siehe nähere Details hier) erobern sondern ist jetzt in der Position, den einzigen Grenzübergang der Opposition zur Türkei zu bedrohen und damit die Unterstützung der Türkei und Katar für Ahrar al-Sham zu versiegen. Nebenbei spalteten sich mehrere Gruppen von Ahrar al-Sham ab, die sie noch mehr schwächen.

Eskalationen zwischen den beiden einst traditionellen Verbündeten (es gab sogar Verhandlungen über eine Vereinigung) sind nichts ungewöhnliches, besonders in Zeiten der Waffenruhe und damit ohne einen gemeinsamen Gegner. Inzwischen kämpfen beide Seiten über die Herrschaft von Idlib, Tahrir al-Sham wählte sogar strategisch den ehemaligen, internationalen Pressesprecher von Ahrar al-Sham Abu Jaber Shaykh zum Anführer (Emir). Dennoch ist die derzeitige Intensität ungewöhnlich, zuvor wurde noch nie derartig schwere Waffen eingesetzt und über ganz Idlib gekämpft.

Tahrir al-Sham und Ahrar al-Sham können beide Beziehungen zu al-Qaida aufweisen. Während Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als al-Nura und Jabhat Fateh al-Sham) den offiziellen Ableger bzw. die offizielle Abspaltung ebendieser darstellt, sind die Beziehungen bei Ahrar al-Sham wesentlich versteckter. Der Mitbegründer Abu Khalid al-Suri z.B. war ein enger Freund von Osama bin Laden. Ohnehin durchlebt Ahrar al-Sham derzeit einen Imagewechsel hin zu einer „moderateren“ Position, z.B. legitimierte man die Verwendung der FSA-Flagge und deren Einbeziehung ins Logo. In al-Arateb sollen sie bereits angeblich mehrere Fahnen der FSA gehisst haben.

Eskalation der oppositionsinternen Kämpfe in Idlib

Die Kämpfe zwischen den zwei größten und islamistischen Oppositionsgruppierungen Ahrar al-Sham und Tahrir al-Sham scheinen am Mittwoch in der Provinz Idlib völlig eskaliert zu sein. In mehreren Städten in Idlib und der benachbarten Provinz Aleppo kommt es zu Kämpfen zwischen den beiden Fraktionen und deren Proxies, teilweise auch mit schwerem Gerät wie Panzern und Selbstmordattentätern.

Den Berichten bisher zufolge übernahm Ahrar al-Sham die Städte al-Arateb und Sarmada, nachdem es in der vorherigen Nacht zu Kämpfen zwischen den beiden Seiten kam. Die Straße von Sarmada nach Idlib wurde gesperrt, die Region zum Militärgebiet erklärt worden. Tahrir al-Sham hingegen übernahm al-Dana und Positionen südlich von Saraqib. Außerdem überhändigten sie Kafrnabel (ehemals eine Hochburg der FSA) und Hazarin an die Free Idlib Army. Die Free Idlib Army wurde von Tahrir al-Sham als diplomatischer Vermittler ins Leben gerufen, da er zu beiden Seiten gute Beziehungen pflegt. Bisher kam es noch zu keiner Einigung.

Das Hauptquartier von Ahrar al-Sham wurde diversen Angaben zufolge von einem Selbstmordattentäter bzw. Autobombe (SVBIED) angegriffen. Ahrar al-Sham beschuldigte ein Mitglied von Tahrir al-Sham für die Tat, die jedoch verneinten jegliche Beteiligung daran. Daraufhin nahm Ahrar al-Sham zwölf Mitglieder des Gegners fest.

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Panzer von Ahra al-Sham in al-Arateb

Eskalationen zwischen den beiden einst traditionellen Verbündeten (es gab sogar Verhandlungen über eine Vereinigung) sind nichts Ungewöhnliches, besonders in Zeiten der Waffenruhe und damit ohne einen gemeinsamen Gegner. Inzwischen kämpfen beide Seiten über die Herrschaft von Idlib, Tahrir al-Sham wählte sogar strategisch den ehemaligen, internationalen Pressesprecher von Ahrar al-Sham Abu Jaber Shaykh zum Anführer (Emir). Dennoch ist die derzeitige Intensität ungewöhnlich, zuvor wurde noch nie derartig schwere Waffen eingesetzt und über ganz Idlib gekämpft.

