Islamische Turkestan-Partei – Kindersoldaten und Uiguren

Die Islamische Turkestan-Partei (englisch Turkestan Islamic Party, TIP) ist eine islamistische, der al-Qaida zugehörige Gruppierung, deren Ursprung sich in China (Xianjiang) befindet und inzwischen in Syrien operiert. Nur: Was genau betreibt die TIP in Syrien?

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erste Aufnahmen der TIP in Syrien (2014)

Derartige Tätigkeiten der TIP sind keine neue Geschichte, bereits in ihren ursprünglichen Basen z.B. in den Regionen der Waziristan-Provinz (Pakistan) oder der Nangarhar-Provinz in Afghanistan waren sie neben Selbstmordanschlägen z.B. im Oktober 2013 dafür bekannt, Kindersoldaten auszubilden. Dementsprechend wurden sie auch auf die UN-Liste für terroristische Organisationen gesetzt und international bekämpft, unter anderem auch die USA mithilfe von Luftschlägen und Drohneneinsätzen.

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In Syrien ist sie bzw. ihr syrischer Ableger Katibat Turkistani seit etwa 2014 aktiv, die genaue Anzahl an Soldaten schien zu dem Zeitpunkt unscheinbar genauso wie die Führungsriege, Abu Rida al Turkestani wurde zumindest bis zu einem bestimmten Punkt als der Anführer bezeichnet. Ebenfalls erwähnenswert ist in dem Kontext, dass sie dem Taliban-Anführer Mullah Muhammad Omar die Treue schworen und damit die zweite Gruppierung in Syrien sind, neben der Uzbek Imam Bukhari Jamaat.  Da sie ein Verbündeter von Al-Qaida ist, war und ist sie logischerweise ein Verbündeter des syrischen Al-Qaida-Ablegers al-Nusra & deren Freunde.

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Explosion einer VBIED

Die Aktionen in Syrien beschränken sich auf die Region in und um Jisr al-Shoughur, einer großen Stadt nahe der türkischen Grenze innerhalb der Idlib-Provinz und Latakia. Dort konnte sie sich mithilfe von al-Nusra in einer Offensive der Opposition im Frühling und Sommer 2015 etablieren. Inwiefern die TIP in Dieser aktiv war ist nicht bekannt, dennoch wurden 2 VBIEDs („bemannte Autobomben“) bei der Offensive von Seiten der TIP benutzt, um Stellung der Regierung anzugreifen. Ein Angreifer soll Abu Hurayra al Amriiki gewesen sein, welches übersetzt „der Amerikaner“ heißt und ebenfalls amerikanischer Staatsbürger gewesen sein soll.  Über den zweiten Attentäter ist hingegen wenig bekannt, sein Name war Dadullah und er war uigurischer Abstammung.

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Die TIP ist dafür bekannt, mehrere Trainingslager in Syrien zu betreiben, zumindest Eines für Kinder. Dieses Trainingslager soll sich nahe Al-Haqbah bei Jisr al-Shughour befinden und vor allem Kinder uigurischer Abstammung „ausbilden“ bzw. ideologisch indoktrinieren. In welchem Umfang das auch mit syrischen Kindern geschieht, ist unbekannt. Dabei lernen sie neben den Umgang mit einfachen Handfeuerwaffen bis hin zu AK-47 ebenfalls die Lehre des Korans bzw. die Scharia.

Ebenfalls ungewöhnlich ist es, dass nach der Massenflucht zur Türkei einige Jahre zuvor die TIP den Großteil der restlichen Bewohner von Jisr al-Shughour in andere Gebiete „deportiert“ hat, um den eigenen Kämpfern (und weiteren ausländischen Gruppierungen, z.B. Usbeken und Tescheschenen) eine Behausung zu bieten, den Zuzug von ihren Familien inklusive. Selbst oppositionelle Quellen  bestätigen diese Berichte.

Kurzum ist die Islamische Turkestan-Partei der Prototyp und zugleich das Extrem der oppositionellen Gruppierungen in Syrien, die Abhängigkeit von ausländischen Material und Personal wird einerseits durch den ethnischen Ursprung des Konfliktes erzählt und andererseits ist die Nutzung von Kindern ebenfalls Ausdruck einer Erschöpfung der Parteien. Ideologisch hingegen unterscheidet sie sich kaum von den Anderen, der Umgang mit ehemaligen christlichen Bewohnern in Jisr ist eher Normalität als Seltenheit, aber ein gleicher derartiger Umgang mit den sunnitischen Einwohnern ist äußerst ungewöhnlich. 

