Luhansk vollständig unter russischer Kontrolle

Nach über vier Monaten gelang den russischen Streitkräften ihr erster großer Coup: Die ostukrainische Provinz Luhansk befindet sich nun vollständig unter der Kontrolle Russlands, womit der offiziell beanspruchte Herrschaftsbereich der separatistischen Volksrepublik Luhansk erobert werden konnte. Nach den rigorosen Niederlagen der russischen Armee zu Beginn des Ukrainekrieges nahm man statt einer schnellen und vor allem kompletten Übernahme des Landes stattdessen die Eroberung des Donbass ins Visier, welches aus den Oblasten Luhansk und Donezk besteht. Der erste Etappenerfolg nach drei Monaten wurde von erheblichen Verlusten und Vorbereitungen auf ukrainischer Seite begleitet, in den kommenden zwei Monaten größere regionale Gegenoffensive durchzuführen.

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Das vorzeitige Ende der Schlangeninsel-Saga

Die nur wenige Quadratkilometer große Schlangeninsel vor der rumänisch-ukrainischen Küste erlangte im Zuge des Ukrainekrieges einzigartige Berühmtheit als Mikrokosmos des gesamten Konfliktes: Zunächst eine kaum beachtete Insel nahm sie innerhalb der ersten Kriegstage Legendenstatus ein, nachdem die ukrainische Garnison eine Kapitulation mit den Worten des „Fick dich, russisches Kriegsschiff“ verweigerte und dies mit ihrem Leben bezahlten. Heute weiß man, dass es sich dabei um eine reine Mythenbildung handelt, der Popularität tat es keinen Abbruch. Seitdem waren russische Soldaten auf der Insel stationiert, die in regelmäßigen Abständen von ukrainischen Drohnen, Kampfjets und Artillerie heimgesucht wurden, die zu massiven materiellen und personellen Verlusten führte, darunter auch mehrere Kampf- und Landungsboote. Nun scheint vorerst das letzte Kapitel zu enden, Russland kündigte einen Abzug von der Insel ab. Zukünftig wird die Schlangeninsel Niemandsland bleiben, nichtsdestotrotz ein kleiner, aber bedeutender Sieg für die Ukraine.

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Fällt Luhansk?

Die Situation auf dem letzten Gebiet der Provinz Luhansk gibt für die ukrainische Seite wenig Anlass für Optimismus: Entgegen bisheriger Vorstellungen scheinen die ukrainischen Streitkräfte sich von der letzten Stadt, Lyssychansk, geordnet zurückzuziehen und damit einen wichtigen Etappensieg für Russland Tür und Tor zu öffnen, wenngleich es auch kein militärischer Sieg darstellt. Die vollständige Eroberung des Oblast Luhansk gilt neben der Region Donezk zu den offiziellen Zielen der russischen Invasion der Ukraine. Trotz erheblicher Vorteile für den Verteidiger konnten russische Truppen die ehemalige Großstadt nahezu umzingeln und die ukrainischen Einheiten somit zum Rückzug oder zur Einkesselung zwingen. Ob dies aber auch tatsächlich das Ende der Schlacht um Lyssychansk darstellt, bleibt abzusehen.

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Die letzte Festung von Luhansk

Nach der Eroberung der ehemaligen Großstadt Siervierodonetsk durch russische Truppen verbleibt nur noch eine einzige Stadt in dem ostukrainischen Oblast Luhansk unter der Kontrolle von Kiew: Die sogenannte „Wiege des Donbass“ Lyssychansk. Bereits im Süden rücken russische Einheiten langsam an die Stadtgrenze heran, im Norden und Osten schützt ein Fluss und Hügelketten die Stadt vor möglichen Flankierungen. Nach bisheriger Faktenlage suchen die ukrainischen Streitkräfte hier die Entscheidungsschlacht um die Provinz und verstärken trotz der Gefahr einer Einkesselung ihre Kräfte vor Ort. Doch auch fernab von Luhansk gehen die Gefechte zwischen den zwei Staaten weiter, insbesondere in den letzten Tagen haben Angriffe auf Städte in der ganzen Ukraine erheblich zugenommen. Raketen und Artillerie sind weiterhin die wohl wichtigste Waffe im Arsenal der Kriegsparteien.

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Der Jemenkrieg findet seinen Weg in die Ukraine

Selbstverständlich bewegt sich der Ukrainekonflikt, welcher inzwischen in seinen vierten Monat geht, nicht in einem isolierten Mikrokosmos, sondern bedient sich stattdessen aus den Lehren bisheriger Konflikte in der ganzen Welt. Neueste Technologien wie Angriffsdrohnen bilden ein wichtiges Rückgrat der jeweiligen Streitkräfte, so wie es der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan oder der lybische Bürgerkrieg bereits eindrucksvoll die Bedeutung von Drohnen beweisen konnten. Diese Waffenarten könnten nun zumindest auf ukrainischer Seite einen noch höheren Stellenwert einnehmen, denn vor zwei Tagen ereignete sich der erste bestätigte Einsatz einer Kamikazedrohne gegen eine feindliche Raffinerie, tief im Territorium Russlands. Die Inspiration dafür rührt aus dem jemenitischen Konflikt, wo die Houthi-Rebellen seit Jahren erfolgreich ganz Saudi-Arabien ins Visier nehmen. Das Resultat könnte vernichtend sein.

