Irakisches Verteidigungsministerium erklärt Ost-Mossul für vollständig befreit

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Karte vom Vortag, grün ist die Irakische Armee

Der gemeinsame Operationsraum der Irakischen Armee für die Mossul-Offensive lies in einer Fernsehansprache die Verlautbarung verkünden, dass das gesamte Gebiet der Stadt Mossul östlich des Euphrates von Daesh befreit wurde. Die letzten verbliebenen Kämpfe dauerten im Norden im Viertel al-Rashidiyah an.

Nachdem Daesh bis zum Jahresanfang einen erbitterten Widerstand gegen die Irakische Armee in den östlichen Vierteln leistete und vor allem Eliteeinheiten wie die „Golden Division“, oder „Rapid Intervention Forces“ die größten Verluste zufügte, fiel Mossul wie ein Kartenhaus seit Anfang Januar zusammen. Das eigen gesetzte Ziel von Premierminister Abadi wurde aber nicht erreicht, trotz zuvor aufkeimenden Optimismus konnte man die gesamte Stadt nicht bis Ende des Jahres (2016) erobern. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:

  1. Daesh nutzte über die 3 Monate mehr als 100 Selbstmordattentäter in verschiedenen Varianten: Sprengstoffgürtel, mithilfe von Autobomben, Drohnen, in Panzern, Gebäude usw. Im urbanen Häuserkampf können solche Selbstmordattentäter aus jedem beliebigen Gebäude, aus jeder nächsten Kreuzung auftauchen und sich damit mitten in einen Konvoi der Armee in die Luft sprengen.
  2. Ein weiterer nicht zu verachtender Faktor ist der politische Druck, der vor allem vom irakischen Parlament ausging. Die „Golden Division“ stand zu Beginn im Osten alleine in Mossul da, die restlichen Divisionen und Einheiten kämpften weiterhin in den Dörfern um Mossul. Anstatt auf diese zu warten machte vor allem Abadi weiterhin Druck, die Operation in Mossul weiterzuführen. Das Ergebnis im November: 40% aller Verluste sind bei der „Golden Division“ zu finden.
  3. Die Abwesenheit anderer Milizen/der PMU: Vor allem aufgrund medialen und politischen Druckes der Monarchien auf der arabischen Halbinsel wurde es dem Milizenbündnis (ähnlich der NDF in Syrien) der PMU verwehrt, auch nur einen Fuß in Mossul zu setzen. Der Vorwurf: Die schiitische (obwohl zu 40% aus Sunniten bestehende) Organisation habe sich an verschiedenen Kriegsverbrechen und ethnischen Säuberungen zuschulden gemacht. Dementsprechend führte man eine eigenständige Offensive im Süden der Stadt in Richtung Tel Afar aus: Hunderte km² wurden dabei erobert und Mossul vom Restterritorium des Kalifats abgeschlossen.
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Der enorme Fortschritt in nur 17 Tagen ist klar offensichtlich

Die Hauptlast der Schlachten liegt insofern klar ersichtlich auf den Schultern der Irakischen Armee, die Peschmerga hatte minimale Eroberungen im Nordosten zu verzeichnen, die restlichen Milizen hingegen konnten große Teile im Süden der Provinz Ninewa erobern.

Seriöse Zahlen zu den Verlusten zu finden ist hingegen kompliziert, die UN zählte im November 334 zivile Tote in der Provinz Ninewa (Provinz von Mossul) und fast 2.000 militärische Verluste auf Seite der irakischen Regierung (darunter fallen auch Peschmerga und andere Milizen). Einige Quellen behaupten sogar von insgesamt 2.200 getöten Zivilisten im November & Dezember in Ninewa. Zwischen dem 18. Dezember und 17. Januar sind nach eigenen Angaben 58 Selbstmordattentäter genutzt worden, 1500 irakische Soldaten getötet und 185 Fahrzeuge (darunter ein Helikopter, 6 Abrams- und 5 T72-Panzer) zerstört worden sein.

Irakische Generäle haben aber bisher keinen besonderen Optimismus verkündet: Der westliche Teil ist nach eigener Aussage „die Mossul-Operation 2.0“.

 

Wer ist an den neuen Friedensverhandlungen beteiligt?

Am 23. Januar sollen sich im Kontext der türkisch-russischen Waffenruhe (mit Ausnahmen) die verschiedenen Interessengruppen in Astana (Kasachstan) treffen, um einen gemeinsamen Friedensprozess auszuhandeln, ein politischer Deal ist nicht das Ziel dieser Gespräche. Welche Gruppen sind an der Waffenruhe beteiligt um einen wirklichen Frieden durchzusetzen, oder wird ein Frieden überhaupt möglich sein?

Insgesamt sind alle Nationen zu den Verhandlungen eingeladen, insofern sie irgendeinen Fuß im Stellvertreterkrieg in Syrien haben. Als Hauptinitiatoren der Verhandlungen sind Russland und die Türkei an Bord, Saudi-Arabien oder die USA sind ebenfalls dazu eingeladen. Wesentlich interessanter aber sind die syrische Gruppierungen, die dort involviert bzw. abwesend sind. Anwesende Länder sind Syrien, Iran, Türkei und Russland. Das irakische Kurdistan und die Turkmenen schicken ebenfalls eine Delegation, die USA erscheint nur mit ihren kasachischen Botschafter als Beobachter.