Die kommunistischen und sozialistischen Parteien in Syrien (Part 1/2)

Die kommunistischen Parteien in Syrien unterscheiden sich nicht nur ideologisch und machtpolitisch untereinander, seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges nehmen sie auch auf allen vorhandenen Seiten verschiedene Positionen ein. Ebenfalls spielen kommunistische Parteien der Nachbarstaaten eine durchaus relevante Rolle. 

Regierungstreue Kommunistische Parteien:

 

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Syrische Kommunistische Partei (Bakdash)

Bakdasch (benannt nach dem ersten Anführer Khalid Bakdash) entstand 1986 nach einem inneren Disput innerhalb der Syrischen Kommunistischen Partei (siehe nächste Fraktion) über die Bewertung der Perestroika bzw. allgemeine Bewertung von Gorbatschow’s Politik. Sie lehnte die Reformen ab, als kann man sie ideologisch als „orthodoxen Marxismus-Leninismus“ einordnen, wo vor allem Bakdash Stalin als positive Person dargestellt hat. Sie stellt 8 Sitze im Volksrat. Ansonsten ist es ruhig um die Partei. Bakdasch folgte die größtenteils kurdische Basis der Partei, nachdem sie sich aufgespalten hatte.

The Western world drummed and whistled praising Gorbachev who, attempting to hide his treason, had misled the Soviet peoples under the guise of gradual reformation of socialism through democratization.

 

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Syrische Kommunistische Partei (Vereint)

Die Syrische Kommunistische Partei (auch bekannt als Faysal) war der Flügel der ehemaligen KP, der die Perestroika befürwortete und sich um Yusuf Faysal sammelte, den Gründer und Vorsitzenden der Partei. In ihrer Trennung konnte sie die meisten Intellektuellen der Partei vereinen. Sie besitzt 3 Sitze im Volksrat.

 

Socialist Unionists

Über diese Partei ist sehr wenig bekannt, ideologisch folgen sie dem ägyptischen Nasserismus und entstand aus einer Spaltung der Ba’ath-Partei 1961 heraus. Heute stellen sie 18 Sitze im Volksrat.

 

National Vow Movement

Das National Vow Movement spaltete sich aus dem Arab Socialist Movement um die ~1963 ab, nachdem sie nach ihren Beitritt in die Ba’ath-Partei in viele kleinere Parteien zersplitterte. Sie stellt 3 Sitze im Volksrat.

 

 

Ausländische Unterstützer:

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Arabische Demokratische Partei (Libanon)

Diese Partei hat eine lange Tradition von syrischer Unterstützung, so wurde sie bereits logistisch im libanesischen Bürgerkrieg mit ihrer eigenen Miliz, den Arab Red Knights (ARK), unterstützt. Sie haben seit Jahrzehnten die Kommunistische Partei im Libanon als ihren Verbündeten, wird im Libanon meist aber als einfache „alawitische“ Partei angesehen.

 

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Popular Nasserist Movement (Libanon)

Wie der Name bereits erzählt, handelt es sich um eine libanesische Partei, die ideologisch dem Nasserismus folgt. Ihre Unterstützung beschränkt sich nur diplomatisch auf die syrische Regierung, so sprach ihr Vorsitzender Mustapha Saad in einer Rede, dass die Stabilität Syriens unabdingbar für die Stabilität des Libanons ist.

 

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Volksfront zur Befreiung Palästinas

Die Gruppe als einer der größten militanten Gruppierungen in Palästina schickte selber bewaffnete Organisationen (Abu-Ali-Mustafa-Brigaden) nach Syrien, um die Regierung zu unterstützen. Ideologisch ist sie dem Marxismus-Leninismus zuzuordnen. Durch die Unterstützung in Syrien erhielt die Organisation mehrere Hilfslieferungen vom Iran.