Tahrir al-Sham und Ahrar al-Sham können beide Beziehungen zu al-Qaida aufweisen. Während Tahrir al-Sham (ehemals bekannt als al-Nura und Jabhat Fateh al-Sham) den offiziellen Ableger bzw. die offizielle Abspaltung ebendieser darstellt, sind die Beziehungen bei Ahrar al-Sham wesentlich versteckter. Der Mitbegründer Abu Khalid al-Suri z.B. war ein enger Freund von Osama bin Laden. Ohnehin durchlebt Ahrar al-Sham derzeit einen Imagewechsel hin zu einer „moderateren“ Position, z.B. legitimierte man die Verwendung der FSA-Flagge und deren Einbeziehung ins Logo. In al-Arateb sollen sie bereits angeblich mehrere Fahnen der FSA gehisst haben.

Amerikanische Luftschläge töten über 100 oppositionelle Kämpfer

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Ein Tag vor dem Amtsantritt von Donald Trump hat die amerikanische Luftwaffe mithilfe einiger Drohnen und eines B-52-Bombers ein Trainingslager von Jabhat Fateh al-Sham in der Provinz Idlib zerstört, wo zwischen 100 und 150 Kämpfer getötet wurden. Die Militärbasis, welche bis 2012 dem 80th Regiment der Syrisch-Arabischen Armee gehörte,  wurde vom (ehemaligen) syrischen al-Qaida-Ableger Fateh al-Sham und von der USA unterstützten und finanzierten Oppositionsgruppierung Nour al-Din al-Zenki verwaltet, nachdem man 2015 gewaltsam Bündnispartner wie Harakat Hazzm aus dem Gebiet vertrieben hat.

 

Die Militärbasis „Sheikh Suleiman“ wurde 2013 bei einer koordinierten Offensive der Opposition erobert, dabei kooperierten Fateh al-Sham (damals al-Nusra), Tawhid Brigade (FSA) und Muhajireen Group. Dabei waren vor allem Islamisten aus den kaukasischen Staaten involviert, wie die „Muhajireen“ damals den Zweck einer solchen Sektion von al-Qaida erfüllte. 2014 spaltete sich die Tawhid Brigade, große Teile desertierten zu Harakat Hazzm, Andere zu Nour al-Din al-Zenki. Harakat Hazzm fiel später aufgrund der ausländischen Unterstützung des Westens in Ungnade von al-Nusra und wurde dann später gewaltsam in die Türkei vertrieben.

Seit dem Jahreswechsel flog die amerikanische Luftwaffe vermehrt Angriffe auf hohe Persönlichkeiten von al-Qaida, die mit verschiedenen Gruppen in Syrien verbandelt sind. Der Angriff eines Trainingslagers und die hohe Zahl an getöteten Kämpfern ist aber äußerst ungewöhnlich und könnte erste Anzeichen eines Einflusses von Donald Trump auf die amerikanische Außenpolitik zeigen.

Opposition bricht erneut die Vereinbarungen, zerstört Busse zur Evakuierung

Am letzten Freitag sperrte die Syrisch-Arabische Armee und seine Verbündeten den einzigen Evakuierungsweg entlang verschiedener Viertel im Südwesten der Stadt mithilfe von LKWs und Sandbarrieren, nachdem die oppositionellen Kämpfer mehrfach gegen die ausgehandelten Vereinbarungen verstoßen hatten. Zu Beginn dieser Aktion waren die Hauptakteure schiitische Milizen und Bürger, die den Weg für die Busse und Fahrzeuge des Roten Halbmondes versperrten. Später kamen dann auch offizielle Institutionen der syrischen Regierung dazu. Was war der Grund dafür?

Erste Vorwürfe der Regierung lauteten vergleichsweise behutsam: Oppositionelle Kämpfer sollen Waffen mit sich getragen haben, die nicht in der Vereinbarung standen. Zu diesen gehören leichte Waffen, die man mit sich mittragen kann. Später kam dann auch der Faktor hinzu, dass sie Gefangene mitnehmen wollten, die Angehörige der Syrisch-Arabischen Armee sind und/oder anderweitig der Regierung angehören. Ob sie auch gesuchte Verbrecher wie Omar Salkho (die Person, die das 13-jährige Kind geköpft hatte) mitnehmen durften, ist unklar.