Ablehnende Gruppen:

  • Ahrar al-Sham
  • Faylaq al-Rahman
  • Harakat Nour al-Din al-Zenki
  • Thuwar al-Sham
  • Jaysh Idlib
  • Jaysh al-Mujahideen
  • Jabhat Fateh al-Sham
  • Jund al-Aqsa

Zustimmende Gruppen:

  • Faylaq al-Sham
  • Sultan Murad
  • Sham Front
  • Jaysh al-Izza
  • Jaysh al-Nasr
  • 1st Coastal Division
  • Liwa Shuhada al-Islam
  • Fastaqem Union
  • Jaysh al-Islam
  • Soqour al-Sham
  • FSA Southern Front

Auffällig sind zwei Dinge: Zunächst sind die meisten zustimmenden Fraktionen in der türkischen Offensive „Euphrates Shield“ im Norden Syriens involviert, die aktiv bei al-Bab gegen den Islamischen Staat kämpfen. Diese kämpfen insofern auch nicht aktiv, oder zumindest in sekundärer Weise, gegen die syrische Regierung, was eine solche Waffenruhe vereinfacht. Der zweite Punkt ist für den Erfolg der Waffenruhe aber wesentlich entscheidender: Die zwei größten Fraktionen (Jabhat Fateh al-Sham und Ahrar al-Sham) lehnen den Deal kategorisch ab, immerhin werde er als „Verrat an der Revolution“ gesehen. Solche Ereignisse gibt es oft in kleinerer Dimension: Wenn Kämpfer im Kontext von verschiedenen Verträgen nach Idlib transportiert werden, werden einige dieser Kämpfer auf „mysteriöse Weise“ tot entdeckt. So z.B. wurde ein FSA-Kommandat aus Darayya bei Damaskus nahe der türkischen Grenze tot aufgefunden. Der Grund: Er soll in einem Fluss ertrunken sein.

Diplomatische und militärische Vertreter der jeweiligen Gruppierungen schicken folgende Diplomaten in die Verhandlungen:

Vertreter der Regierung: 

  • Bashar al-Jafaari, UN-Botschafter für Syrien in den Vereinten Nationen
  • Ahmed Arnous, Vertreter des Außenministeriums
  • Riad Haddad, Syrischer Botschafter in Moskau
  • Ahmed al-Kuzbari, Syrischer Parlamentarier
  • Haidar Ali Ahmed, Diplomat
  • Osama Ali, Syrisches Außenministerium
  • Amjad Elissa, Syrisches Außenministerium
  • 3 weitere Militärs

Vertreter der Opposition:

  • Mohammed Alloush, Verhandlungsführer & von Jaysh al-Islam
  • Yasser Abderrahim, Faylaq al-Sham
  • Mondher Seyras, Faylaq al-Sham
  • Said Neqrash, Liwa Shuhada al-Islam
  • Hossam Yassin, Sham Front
  • Mustafa Birou, Fastaqim Union
  • Ahmed Sultan, Sultan Murad
  • Mamoun Hajj Mustafa, Soqur al-Sham

Vertreter der politischen Opposition:

  • Abelkahim Bashar
  • Nadhir al-Hakim
  • Nasser al-Hariri
  • Osama Abu Zaid
  • Yahia al-Aridi
  • Hisham Marwa
  • Khaled Shehabiddine
  • Ammar Tebbab

 

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Mohammed Alloush

Die Delegation der Opposition besteht vor allem aus unbekannten Personen, die zuvor nicht ins Rampenlicht getreten sind. Die diplomatische Opposition hingegen spielt keinerlei Rolle für die faktische Situation in Syrien und wird dementsprechend auch keine relevante Position in den Gesprächen einnehmen.

Als wirklich erwähnenswerte Person gilt Mohammed Alloush, Stellvertreter für Jaysh al-Islam und ehemaliger Verhandlungsführer für die Friedensgespräche der UN in der Schweiz, die mehrmals scheiterten.

Mohammed Alloush ist der Bruder von Zahran Alloush, ehemaliger militärischer Führer von Jaysh al-Islam, welcher am 24. Dezember 2015 durch einen russischen Luftschlag in Ost-Ghouta getötet wurde. Zuvor galt er als „charismatische Führungsperson“, die vom Westen als Nachfolger als syrischer Präsident gehandelt wurde. Nichtsdestotrotz zeigte er in verschiedenen Interviews ganz klar eine islamistisch-extremistische Position in vielen verschiedenen Fragen, z.B. wollte er die Alawiten ermorden und ein typisches Kalifat errichten.

Sein Bruder tätigt solche Aussagen alleine aufgrund seiner diplomatischen Rolle nicht, aber auch er bewies wenig Fingerspitzengefühl in den Verhandlungen: Mitten in der ersten amerikanisch-russischen Waffenruhe zu Beginn des Jahres 2016 forderte er oppositionelle Kämpfer dazu auf, weiterhin gegen die Armee zu kämpfen (siehe Tweet). Seine „Erfolgskarriere“ in den verschiedenen UN-Friedensgesprächen in der Schweiz sollten ein böses Omen für den Ausgang des Versuches dieser Verhandlungen sein, nicht umsonst trat er später mitten in den Genf-Gesprächen aus der Delegation aus, einfach weil sie keinen Erfolg erzielten.

Armee startet kleine Offensive in Südaleppo

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Die Syrisch-Arabische Armee unter dem Kommando der Spezialeinheiten der „Republican Guards“ startete am Abend des 22. Januars einen kleinen Überraschungsangriff westlich von Khanasser, in dem prompt einige Hügel im Hos-Gebirge eingenommen wurden und die einzige Landverbindung nach Aleppo damit umso mehr gesichert wird. Zwei Tage zuvor kam es zu einer weiteren kleinen Offensive auf der anderen Seite der Straße, wo mehrere Dörfer von Daesh erobert wurden. Möglicherweise wurden in dem Zeitpunkt einige Teile der dortigen oppositionellen Gruppierungen abgezogen, namentlich Jund al-Aqsa und Jabhat Fateh al-Sham. Diese beiden Gruppen fechten zurzeit in Idlib einige Plänkeleien gegen Ahrar al-Sham aus.