 

Revolutionary Palestinian Communist Party

Eine kleine kommunistische Partei, die sich aus der pro-sowjetischen Kommunistischen Partei Palästinas spaltete, nachdem diese Israel anerkannt hatte und sich danach in eine sozialdemokratische Partei gewandelt hatte. Es ist unbekannt wie der Einfluss Syriens sich auf diese Partei bewegt. Ideologisch ist sie dem palästinischen Nationalismus und Marxismus-Leninismus zuzuordnen.

 

Unterstützung der Opposition:

 

People’s Will Party

Als Teil der Volksfront für Wandel und Freiheit ist sie ein Mitglied der legalen Opposition im syrischen Volksrat. Sie spaltete sich wiederum aus der Bakdash-Partei ab, da ihren Mitgliedern der „revisionistische Trotzkismus“ unterstellt wurde. Sie wurde 2012 gegründet (12 Jahre nachdem sie ausgeschlossen wurden) und stellt 2 Sitze im Volksrat.

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Democratic Arab Socialist Union

Es handelt es sich um eine illegale, oppositionelle Dachorganisation, die 7 sozialistische Parteien (und 3 Weitere) in sich vereint. Sie kam oft in den Konflikt mit der wesentlich radikaleren Syrian Democratic People’s Party. Als Teil des Nationalen Koordinationskomittee für Demokratischen Wandel (NKDW) wird ihre moderate Haltung von der restlichen Opposition zumeist abgelehnt.

 

  1. Demokratisch-Arabische Sozialistische Union (Ideologie: Nasserismus, demokratischer Sozialismus)
  2. Syrische Demokratische Volkspartei (Ideologie: Sozialdemokratie, ehemals Marxismus-Leninismus), ist Teil der Damaszener Deklaration
  3. Arabische Revolutionäre Arbeiterpartei (Ideologie: teils Marxismus, teil Ba’athismus, teils arabischer Sozialismus), ebenfalls Mitglied der Damaszener Deklaration, aber nicht der NKDW
  4. Arabische Sozialistische Bewegung (Ideologie: Arabischer Nationalismus/Sozialismus)
  5. Arabisch-Demokratische Sozialistische Ba’ath-Partei (Ideologie: orthodoxer Ba’athismus (Ablehnung des Neo-Ba’athismus unter Assad), Demokratischer Sozialismus)
  6. Kommunistische Aktionspartei (Ideologie: Marxismus-Leninismus)
  7. Marxistische Linksversammlung (Ideologie: Marxismus

 

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Syrian Democratic People’s Party

Sie spaltete sich bereits 1973 von der vereinten Kommunistischen Partei ab, um unter ihrem Vorsitzenden Riyad al-Turk langsam sich zu einer sozialdemokratischen Partei zu bewegen.

 

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Kommunistische Aktionspartei

Sie ging aus der „League of Communist Actions“ hervor, der ersten marxistisch-leninistischen Oppositionspartei in den 70er-Jahren. Sie wird von intellektuellen Alawiten dominiert, die zumeist verfolgt wurden. Dies führte zur schnellen faktischen Auslösung, bis sie 2003 wiedergegründet wurde. Eines ihrer Mitglieder (Tuhama Mahmoud Ma’rout) ist berühmt für ihren Protest im Adra-Gefängnis, wo sie nach der Massenamnesie 2011 ebenfalls entlassen wurde.

 

 

Wer ist die Neue Syrische Armee?

Derzeit entsteht durch die angebliche Bombardierung einer von der USA unterstützten Gruppierung durch die russische Luftwaffe ein Potential, welches für einen derart dilettantischen Akt der immer wieder in Syrien geschieht recht ungewöhnlich ist.

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Logo der NSyA

Die Neue Syrische Armee/New Syrian Army (NSyA) ist eine kleine Gruppe, deren Personalstärke je nach Schätzungen zwischen 150 und 800 schwankt und im Süden Syriens, nahe dem Al-Tanaf-Grenzposten zum irakischen Rutbah, östlich des drusischen Suweida und der Syrischen Wüste, aktiv ist. Auch wenn sie angeblich seit einigen Tagen den Kampf im Nordaleppo (Marea und Azaz) gegen Daesh unterstützen sollen.