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Zerstörter Bus in Fu’ah, nachdem er von Jaysh al-Fateh angegriffen wurde

Der primäre Grund ist aber in einem wesentlich schwerwiegenderen Vertragsbruch zu finden: Der Evakuierung von Fu’ah und Kafarya. Nicht nur sollten die übrig gebliebenen Zivilisten & Kämpfer aus Ost-Aleppo evakuiert werden, sondern auch vor allem Alte und Verletzte aus den belagerten Orten Fu’ah und Kafarya. Beide Dörfer liegen direkt östlich von der Stadt Idlib, Hochburg der Opposition und dem islamistischen Bündnis Jaysh al-Fateh, welches von Jabhat Fateh al-Sham angeführt wird. Die mehrheitlich schiitischen Einwohner sind seit über einem Jahr trotz angeblicher Waffenruhe dem Artilleriebeschuss der Opposition ausgesetzt. Immer wieder gibt es tote Zivilisten, die Orte werden nur notdürftig per Luftbrücke versorgt. Dementsprechend hielt man es für eine gute Idee, rund 4.000 Einwohner (insgesamt leben dort 15.000-30.000 Zivilisten) zu evakuieren. Dafür werden wiederum 1.500 Zivilisten aus Madaya westlich von Damaskus evakuiert, welcher ebenfalls seit Jahren belagert wird. In Ost-Aleppo warten schätzungsweise noch maximal 5.000 Zivilisten und noch mehr Kämpfer auf eine Evakuierung.

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Nachdem es am 17. Dezember zu einer Deeskalation der Lage kam, die Straße um Ramouseh in Aleppo geräumt wurde und ein erneuter, gleicher Deal beschlossen wurde, eskalierte die Situation am 18. Dezember vollends: Kämpfer um Jaysh al-Fateh und weiteren Oppositionsgruppen zerstörten die Busse in Fu’ah und Kafarya, nachdem diese den Ort betreten hatten und die Tage zuvor aufgehalten wurden. Dabei wurde mindestens ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes getötet. Fateh al-Sham (ehemals al-Nusra) droht nun, jede Person umzubringen die die beiden Orte verlassen möchte. Eine frühere Evakuierung Ost-Aleppos und der beiden Orte scheint insofern sehr unwahrscheinlich, der Grund dafür umso offensichtlicher entgegen der Behauptungen mancher Personen und Medien.

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Erneut Kämpfe innerhalb von islamistischen Gruppen

Die salafistisch-jihadistische Jund al-Aqsa gerät in Kämpfe gegen die islamistische und zweitgrößte Oppositionsgruppe Ahrar al-Sham – erneut. Deren Auswirkungen und Gründe für das erneute Aufflammen eines wohl nicht enden wollenden Konfliktes.

Vor knapp einer Woche brachen erneut Grabenkämpfe zwischen Jund al-Aqsa und Ahrar al-Sham aus, der folgende Vorwurf lautete: Jund al-Aqsa (JaA) soll den führenden Kommandanten der Abo Dujana-Gruppierung, einer Untergruppe von Ahrar al-Sham (AaS), in al-Bara (Idlib-Provinz) entführt haben. Zum gleichen Zeitpunkt sollen mehrere Basen von AaS in Saraqib & Khan Sheikhoun angegriffen worden sein, laut Vorwürfen von AaS sollen daran auch mehrere Daesh-Schläferzellen mit Verbindungen zu Raqqa aktiv gewesen sein. Als Resultat warf AaS der JaA vor, Daesh-Schläferzellen in der Idlib-Provinz zu schützen und dabei die „Revolution“ zu verraten. Ebenfalls veröffentlichte AaS ein 24-stündiges Ultimatum, was die Freilassung der Gefangenen vorieht.

Daraus resultierend publizierte JaA ebenfalls ein Statement welches wiederum AaS vorwirft, mehrere JaA-Kämpfer zu entführen und damit die wichtige Offensive in Nordhama zu unterbrechen, wo JaA die Speerspitze bildet. Die Zeichen standen also – erneut – auf eine höchstmögliche Eskalation beider Fraktionen, beide warfen sich gegenseitig die Entführung von Mitgliedern vor, JaA griff mehrere Basen an. Auch die verzweifelten Versuche von verschiedenen Schariakomitees eine Schlichtung zu vollführen waren nicht von Erfolg geprägt. Alle Zeichen deuteten auf Krieg.