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T-90 bei Khanasser

 

Situationsupdate für Aleppo, Palmyra & Deir ez-Zor

Ost-Aleppo

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Die von der Syrisch-Arabischen Armee unter dem Kommando der offensiven Eliteeinheit „Tiger Forces“ initiierte Offensive gegen Daesh im Osten der Provinz Aleppo konnte am 2. Tag erneut kleine Erfolge vermelden: Die Dörfer Afrin und al-Shahroor konnten erobert werden. Aufgrund der doch durchaus niedrigen Geschwindigkeit der Offensive bei sehr niedrigen Widerstand könnte es sich zuvor auch nur um eine „Frontbegradigung“ des dortigen Territoriums handeln, wobei wiederum dann nicht die Tiger Forces eingesetzt werden müssten.

Am 19. Januar kam zum momentanen Zeitpunkt zumindest ein weiteres Dorf hinzu: al-Bahralhin. Zurzeit finden Kämpfe bei Suran weiter nördlich statt, welches wohl ebenfalls in den nächsten Stunden fallen wird. Beide Orte sind fast 15km von al-Bab entfernt, welches aber wohl nicht dem primären Ziel der Offensive gilt.

Am 20. Januar kam ebenfalls Shamer westlich von Suran dazu, gefolgt von Marran, Sarjah Saghirah und Sarjah Kabirah.

Inzwischen wurden in der Provinz Aleppo auch verbündete Luftschläge zwischen der syrischen Regierung, der Türkei und Russland beschlossen, die Daesh in der Umgebung um al-Bab ins Visier nehmen sollen. Damit sind es die ersten Luftschläge Syriens und Russlands in der Umgebung von al-Bab seit Anbeginn der türkisch-oppositionellen Operation „Euphrates Shield“, wo oppositionelle Einheiten ebenfalls mit Helikoptern und Jets angegriffen wurden mit dem Ziel, weitere Übergriffe auf das Territorium der Kurden/SDF zu verhindern. Kurzzeitig drohte das syrische Verteidigungsministerium auch damit, türkische Jets abzuschießen sollten sie weiterhin syrischen Luftraum verletzen.

Süd-Aleppo

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In Ost-Khanasser wird ebenfalls eine weitere Front gegen Daesh geöffnet, die verstärkten Druck ausüben soll. Dort wurden die Dörfer Sirdah, Shuraymah, Rasem, Askar, Masudiyah, Atshanah, Jadeda und Mayal erobert. Die Straße zwischen al-Safira und Ithriya ist die einzige Landverbindung zwischen der von der syrischen Regierung gehaltenen Teils Aleppos und dem Rest Syriens. Dementsprechend war die Straße öfters Überfällen ausgesetzt gewesen, sei es von Daesh oder oppositionellen Kämpfern. In einem Fall verbündeten sich sogar Jund al-Aqsa mit Daesh, um die Straße zu sperren. Der Erfolg von solchen Operationen war immer sehr kurzfristig. Angeführt wird die Offensive von der sunnitischen Miliz Liwa Imam Baqir, nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen schiitischen Brigade.

Palmyra

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Die Syrisch-Arabische Armee mit ihren verschiedenen verbündeten Milizen der NDF, Qalamoun Shield, Leopard Homs usw. konnte kleine und sichere Fortschritte in Richtung von Tadmur/Palmyra verzeichnen, auch wenn eine erwartete Großoffensive ausblieb. Man konnte vor allem das Gebiet um die T4-Luftbasis befreien und damit eine mögliche Eroberung der Basis unmöglich machen. Dazu wurde die Tiyas-Kreuzung im Süden und die Jihar-Kreuzung im Osten erobert. Damit befindet man sich fast 40km von Palmyra entfernt. Auch auf der dortigen Front wird durchaus Druck ausgeübt, damit man in Deir ez-Zor ausgelastet ist.

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Außerdem zeigen Satellitenbilder, dass Daesh nun auch versucht weitere antike Bauten in Palmyra zu beschädigen, wenn nicht gar zu zerstören. Dabei wurden mehrere Schäden im Amphitheater und Tetrapylon gefunden. Möglicherweise sind diese Schäden aber auch durch die Kämpfe zuvor entstanden, auch wenn diese nicht allzu intensiv waren.

Deir ez-Zor

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Die Situation in Deir ez-Zor ist unverändert undurchschaubar. Während verschiedene Pro-Regierungsmedien behaupten, man hielte noch in der Stadt einen schmalen Streifen entlang der Arbeiterviertel und al-Arbi, sehen Andere die Verbindung zwischen den Flughafen und dem Rest durchschniten. Nichtsdestotrotz halten weiterhin intensive Kämpfe im ganzen Kessel an, auch wenn nicht in einer solchen Intensität wie zu Beginn der Offensive.

Am Anfang konnten nach verschiedenen Berichten rund ~200 Elitekämpfer der Armee auf dem Flughafen mithilfe von Helikoptern abgesetzt werden, der Flughafen insofern durchaus weiterhin nutzbar ist. Große Teile der Bevölkerung wurden zwangsbewaffnet (darunter auch eine große Menge an Frauen), Männer die sich gegen die Zwangsrekrutierung in die Armee weigerten wurden verhaftet.

Große territoriale Veränderungen gab es jedoch insgesamt nicht, die stärksten Kämpfe finden derzeit auf dem Friedhof statt, die syrische und russische Luftwaffe unterstützt diese Fortschritte ununterbrochen seit Tagen mit Luftschlägen. Das derzeitige Wetter erschwert diese Unterstützung aber. Weitere Kämpfe finden um den gesamten Flughafen, an einem Kreisverkehr vor der Stadt, nahe der Universität in der Stadt und an der Militärbasis der 137. Brigade südwestlich von Deir ez-Zor statt.