Ihre Anhänger stammen fast gänzlich aus der Provinz Deir ez-Zor im Osten des Landes, die fast gänzlich von Daesh beherrscht wird, womit auch ihr Ziel zusammengefasst ist: Die Bekämpfung von Daesh. Ihr Anführer Mohammed Talla betonte in einer Rede vor 7 Monaten selber, dass ihr primäres Ziel Daesh und nicht die Regierung ist und dies auch so lange der Fall sein wird, bis Daesh ausgelöscht ist.

Über ihre Geschichte ist recht wenig bekannt, vermehrt gab es Informationen durch Videos und eigene Statements erst ab Ende 2015, die Zeit wo ihr amerikanisch-jordanisches Trainingsprogramm abgeschlossen war. Bei diesem erhielten sie neben einer von der CIA und jordanischen Spezialeinheiten initiierte Ausbildung neuestes NATO-Gerät, z.B. Soltam K6-, M252-Mörsern, oder 9Sh119.

Davor war sie in der Asala wa-al-Tanmiya/Authencity and Development Front aktiv, einem Bündnis im Süden des Landes, dass vor allem von Saudi-Arabien finanziert und unterstützt wird. Es ist recht schwer sie ideologisch einzuordnen, sie sind eine ideologisch recht „ruhige“ Gruppe, die salafistische Elemente besitzt aber zugleich eine offene anti-jihadistische Position einnimmt. Dennoch lässt sich betonen, dass es bei dem Trainingsprogramm (welches im übrigen nur offiziell 200 vollkommen absolviert haben) nicht um eine säkulare Betonung geht. 2014 wurde sie durch Daesh vernichtet bzw. aufgelöst.

Sie konnte nach ihrer Bildung durchaus beachtliche Erfolge im Süden erreichen, obwohl weite Teil lediglich Wüstengebiete sind (und die gesamte Provinz nur etwa 500 Einwohner zählt), hatte sie den strategisch wichtigen Al-Tanaf-Grenzposten zum Irak erobern können, der dann Nachschubwege lediglich südlich von Palmyra ermöglicht hatte. Außerdem konnte sie z.B. das Öl-Feld bei Abu Kemal erobern und erfolgreich verteidigen.

Am 7. Mai hingegen kam es zu einer Explosion einer VBIED von Daesh nahe ihrer Positionen, welche laut Mohammed Tallaa enorme Verluste verursachen konnte. Nähere Zahlen wollte er aber nicht veröffentlichen, um nicht „noch weiter die Moral der Truppe zu schädigen“, wie er in einem Interview im türkischen Reyhanli erzählte.

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Mohammed Tallaa

Nun kam es am 16/17. Juni zu mehreren (laut eigenen Angaben: 10) Luftschlägen auf ihr Hauptquartiere in Mahruta, südwestlich von Al-Tanaf. Es gibt verschiedene Aussagen über die verursachten Schäden, offiziell spricht von 2 Toten & 10 Verletzten, mehrere Fahrzeuge und Gebäude wurden zerstört. Der Verursacher ist letztendlich nicht gesichert, einige oppositionelle Quellen (z.B. auch SOHR) möchte sich nicht festlegen, Andere wie das Palmyra Coordination Centre behauptet sogar, die „Anti-IS-Koaltion“ habe die Luftschläge aus Versehen verursacht.

Die einzig gesicherten Dinge ist eine diplomatische Eskalation und letztendlich auch die Lüge Russlands für die Legitimation eines solchen Angriffes, ihnen muss klar gewesen sein dass sie die NSyA getroffen haben, immerhin operieren dort keine anderen Gruppierungen.

 

Edit: Nachdem am 18. Juni vermehrt Luftangriffe auf die NSyA geflogen wurde und Russland sich öffentlich dazu bekannte, sind wohl die ersten Angriffe ebenfalls von Russland verursacht worden.

  1. Edit: Am 21. Dezember löste sich die Neue Syrische Armee offiziell auf. Nach internen Problemen blieb nur noch das Battatron Jaysh al-Mughawier übrig. Ihr Anführer soll zum Tabakschmuggel zurückgekehrt sein. Derweil wurde die „The Revolution’s Commandos Army“ ins Leben gerufen, eine Gruppierung die sehr der NSyA ähnelt und wahrscheinlich auch deren Lebenslauf übernehmen wird.