Die quantitativ und qualitativ unterlegene JaA (eine eher mittelgroße Oppositionsgruppe) konnte zu Beginn bis auf einige weitere Entführungen (z.B. in Kafr Sajna oder al-Tulaysiyah ), Ermordungen von einigen Kommandanten der AaS (zweitgrößte Oppositionsgruppe) und kleineren Scharmützeln vor AaS-Basen keine besonderen Erfolge verzeichnen, sie wurde nach einigen Tagen in Marat al-Numan, Al-Hamdaniya, Jarjanaz, Sarmada, Al-Mastouma, Kafrouma und Sarmin zurückgedrängt. Die Unterlegenheit konnte JaA aber mit ihren Radikalismus wett machen: Als Reaktion darauf entführte man weitere AaS-Mitglieder in Kafrsejna, Maarzita, Saraqib, Kafrsejna und verursachte angeblich ein Massaker vor einem Krankenhaus in der Hama-Provinz: Über 30 Kämpfer von Ahrar al-Sham sollen dabei ermordet worden sein. JaA konzentrierte sich danach eher auf das Zentrum von Idlib, zog sich aus weniger relevanten Positionen wie in Sukayk & Saraqib zurück.

Aus anfänglichen Verlusten wurden durchaus auch Erfolge, so wurde der AaS-Kommandant der Hama-Region Abu Abdullah bei einem Überfall in Jabal Zawiyah (Idlib) getötet, Abo Osama Jedraya als Anführer des „Abo Talha al-Ansari Battalion“ in Adlin und Ali Hilal al-Ahmad in Saraqib ermordet, alles dank Schläferzellen und Unterstützung in besonders radikalen Teilen der Opposition. Verschiedene Checkpoints wie in Kafranabel oder al-Tulaysiyah wurden erobert. Dennoch gab es am selben Tag auch Rückschritte, so wurde der Anführer des „Ja’far al-Tayyar Battalion“ Mohamad Abo Hashem in Miri festgenommen. Ebenfalls fand AaS mehrere gestohlene Kunstschätze in einigen JaA-Basen. Auch hatte man Desertationen sowohl nach Jaysh al-Fateh (z.B. vom Pressesprecher der Gruppe Abu Abdullah) als auch angeblich von 75 bis 100 Kämpfern nach Daesh zu beklagen; immerhin war JaA weiterhin die Gruppierung mit einem höchstmöglich radikalen Profil und den guten Verbindungen zu Daesh, wie bereits ähnlich hier niedergeschrieben wurde. Außerdem erhöhte sich ebenfalls der Druck von Seiten der Regierung, in der Zwischenzeit organisierte sich die Syrisch-Arabische Armee (SAA) neu und konnten mithilfe der Tiger Forces eine Gegenoffensive einleiten und dabei verschiedene Dörfer im Osten einnehmen, darunter Ma’an oder Kawkab, worunter auch einige JaA-Kommandanten wie Hanan Abo al-Leith starben.

Letzten Endes war der entschiedene Faktor dennoch die verschiedenen Oppositionsgruppen und deren Umgang mit dem Konflikt; von den bereits angesprochenen Schariakomitees gab es ebenfalls auch einige Zivilgruppen und weitere militärische Fraktionen die sich alle recht einseitig auf Seiten von Ahrar al-Sham stellten. Jabhat Fateh al-Sham (JFS) aka al-Nusra als dominierende Macht agierte in dem Falle als objektiver Vermittler beider Rollen, verschiedene Schariakomitees  (besonders die mit Einfluss von AaS) riefen eine „Fatwa“ gegenüber JaA aus. Verschiedene Gruppen organisierten Proteste der „Bevölkerung“ gegen die inneren Grabenkämpfe.

Die restlichen Oppositionsparteien involvierten sich recht schnell, Faylaq al-Sham13th Division halfen AaS bei Angriffen in Saraqib. Weitere Gruppen wie Jaysh al-Tahrir, Suqor al-Sham (welche wiederum später von JFS in Ariha angegriffen wurden dafür), Fastaqem Kama Umirt,  Jaish al-Mujahideen, das zweitgrößte Aleppo-Bündnis Fateh Halab und 15 weitere Oppositionsgruppen (u.a. al-Zenki, Jaish al-Islam, Faylaq al-Sham) stellten sich offiziell in der Angelegenheit auf der Seite von Ahrar al-Sham.

Nachdem also die Kräfteverhältnisse für alle beteiligten Seiten offensichtlich waren und JaA in ihrer letzten großen Bastion in Idlib (Sarmin) von Ahrar al-Sham belagert wurde kam es zu einer interessanten Entwicklung, die den Kreis der Entwicklung von Jund al-Aqsa erneut schließt: JaA  schwor als letzten Ausweg seine Treue zu JFS, der Gruppe wo sie sich vor rund 3 Jahren losgelöst haben. Dem Treueeid (Bay’ah) sollen rund die Hälfte der ehemaligen Größe (geschätzte ~1.600 Kämpfer) gefolgt sein. Als Reaktion darauf veröffentlichte angeblich Ahrar al-Sham ein Pressestatement welches diesem Deal zustimmt, solange man nun aufhöre Daesh-Schläferzellen zu unterstützen und „Kriminelle“ an die jeweiligen Schariagerichte übergebe.