 

Amerikanische Luftschläge töten über 100 oppositionelle Kämpfer

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Ein Tag vor dem Amtsantritt von Donald Trump hat die amerikanische Luftwaffe mithilfe einiger Drohnen und eines B-52-Bombers ein Trainingslager von Jabhat Fateh al-Sham in der Provinz Idlib zerstört, wo zwischen 100 und 150 Kämpfer getötet wurden. Die Militärbasis, welche bis 2012 dem 80th Regiment der Syrisch-Arabischen Armee gehörte,  wurde vom (ehemaligen) syrischen al-Qaida-Ableger Fateh al-Sham und von der USA unterstützten und finanzierten Oppositionsgruppierung Nour al-Din al-Zenki verwaltet, nachdem man 2015 gewaltsam Bündnispartner wie Harakat Hazzm aus dem Gebiet vertrieben hat.

 

Die Militärbasis „Sheikh Suleiman“ wurde 2013 bei einer koordinierten Offensive der Opposition erobert, dabei kooperierten Fateh al-Sham (damals al-Nusra), Tawhid Brigade (FSA) und Muhajireen Group. Dabei waren vor allem Islamisten aus den kaukasischen Staaten involviert, wie die „Muhajireen“ damals den Zweck einer solchen Sektion von al-Qaida erfüllte. 2014 spaltete sich die Tawhid Brigade, große Teile desertierten zu Harakat Hazzm, Andere zu Nour al-Din al-Zenki. Harakat Hazzm fiel später aufgrund der ausländischen Unterstützung des Westens in Ungnade von al-Nusra und wurde dann später gewaltsam in die Türkei vertrieben.

Seit dem Jahreswechsel flog die amerikanische Luftwaffe vermehrt Angriffe auf hohe Persönlichkeiten von al-Qaida, die mit verschiedenen Gruppen in Syrien verbandelt sind. Der Angriff eines Trainingslagers und die hohe Zahl an getöteten Kämpfern ist aber äußerst ungewöhnlich und könnte erste Anzeichen eines Einflusses von Donald Trump auf die amerikanische Außenpolitik zeigen.

Dritte Waffenruhe in Wadi Barada verhandelt

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Stadttor zu Ayn al-Fijeh

Diesmal scheint es endgültig zu sein: Die syrische Regierung konnte (erneut) eine Waffenruhe mit den oppositionellen Kämpfern vereinbaren, die sich in ihren Vereinbarungen der jeder anderen Waffenruhe ähnelt. Dies bedeutet: Kämpfer strecken ihre Waffen und haben die Möglichkeit, entweder von einer Generalamnestie betroffen zu sein, die wiederum eine Rehabilitierung und Wiederaufnahme eines zivilen Lebens ermöglicht, oder sich mithilfe von den „Grünen Bussen“ nach Idlib zu begeben und dort weiterzukämpfen. Da die meisten Kämpfer aber wohl aus der Region stammen und solche „Flüchtlinge“ als Verräter angesehen werden, sollten die Tendenzen klar ersichtlich sein.

Diese Waffenruhe wurde mithilfe deutscher UN-Unterstützung beschlossen, insofern sollte eine Erfolgsaussicht umso höher sein. Außerdem wird der Grund für diese Offensive, die vergiftete Wasserquelle für mindestens 4 Millionen Menschen in Damaskus, nun schlussendlich repariert werden und die geflüchteten Einwohner (laut Roten Halbmond 1.300 Menschen) können in ihre Heimat zurückkehren.

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Die militärische Lage wurde in den vergangenen Tagen immer problematischer für die Opposition, die Syrisch-Arabische Armee stand vor der Waffenruhe etwa ~200m von der eigentlichen Wasserquelle al-Fijah entfernt und isolierte das Tal Wadi Barada vollständig von Afrah aus. Nach der Waffenruhe rückte man nun nördlich weiter im libanesischen Grenzgebirge vor und eroberte den Hügel Areed al-Salman (gelb umrahmt).

Lage in Deir ez-Zor äußerst kritisch

Die militärische Situation hat sich im Vergleich zum vorherigen Tag wesentlich verschlechtert, nachdem die Großoffensive von Daesh weiter im belagerten Deir ez-Zor andauert.

Daesh hatte es in den darauffolgenden Nächten an Kämpfen geschafft, den belagerten Kessel vollständig zu teilen und den Flughafen als einzigen Nachschubweg für die Armee und zehntausende Einwohner vom Rest zu isolieren. Eingenommen wurden angeblich bisher der Friedhof, die Busstation und das Viertel al-Nafri, zwei „Arbeiterviertel“, Jiraya und Wadi al-Nishan. Außerdem wurden weite Teile des Turdah-Gebirge erobert, welches vor wenigen Monaten Opfer eines Luftschlages der „Internationalen Anti-IS-Koalition“ wurde und 100 Soldaten der Syrisch-Arabischen Armee das Leben kostete. Die Kämpfe dauern vor allem in der Innenstadt bei der Universität von Deir ez-Zor an. Durch die dominierende Position des Islamischen Staates um den Flughafen können weder Flugzeuge noch Helikopter dort landen ohne das Risiko, abgeschossen zu werden.

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Als Reaktion brachen auch einige internationale Hilfsorganisationen die Lieferung von Lebensmitteln etc. nach Deir ez-Zor ab, welches der Zivilbevölkerung nochmals Probleme bereitet. Nach Schätzungen sind zwischen 50.000-120.000 Zivilisten noch vor Ort, ohne eine Hoffnung auf Rettung. Weitere 4.000 Soldaten sollen dort aktiv sein, darunter große Teile der syrischen Eliteeinheit der Republican Guards unter dem Kommando des drusischen Issam Zahreddine. Der für die dortige Front zuständige Generalmajor Mohammed Samra wurde heute von Daesh ermordet. Laut dem dortigen Gouverneur gibt es nur noch ein (al-Assad-)Krankenhaus, in dem weiterhin unermüdlich 13 Ärzte arbeiten. Rund 50 Zivilisten wurden bisher getötet.

Die Situation scheint sich derzeit nicht zu drehen, trotz enormer Unterstützung der russischen und syrischen Luftwaffe ist die Lage kritisch. Die Syrisch-Arabische Armee versucht momentan mit einer Gegenoffensive sich wieder mit der einzigen Lebensader, dem Flughafen, zu verbinden. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.