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Die Volksrepubliken im Visier

Trotz ihrer relativen Nähe zu den am härtesten umkämpften Gebieten im Ukrainekrieg sind die ostukrainischen Volksrepubliken bisher relativ glimpflich davongekommen zu sein, auch wenn inzwischen wohl ein Großteil der männlichen, wehrfähigen Bevölkerung erfolgreich zwangsmobilisiert wurde. Dies scheint sich nun aber radikal zu ändern. Seit der letzten Woche kommt es vermehrt zu Raketen- und Artilleriezentren auf die namensgebenden Bevölkerungszentren, Luhansk und Donezk. Dabei geraten militärische und zivile Ziele gleichermaßen in das Visier der Ukraine, dessen Taktikwechsel im Umgang mit den Separatistengebieten überraschend ist. Nicht weit davon entfernt kann Russland neue Gebiete erobern.

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Kein Ende in Sicht

Fast vier Monate schon dauert der Krieg in der Ukraine an, seitdem entpuppt sich der Konflikt immer weiter zu einem Abnutzungskrieg, in dem zwar die jeweiligen Fraktionen kleinere Gebiete erobern und halten können, dies aber nur durch erhebliche Verluste ermöglicht ist, was vor allem der offensiven Seite im Ukrainekrieg schadet. Waren die territorialen Veränderungen zu Beginn noch eher mit dem Zweiten Weltkrieg zu vergleichen, existieren heute eher Parallelen zum Ersten Weltkrieg, insbesondere in der über Jahre befestigten Region des Donbass in der Ostukraine. Seit letzter Woche können Russland und die Ukraine beide von Erfolgen und Rückschlägen gleichermaßen erzählen, der Ausgang daraus ungewiss. So unberechenbar und überraschend der bisherige Krieg auch war, lohnt sich manchmal ein Blick in die Zukunft, den unbekannten Variablen zum Trotz.

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Siege und Niederlagen für Russland & Ukraine

Der Ukraine gelingen Erfolge im Norden und Süden, russische Gewinne im ostukrainischen Donbass: Beide Seiten können in den letzten Tagen Erfolge und Niederlagen gleichermaßen verzeichnen, der Verlauf der kommenden Wochen ungewiss. Der Abnutzungskrieg geht mit unverminderter Brutalität weiter, die russische Armee konzentriert weiterhin einen Großteil seiner Kräfte in der Donbassregion, wo sie unter erheblichen Verluste langsam vorrücken können. Das wiederum erlaubt die ukrainischen Streitkräfte an den minder befestigten und verteidigten Frontabschnitten eigene Geländegewinne zu erzielen und dabei Russland einige der eigenen Erfolge der ersten Kriegswoche zu entreißen.

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Ukrainische Gegenoffensive im Süden zeigt erste Erfolge

Ob bei Kherson im Süden oder bei Charkiw im Norden der Ukraine: Überall kommt es derzeit zu schweren Gefechten zwischen den jeweiligen Soldaten der ukrainischen und russischen Streitkräfte. Beide Seiten erhoffen sich durch wiederaufgenommene oder weiterhin andauernde Militäroffensiven neue Geländegewinne und somit den Konflikt weiter zum eigenen Vorteil zu drehen. Unweit der Krim kann die ukrainische Gegenoffensive erste Erfolge verzeichnen, während innerhalb der von Russland kontrollierten Gebiete der Widerstand wächst. Der Hauptteil der Gefechte konzentriert sich aber weiterhin auf den Donbass, wo beide Länder erhebliche Verluste erleiden und Russland sehr langsam vorrücken kann.

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Das Rätsel von Sievierodonetsk

Das Hauptaugenmerk des Ukrainekrieges konzentriert sich derzeit auf eine einst 100.000 Einwohner zählende Stadt im äußersten Osten des noch von der Ukraine gehaltenen Territoriums. Seit einer Woche kommt es in der Schlacht um Sievierodonetsk zum brutalen Häuserkampf, obwohl es zu Beginn erst völlig anders aussah: Zunächst von ukrainischen Soldaten verlassen, konnten russische Truppen einen Großteil des Ortes übernehmen, bevor sie in einer überraschenden Gegenoffensive wieder vertrieben werden konnten. Seitdem ist die Stadt zweitgeteilt, der Nebel des Krieges lässt die Frontlinien verschwimmen, welche sich jede Stunde zu ändern scheinen. Von beiden Seiten wird der Ort inzwischen als kriegsentscheidend für den Donbass bezeichnet, obwohl Sievierodonetsk in Wirklichkeit von nur relativ geringer Bedeutung ist, ein Sieg bzw. Niederlage dort würde den Kriegsverlauf nur insignifikant verändern.