Die Au­then­ti­zi­tät dieses Papiers wird aber angezweifelt, es soll sich maximal nur um ein Positionspapier niedrigerer Kommandanten handeln. Pressesprecher von Ahrar al-Sham Abo Yusuf al-Muhajir sagte hingegen dass man diesen „Bay’ah“ nicht akzeptieren werde und weiterhin entschlossen gegen JaA kämpfen wird. Weiterhin sagten auch weitere Gruppen, dass es sich hierbei um einen „Verrat“ von JFS handelt und man diese Verhandlungen nicht akzeptieren wird. Kurz danach attackierte AaS in Sarmin, Hish & al-Nayrab. Die Beziehungen schienen sich zu verschlechtern, als man erneut einen Diplomatieversuch unter der Obhut von JFS startete. Es kam zu gegenseitigen Zugeständnissen: JFS beteuerte dass es bei dem Treueschwur nur um Mitglieder handelt die nicht aktiv an den Kämpfen teilnehmen (ergo nicht die gesamte Gruppierung) und dafür es zu gegenseitigen Entlassung von Gefangenen kommt. 2 Tage später wurden auch 57 Gefangene gegenseitig ausgetauscht/entlassen.

Nachdem scheint sich die Situation wieder abgekühlt zu haben, es kommt angeblich weiterhin zu sporadischen Plänkeleien in Idlib, Diese sollten sich aber schnell von selber auflösen. Dieser Konflikt war wohl nicht nur die größte Eskalation zwischen Ahrar al-Sham & Jund al-Aqsa, sondern auch stärkstes Überbleibsel von der Bewertung vom Umgang mit Daesh, nachdem Daesh sich 2013 unabhängig erklärt hatte. Während Jund al-Aqsa sie weiterhin als ideologischen Verbündeten ansehen, sieht der Rest der Opposition sie weiterhin als machtpolitischen Gegner trotz fehlender, ideologischer Differenzen.  Außerdem war es auch eine Zerreißprobe für die Beziehungen zwischen Ahrar al-Sham und Jabhat Fateh al-Sham, die größten Gruppen und Mitglieder im größten Oppositionsbündnis Jaysh al-Fateh. Eine für ehemalig gar nicht unwahrscheinlich gehaltene Fusion beider Gruppen rückt dadurch in die Ferne. Größer Nutznießer kurz- und langfristig wird die syrische Regierung sein. Und ein Einblick auf ein Nachkriegssyrien, wo die Opposition gewinnen würde.

 

Explosion am türkischen Grenzübergang – mindestens 30 Tote & Verletzte

Bei Einem der letzten offiziellen Grenzübergängen zwischen der von der Opposition gehaltenden Provinz Idlib und der Türkei soll sich ein Bombenanschlag ereignet haben, der zu mindestens 30 toten Kämpfern der Opposition geführt haben soll. Ebenfalls gibt es Berichte von türkischen Grenzsoldaten als Opfer.

Die anfängliche Annahme einer Autobombe wurde schnell fallengelassen und so geht man inzwischen von einem Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürtel aus. Bei den Opfern soll es sich um die von der USA unterstützten und finanzierten Gruppierungen „Faylaq al-Sham“ und „Harakat Nour al-Zinki“ gehandelt haben.

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Dem Ziel zu entnehmen könnte es sich höchst wahrscheinlich entweder um die üblichen, internen Streitigkeiten der Opposition zwischen Jaysh al-Fateh/Jabhat Fatah al-Sham (ehemals al-Nusra) handeln. Außerdem besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit von reaktivierten Daesh-Schläferzellen nahe Idlib, die dort bereits im November 2013 die Bevölkerung terrorisierten und z.B. einen 150 Jahre alten Baum absägten, da nach ihren Aussagen die Einwohner als „Gott verehrten“. Aufgrund der Nähe zur Türkei würde sich aber Daesh wie üblich nicht zu diesem Anschlag erkennen (wollen). Die Zahl könnte weiterhin steigen.

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Edit 15.08.: Die Nachrichtenagentur AMAQ erzählt dass sich Daesh offiziell dazu bekannt hat und die Opferzahl auf ~50 Tote beziffert. AMAQ ist das mediale Sprachrohr des IS.

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