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Armee beginnt Offensive in Ost-Aleppo gegen IS

Die Syrisch-Arabische Armee startete mithilfe von verschiedenen syrischen Milizen, der NDF und der offensiven Eliteeinheit „Tiger Forces“ vor wenigen Minuten eine Offensive im Osten der Provinz Aleppo mit dem Ziel, Daesh vollständig aus der Provinz zu vertreiben.

Bisher gibt es Berichte von insgesamt drei eroberten Dörfern: Aabed, Rasm al-Alam und Mushayrafa. Die Letzten zwei sind aber bisher unbestätigt. Die Orte dort werden wahrscheinlich nicht bis schlecht geschützt sein, da der dortige Teil des Kalifats zurzeit von allen Fronten und Fraktionen mehrfach unter Druck gerät; außerdem werden die Ressourcen zurzeit eher in al-Raqqah benötigt. Besonders in der Provinz sorgt ein Bündnis zwischen türkischer Armee und oppositionellen Gruppierungen Daesh nahe al-Bab für Druck, auch wenn es seit knapp 1 Monat zu keinen wirklichen Fortschritten dort kam. Hinzu kommt jetzt eine weitere Front im Westen.

Das langfristige Ziel ist derzeit unbekannt. Erste Ziele werden wahrscheinlich der Ort Deir Hayfer und die umliegenden Felder sein, gefolgt von der Jihrar-Luftbasis und dem gesamten Wasserkanal vom Euphrat nach Aleppo, der die Stadt mit Trinkwasser versorgt. In den vergangenen Tagen wurde diese Leitung gekappt und Aleppo scheint ähnlich wie Damaskus unter Wasserproblemen zu leiden.

Außerdem wird damit der Nachschubweg nach al-Bab versperrt und zugleich ein möglicher Korridor für eine oppositionelle Operation nach Raqqah verhindert. Langfristiges Ziel könnte auch für die Syrisch-Arabische Armee die Eroberung Raqqahs, oder Tabqas sein.

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Situation in der Provinz Aleppo

 

Endspurt in Wadi Barada

Nachdem der Verhandlungsführer für eine Waffenruhe in Wadi Barada zwischen der syrischen Regierung und oppositionellen Kämpfern ermordet wurde, gingen die Kämpfe unaufhörlich weiter und die Syrisch-Arabische Armee konnte mithilfe von Verbündeten große Teile des Kessels einnehmen.

So konnte in den vergangen Tagen Bassima, Ra’s as Sirah-Berge und Teile von Al-Husayniyah erobert werden, was den Kessel bedrohen lässt, sich in zwei Teile zu spalten. Heute kam nördlich von Bassima das kleine Dorf Ayn al-Khadra hinzu, ein direkter Nachbarort des primären Ziels, Ayn al-Fijah. In Ayn al-Fijah befindet sich die gleichnamige Wasserquelle, die 4-6 Millionen Menschen in Damaskus und Rif Dimashq versorgt und in Vergangenheit mit Diesel vergiftet wurde. Der Quelle ist man nun 1,2km entfernt.

Inzwischen sprechen oppositionelle Diplomaten selber davon, dass in Wadi Barada alle Zivilisten bereits durch einen Deal geflohen sind. Die Eroberung sei insofern kein „Krieg gegen Zivilisten“ oder der Versuch einer „ethnischen Vertreibung“ wie öfters behauptet, sondern dient der Sicherung der Wasserzufuhr für viele Millionen Menschen.

Ob der Konflikt aber mit der Eroberung der Fijah-Wasserquelle endet ist dennoch unwahrscheinlich, die syrische Regierung hatte sich das Ziel gesetzt alles in der Umgebung von Damaskus bis Sommer 2017 zu erobern. Die Vergangenheit zeigte dort die Unmöglichkeit einer diplomatischen Lösung.

 

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Anmkerung: Karte zeigt nicht die Fortschritte in Husayniyah

Deir ez-Zor unter Druck

Die letzte, belagerte Bastion der syrischen Regierung und Armee entlang des Euphrates fiel in den letzten Tagen unter Druck, nachdem Daesh eine neue Großoffensive gestern gestartet hatte. Deir ez-Zor wird seit nun mehr als 2 Jahren von Daesh belagert und ist in zwei Seiten geteilt. Vor dem Krieg hatte der Ort insgesamt 200.000 Einwohner, die heutige Zahl sollte weiterhin bei mindestens 50.000 liegen.

Daesh startete zunächst vom Osten und Norden aus eine Offensive auf die Territorien der SAA & ihren Verbündeten (u.a. verschiedene Hisbollah-Milizen) mit dem Ziel, den Nachschubweg zum Flughafen zu erobern. Der Flughafen in Deir ez-Zor ist die letzte Lebensader für die dort ausharrende Armee und zehntausende Einwohner, eine Eroberung des Flughafens könnte ein Massaker bedeuten, da alle Menschen dort keine Möglichkeit zu Flucht haben und die nächsten Positionen der Armee über 200km Wüste entfernt sind.

Es gibt widersprüchliche Angaben über den Erfolg der Operation: Während man allgemein der Ansicht ist, dass Daesh für wenige Stunden den Nachschubweg kappte, ist die genaue Situation unklar. Einige Quellen wie die Daesh-Nachrichtenagentur AMAQ berichten darüber, wie man z.B. das Workers‘ housing District, Tell Brok, oder Teile des Flughafens erobert hat. Das konnte bisher aber nicht verifiziereren, die Armee sagt hingegen wie man alle Angriffe bisher abwehren konnte und weiterhin abwehrt.

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Pro-Oppositionelle Karte der Situation in Deir ez-Zor

Verhandlungsführer von Islamisten umgebracht

In Wadi Barada im Westen der Provinz Rif Dimashq ereignete sich ein Ereignis, welches den Friedensprozess schlagartig stoppen könnte: Der ehemalige syrische General und heutiger Koordinator für einen Frieden Ahmad Ghadban in Wadi Barada wurde von Islamisten ermordet.