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Der Kampf um Sievierodonetsk geht weiter

Zelenskys Überraschungsbesuch an der Front ist nicht das einzige symbolträchtige Ereignis in der Ukraine der letzten Tage gewesen. Lokale Gegenoffensiven der ukrainischen Streitkräfte tragen bisher weniger zu tatsächlichen Wiedereroberungen bei, als dass sie die offensiven Kapazitäten Russlands beschneiden und ihre militärischen Ziele verhindern, wie man aktuell in der am härtesten umkämpften Stadt des Landes, Sievierodonetsk, beobachten kann. In der Südukraine setzen russische Kräfte inzwischen den über 60 Jahre alten T-62-Kampfpanzer ein, was auf schwindende Reserven hindeutet, vor allem da sich die russische Armee zum größten Teil auf die Donbassregion konzentriert und auch dort nur bedingt Erfolge verzeichnen kann, vor allem gemessen auf den Zeitraum des Ukrainekrieges.

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100 Tage Ukrainekrieg

Seit 100 Tagen herrscht Krieg in der Ukraine. Was von allen Seiten als ein kurzer, maximal eine Woche andauernder Krieg zwischen Russland und der Ukraine angenommen wurde, bewegt sich inzwischen auf den vierten Konfliktmonat zu. Bisher ist davon auch kein Ende in Sicht, denn in der ostukrainischen Donbassregion konzentrieren beide Seiten den Großteil ihrer Streitkräfte, jedes Dorf und jeder Hügel wird derzeit brutal umkämpft. Die russische Armee konsolidiert ihre Positionen entlang des Donets-Flusses, welcher sich auf ukrainischer Seite zum effektivsten natürlichen Bollwerk gegen die vorrückenden russischen Einheiten in der Region entpuppt. Russland hingegen kann auf die schiere Masse des eigenen Militärs setzen, welches sich vor allem im Bereich der Artillerie ausdrückt. Schwere Gefechte in den urbanen Zentren des östlichen Donbass prägen aktuell das Geschehen in der Ukraine.

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Niederlagen im Osten, Siege im Süden

Die ukrainischen Kräfte müssen im Donbass eine herbe Niederlage einfahren: Die Großstadt Sievierodonetsk fällt in den gegenwärtigen Stunden nahezu kampflos an die russischen Truppen, nachdem man sich selber auf bessere Verteidigungspositionen weiter südlich zurückgezogen hat. Damit kontrolliert die Ukraine nur noch drei Prozent des ostukrainischen Oblast Luhansk und damit nur eine größere Stadt, Lyssychansk. Auch diese gerät aktuell in Gefahr, in den kommenden Wochen durch Russland erobert oder zumindest zerstört zu werden. Im Kontrast dazu verdichten sich im Süden des Landes die Meldungen, dass das ukrainische Militär eine Gegenoffensive gestartet haben soll, die bereits die ersten Früchte trägt. Das genaue Ausmaß dieser Operation ist bisher aber ungeklärt.

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Die Schlinge der Donbassfront

Der Krieg im Osten zwischen der Ukraine und Russland geht unvermindert weiter, den hohen Verlusten zum Trotz können die russischen Streitkräfte in der vergangenen Woche wichtige Bodengewinne verzeichnen. Die ersten Gefechte finden in den letzten urbanen Zentren des Oblast Luhansk statt, welches bald vollständig unter russischer Kontrolle fallen könnte. An vielen Abschnitten der Front bröckelt die Verteidigung, auch wenn sie insgesamt hält und die russischen Versuche einer Einkesselung bisher verhindert werden konnten. Ankündigungen von neuen westlichen Waffensystemen birgt vor Ort die Hoffnung, größere Niederlagen vermeiden zu können. Am Ende von alledem steht ein brutaler Abnutzungskrieg, der noch mehrere Monate andauern wird.

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Türkei droht neue Militäroffensive gegen Kurden

So würde der von der Türkei kontrollierte, 30km breite Gebietsstreifen an der Grenze am Ende der Operation aussehen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte vor wenigen Tagen mit einer neuen Militäroperation gegenüber dem arabisch-kurdischen Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) in Syrien, welche immer wieder für regelmäßige Angriffe und Anschläge auf türkische Truppen im Norden des Landes verantwortlich gemacht werden. Zusammen mit ihren islamistischen Stellvertretern könnten sie somit jenes Szenario wiederholen, welches bereits die Regionen von Afrin und Ras al-Ayn erleben mussten: Zerstörung und die darauffolgende Vertreibung der kurdischen Bevölkerung zugunsten der Ansiedelung syrisch-arabischer Flüchtlinge, die Türkei treibt also permanent einen demographischen Wandel voran. Während es bisher keine Indikatoren für eine tatsächliche Umsetzung gibt, muss diese Drohung im Hintergrund der aktuellen Entwicklungen gesehen werden: Die Türkei blockiert den NATO-Beitritt der skandinavischen Länder und agiert nur zögerlich bei Russlandsanktionen. Im Gegenzug dafür erwartet die Türkei Zugeständnisse für ihre eigenen Interessen, die man ebenfalls für die kommenden Parlamentswahlen ausnutzen kann.

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