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Ahmad Ghadban

Ahmad Ghadban stammte aus Ain al-Fajieh, einem der Orte, die sich derzeit unter der Kontrolle von oppositionellen Kämpfern befindet und die gleichnamige Wasserquelle besitzt, die in Damaskus & Umgebung 4-6 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt. Er und seine Familie sind in der Region respektiert, nachdem man bis 2004 eine erfolgreiche militärische Karriere hinlegte und danach staatliche Aufgaben als Mitglied der Ba’ath-Partei übernahm. Aufgrund der Reputation auf beiden Seiten wurde er zum Chefkoordinator für die dort neu initiierte Waffenruhe ernannt, für die er sich auch besonders einsetzte. Teil dieser Waffenruhe ist auch die Reparatur der Wasserquelle durch Reparaturteams, die aber nach der Ermordung Ahmads zurückgezogen wurden.

Laut einigen Quellen soll der Attentäter Verbindungen zu Jabhat Fateh al-Sham aufweisen, der mehrmals auf sein Auto geschossen hatte. Der syrische Energieminister war zu dem Zeitpunkt auch präsent. Der Angreifer soll festgenommen worden sein. Die Opposition behauptet hingegen, dass Ahmad von der Hisbollah umgebracht wurde.

Regierungsunterstützende Gruppen – Teil 2

Der erste Teil ist hier zu finden. Da wenige Informationen über die folgenden Gruppen existieren, ist eine vollständige Berichterstattung zu den jeweiligen Gruppierungen nicht möglich.  Vollständigkeit wird nicht garantiert.

Teil 1

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72. Liwa al-Jabal

Eine drusische Miliz, die am 10. Januar gegründet wurde und dementsprechend wenig über sie bekannt ist. Sie soll in der Provinz Suweida operieren und damit die Heimat ihrer Mitglieder verteidigen.

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73. Hawks Regiment of the Euphrates and its Peninsula

 Gegründet am 9. Januar ist die Gruppierung ein relativ unbeschriebenes Blatt. Unklar ist derzeit auch, ob es sich um eine unabhängig agierende Fraktion, oder nur um ein neu gegründete Division der „National Ideological Resistance“ handelt, einen syrischen Ableger der Hisbollah.

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74. Qalamoun Shield

Die Qalamoun Shield wurde im Mai 2016 gegründet und besteht vor allem aus freiwilligen Syrern aus dem Osten von Damaskus und Qalamoun. Ihre Kämpferzahl soll „Hunderte“ betragen. Die Miliz kämpfte an vielen verschiedenen Fronten im Süden Syriens, von Palmyra bis zu den Golan-Höhen.

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75. Fawj Maghawir al-Badiya

Eine syrische Miliz, die dem syrischen Geheimdienst untergeordnet ist. Ihre Basis befindet sich in den schiitischen Teilen Homs und hat damit einen großen Anteil an schiitischen Mitgliedern. Die Gruppe scheint klein zu sein, über ihre Existenz von 1,5 Jahren behauptet man selber, nur 25 „Märtyrer“ in den eigenen Reihen zu haben. Aktiv ist man von Palmyra/Tadmur bis Aleppo.

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76. Quwat Dir‘ al-Amn al-Askari

Eine weitere syrische Miliz, die dem syrischen Geheimdienst und Verteidigigungsministerium nahe steht. Ihre Basis ist in Latakia und man scheint gute Beziehungen zu den Drusen zu haben. Ihre aktive Kämpferbasis sind um die ~400 und man operierte im ganzen Land.

77. Fawj Nusur Homs

Wenig bekannt ist die Gruppe, erstmals ist sie bei der Verteidigung der T4-Luftbasis westlich von Palmyra bekannt geworden. Ihre Mitglieder sind höchst wahrscheinlich syrisch und ihre Ausgangsbasis befindet sich in der Provinz Homs.

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78.Liwa al-Imam al-Mahdi

Eine weitere schiitische Gruppierung die sich in der Tradition der Hisbollah sieht. Über sie ist wenig bekannt, sie sollen an einigen Kämpfen wie z.B. in Dara’a, Aleppo, oder Ghouta involviert gewesen sein.

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79. Guardians of the Dawn

Ein Bündnis aus vielen verschiedenen christlichen Gruppierungen, die sich teilweise sogar als Kreuzritter ihrer Heimat verstehen.

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79.1. Ararat Group

Syrisch-christliche Miliz, die ihre Basis in Homs hat und enge Beziehungen zur Liwa Dir‘ al-Watan pflegt.

79.2. Usud al-Wadi

Eine Gruppe zur Selbstverteidigung ihrer Heimat Wadi al-Nasara, nahe der Grenze zu Syrien in Homs.

79.3. Usud al-Hamidiya

Miliz aus dem Hamidiy-Viertel in der Stadt Homs. Der Anführer heiß  Rami Marina. Soll im Laufe des Jahres das Bündnis aber verlassen und sich Fawj Maghawir al-Bahr angenähert haben, welche wiederum dem syrischen Geheimdienst angehörig ist.

79.4. Intervention Regiment

Persönliche Miliz von Fadi Abd al-Massih Khouri, welcher hoch angesehen wird in der Heimat seitdem er erfolgreich Maarouneh vor Jaysh al-Islam beschützt hat.

79.5. Usud Dwel’a

Miliz aus dem Dewl’a-Viertel in Damaskus.

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79.6. Usud al-Cherubim

Eine der größten christlichen Milizen in Syrien und dominierende Partei in den „Guardians of Dawn“. Ursprünglich gegründet unter der NDF um ihre Heimatstädte zu verteidigen ist die Anzahl an Mitgliedern gestiegen, wo vor allem der Tod des ersten Mitgliedes und „Märtyrers“ Joseph al-Kibba eine Rolle spielt. Inzwischen war man an verschiedenen Fronten aktiv, z.B. Darayya, Jobar, Qalamoun, oder Homs.

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80. Saraya al-Areen/Abu al-Harith Regiment

Alawitische Miliz aus Latakia. Sie weist enorme Ähnlichkeiten mit der anderen alawitischen Miliz Liwa Usud al-Hussein auf, da beide den Zweck haben für Wehrpflichtige den Dienst in der Armee aus dem Weg zu gehen und stattdessen vor allem an der eigenen Heimat als auch bei besseren Geldern zu kämpfen. Ihr Anführer ist Yisar al-Assad, welcher zur größeren Assad-Familie gehört.

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81. Katibat Jalamid Urman (Dir’ al-Jabal)

Drusische Miliz aus der Provinz Suweida. Sie stammt hauptsächlich aus dem gleichnamigen Dorf Urman und übernimmt vor allem Aufgaben der Grenzüberwachung.

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82. Kashafat al-Wilaya

Schiitische Miliz, die aus den ehemals belagerten Städten Fua und Kafarya stammt. Die Symbolik und der Ursprung ist der Gleiche wie bei den Imam Mahdi Scouts, vor allem soll es enge Beziehungen zur Hisbollah geben.

82.1. Fawj al-Sayyida al-Zahara

Dieser Teil von al-Wilaya stammt vor allem aus der Provinz Homs, wo weite Teile der Bevölkerung ebenfalls schiitisch sind.

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83.2. Fawj al-Fatimah al-Zahara

Der Teil von al-Wilaya, welcher in Fu’ah präsent ist. Diese Gruppe hat fernab eines militärischen Zweckes auch in dem Ort eine durchaus gesellschaftliche Bedeutung, Hochzeiten, Demonstrationen, oder „Familienwappen“ kommen teilweise ohne die Symbol dieser Gruppen bzw. der Hisbollah kaum aus. Dieses Segment genießt auch Unterstützung unter den Frauen.

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84. Saraya al-Tawheed

Syrisch-drusische Miliz, dessen politischer Arm die Hizb al-Tawhid al-Arabi ist. Die Gruppierung genießt enorme Beliebtheit bei den libanesischen Drusen.

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85. Labawat al-Jabal

Eine drusische Miliz, die nur aus weiblichen Mitgliedern besteht. Sie ist in Suweida aktiv und bietet vor allem Frauen ein Selbstverteidigungstraining an, woran bisher rund 250 Frauen teilgenommen haben.

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86. Liwa al-Imam Zain al-Abidain

Eine schiitische Miliz in Deir ez-Zor, die Verbindungen zur Hisbollah hat.

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87. Liwa Sayf al-Haq Assad Allah al-Ghalib

Syrisch-schiitische Miliz, dessen Präsenz wie ein Großteil anderer schiitischer Milizen in Sayyida Zainab (Damaskus) zu finden ist. Sie hegt intensive Beziehungen mit der Syrisch-Arabischen Armee und unterhält auch verschiedene Checktpoints.

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88. Kafr Saghir Martyrs Brigade

Eine recht mysteriöse Miliz, die nördlich von Aleppo aktiv ist und gegen Daesh nahe al-Bab kämpft. Das von ihnen gehaltene Territorium wird hauptsächlich als gemeinsam verwaltetes Territorium zwischen der SDF und der syrischen Regierung angesehen. Ihr Hauptziel liegt in der Bekämpfung der „türkischen Invasion“ und des Islamischen Staates. Ob die Gruppe eher Sympathien zur SDF, oder zur Regierung hegt ist unklar.

89. Tell Aran Martyrs Brigade

Eine kurdische Miliz innerhalb der Syrisch-Arabischen Armee bzw. NDF. Die Beziehungen zur SDF bzw. restlichen kurdischen Gruppen ist unklar. Sie operiert ebenfalls nahe al-bab.

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90. As-Sa’iqa/Vanguard for the Popular Liberation War

Palästinische Baath-Organisation, die von Syrien direkt kontrolliert wird. Sie ist Teil der Palestine Liberation Organization, hat politisch aber eine schwache Position inne. Aktiv ist sie in der Umgebung von Rif Dimashq.

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 91.Kata’ib Humat al-Diyar

Hauptsächlich drusische Miliz, die in Suweida aktiv ist. Ihr Anführer ist Nazih Jerbo, ein Verwandter von Sheikh Yusuf Jerbo, welcher wiederum Eine der höchsten geistlichen Autoritäten bei den Drusen einnimmt. Laut eigenen Behauptungen hat man selber rund 2.000 Mitglieder, womit man wohl Eine der größten drusischen Milizen wäre.

Anschlag in Damaskus, 7 Tote

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Schäden an einem Auto nach dem Anschlag

Im Viertel Kafrsuseh in der syrischen Hauptstadt Damaskus kam es vor wenigen Minuten zu einem Selbstmordanschlag, welcher nach momentanen Stand etwa 7 Zivilisten das Leben gekostet hatte (manche Quellen sprechen auch „nur“ von 4 Toten). Weitere 10 Menschen sollen verletzt sein. Der Attentäter soll sich mit einem explosiven Gurt in die Luft gesprengt haben, nachdem er erfolglos versuchte, das Andalus-Krankenhaus zu betreten.

Edit: Angeblich gab es auch einen zweiten Selbstmordattentäter, über den Erfolg seines versuchten Anschlages ist nichts bekannt. Die Zahl an Toten ist inzwischen auf 10 angestiegen. Außerdem führten die Terroristen noch Schießereien mit Streitkräften und Polizisten, bevor sie sich in die Luft jagten. Laut unbestätigten Berichten gab es insgesamt sogar 5 Kämpfer, wovon 1 erschossen wurde und 3 weitere fliehen konnten.

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Einer der Toten ist NDF-Mitglied Haitham Ismail

https://twitter.com/C_Military1/status/819631871697047552

Wasserversorgung für 4 Millionen Menschen in Damaskus vorzeitig gesichert

Nachdem Kämpfe im Westen der syrischen Hauptstadt Damaskus für fast einen Monat angedauert haben, scheint man am 11. Januar eine Vereinbarung zwischen oppositionellen Kämpfern und der syrischen Regierung geschlossen zu haben, die u.a. eine Rehabilitierung von verschiedenen Kämpfern und die Reparatur verschiedener Wasserquellen vorsieht, die Damaskus und Teile des umliegenden Rif Dimashq mit Trinkwasser versorgt. Seit der Eskalation der Kämpfe wurde die Wasserversorgung beendet, wovon laut der UN mindestens 4 Millionen Menschen betroffen sind. Einige Quellen behaupten auch, dass es insgesamt 6 Millionen Betroffene gibt. Die Preise für Wasser sollen vervielfacht haben, was vor 3 Wochen noch umgerechnet 1 Dollar kostete, kostet heute 25 Dollar. Es existiert ein regelrechter Schwarzmarkt für sauberes Trinkwasser.

Die Kämpfe begannen in und um Wadi Barada kurz vor Weihnachten, als allgemeiner Grund gilt die Vergiftung der Wasserquellen al-Barada und al-Fajeh mit Diesel und weiteren fossilen Brennstoffen, während dies in den letzten Jahren seit 2012 durchaus öfters vorgekommen ist, ist der genaue Anlass unbekannt. Pro-oppositionelle Medien sagen, dies wäre eine Reaktion auf die Offensive in dem Gebiet gewesen, nachdem die Syrisch-Arabische Armee (SAA) mit ihren Verbündeten in dem ganzen Gebiet um Damaskus versuchte, die letzten Exklaven der Opposition zu erobern und bei diesem Vorhaben ziemlich erfolgreich sind.

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Bild zeigt Fateh al-Sham in Wadi Barada

 

Weitere Vorwürfe kamen aufgrund des Zeitpunktes auf: Es gibt eine türkisch-russisch initiierte Waffenruhe in Syrien, wobei als einzig relevante Fraktion Jabhat Fateh al-Sham ausgenommen ist. Diese Gruppe hat aber eine (kleine) Präsenz in Wadi Barada, weitere Gruppen dort sind z.B.  Liwa Abdaal Al Sham, Joint Defense Alliance, oder Bin Laden Azamaat. Auf der Seite der Regierung kämpfen im Gegensatz dazu primär die SAA, die Hisbollah aufgrund der geografischen Nähe zum libanesischen Grenzen und weitere syrische Milizen wie z.B. Qalamoun Shield.

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Ungefähre militärische Situation in Wadi Barada

Die militärische Widerstand war unerwartet stark, das ist vor allem auf das gebirgige Terrain zurückzuführen. Dennoch konnte man in relativ kurzer Zeit Teile des Dorfes Ain al-Fajieh erobern, welches laut dem Roten Halbmond eine Evakuierung von 1.300 Zivilisten ermöglichte. Insgesamt sollen sich maximal noch 10.000 Menschen in den umkämpften Gebieten befinden.

Die neu verhandelte Vereinbarung sieht eine sofortige Waffenruhe vor, wodurch die Möglichkeit gegeben wird, die Wasserquellen und -kraftwerke von Ingenieuren der syrischen Regierung zu reparieren. Außerdem wird erneut die Generalamnestie für militärische Kräfte bekräftigt und langfristig werden Kämpfer nach Idlib evakuiert, falls die Waffenruhe hält. Dies ist der zweite Versuch einer Waffenruhe, nachdem der erste Versuch durch radikale Kräfte dort gestoppt wurde. Laut dem Verhandlungsführer in Wadi Barada Ali Mohamad Yusuf sollen bereits 500 Menschen (darunter 60 Kämpfer) einen nötigen Vertrag unterschrieben haben, die eine zivile Evakuierung und Versorgung gewährleistet.

Man müsse dennoch abwarten, ob dieser zweite Versuch einer Waffenruhe mittel- und langfristig erfolgreich sein wird.

 

Bombenexplosionen in Jableh und Azaz

In der nordsyrischen Stadt Azaz entlang der türkischen Grenze sind mindestens 50 Menschen durch eine Autobombe getötet wurden. Insgesamt wurden über 100 Zivilisten verletzt oder getötet. Weiterhin schweben einige Personen in Lebensgefahr. Der Anschlag solle sich im Stadtzentrum ereignet haben. Anschläge auf Azaz sind nichts Ungewöhnliches, eine letzte Explosion gab es im November 2016. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Azaz einst die einzige aktive Front der Opposition gegen Daesh war. Dank der türkischen Operation „Euphrates Shield“rückte diese Front in weiter Ferne und befindet sich nun bei al-Bab. Westlich der Stadt beherrscht die SDF das Kanton Afrin, wo es ebenfalls öfters zu Plänkeleien gegeneinander kommt.

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Vor 2 Tagen kam es ebenfalls zu einem Anschlag in der syrischen Küstenstadt Jableh. Die Stadt liegt in der Provinz Latakia und somit im Teil der syrischen Regierung. Die Autoexplosion soll sich nahe dem örtlichen Stadium ereignet haben, welches zu dem Zeitpunkt gut besucht war. Die Anzahl an betroffenen Personen war dennoch gering, mindestens 11 Tote und 30 weitere Verletzte waren Opfer des Angriffes. Bisher hatte sich noch niemand zu diesem Anschlag bekannt gegeben, mögliche Kandidaten sind entweder Jabhat Fateh al-Sham, oder wahrscheinlicher Daesh.

Unter den Toten gehörte Jaafar Saleh, Sohn vom Generalmajor der Syrisch-Arabischen Armee Zaid Saleh, welcher für die Operationen in Aleppo zuständig war.

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