Eine neue Armee als letzte Hoffnung

Seit drei Tagen dauert die ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes an, aufgrund des Nebel des Krieges dringen nur spärlich Informationen an die Außenwelt, entgegen russischer Narrative gibt es aber keinerlei Anzeichen dafür, dass die Operation im Sande verläuft und bereits gescheitert ist. Im Gegenteil können ukrainische Einheiten vorrücken und neue Positionen einnehmen, nur ist das genaue Ausmaß bisher unklar. Russland setzt derweil ihre Hoffnung auf eine neu gegründete Einheit, das 3. Armeekorps. Jedoch bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz sorgen sie für Kritik und geben wenig Anlass für Optimismus, eine Kriegswende herbeizuwirken.

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Ukraine startet Gegenoffensive in Kherson

Gestern starteten ukrainische Streitkräfte eine Gegenoffensive im südukrainischen Oblast Kherson, die innerhalb der ersten 24 Stunden bereits erste Erfolge vorzuweisen hat. Aufgrund der Aktualität und dem zeitnahen Beginn sind die Ziele dieser Operation noch unklar, ebenso das Ausmaß und die Intensität der Offensive, bei der es sich wohl zum jetzigen Stand noch nicht um den seit Monaten angekündigten großen Vorstoß im Süden handelt. Während ukrainische Medien erste Fortschritte vermelden, spricht Russland bereits von der erfolgreichen Niederschlagung und Verteidigung von allen ukrainischen Angriffen in der Region, ohne Beweise dafür vorzulegen. Sollten sich die bisherigen Berichte bewahrheiten, so wären Tausende russische Soldaten von einer sicheren Nachschubversorgung in Kherson abgeschnitten, innerhalb ihren Reihen soll Massenpanik herrschen.

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Der große Knall blieb aus

Angesichts des ukrainischen Unabhängigkeitstages und dem sechsmonatigen Bestehen des Krieges kamen Befürchtungen auf, wonach die russischen Streitkräfte eine größer angelegte Eskalationen anlässlich dieses bedeutsamen Datums geplant hätten. Zwar kam es zu vermehrten Bombardements und Raketenangriffen auf die ukrainischen Zentren, ein großer Knall blieb dabei aber aus. Die Situation an den ost- und südukrainischen Frontlinien hat sich in den letzten zwei Monaten kaum erwähnenswert verändert: Russische Truppen können unter hohen Verlusten und einem langen Zeitraum einzelne Kilometer vorrücken, während die Ukraine erbitterten Widerstand leistet. So konnte Russland über den Monat Juli lediglich 0,02% des ukrainischen Territoriums erobern. Jedoch scheint Kiew auch nicht dazu fähig, größere Gegenoffensiven durchführen zu können.

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Der Krieg wird nach Russland getragen

Explosionen in Sewastopol, Belgorod und Moskau: Wenige Tage vor dem ukrainischen Unabhängigkeitstag verschiebt sich die Aufmerksamkeit des Ukrainekrieges sukzessive auf das russische Kerngebiet, wo es zum wiederholten Male zu etlichen Explosionen und Angriffen gekommen ist. Zerstörte Munitionslager und attackierte Entscheidungszentren liegen inzwischen an der Tagesordnung, einmalig hingegen ist der Anschlag auf die Dugin-Familie im Herzen von Moskau. Ihre Narrative förderten und befeuerten den Ukrainekrieg immer wieder aufs Neue, wonach das Ziel eines großrussischen Eurasien nur durch Waffengewalt verfolgt werden kann. Auch wenn die Hintergründe des Attentats noch unklar sind, zeigen alle Finger des russischen Medienapparates in Richtung der Ukraine. Unabhängig von ihrer Täterschaft profitieren sie vom Angriff, welcher repräsentativ auf die russische Elite fernab der Frontlinien durchgeführt wurde.

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Krim als Spielplatz ukrainischer Spezialeinheiten

Fast ein halbes Jahr schon dauert der Krieg in der Ukraine an, was wohl die Wenigsten zu Anbeginn des Konfliktes erwartet hätten. Ebenso überraschend sind die Entwicklungen der letzten Woche, in der die Krim in den Mittelpunkt rückt: Zum wiederholten Male wurden russische Militärbasen, Logistikzentren und Munitionsdepots auf der Halbinsel attackiert, zum wiederholten Male gab es keinerlei Anzeichen vom Hintergrund der Militärschläge. Nun verdichtet sich die Theorie, dass diese Aktionen durch ukrainische Spezialeinheiten durchgeführt wurden, welche scheinbar ungehindert auf der Halbinsel operieren können, während das russische Militär kaum Sicherheitsmaßnahmen für solche Fälle durchführt und z.B. Munitionslieferungen unter freiem Himmel lagert. Für Russland entwickelt es sich zu einem erneuten Fiasko, nachdem man monatelang damit drohte, bei Angriffen auf russischem Territorium Vergeltungsschläge durchzuführen.

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Verheerender Angriff zerstört russische Militärbasis auf der Krim

Den ukrainischen Streitkräften gelang am Mittwoch der wohl größte Militärschlag seit der Zerstörung des russischen Schlachtschiffes Moskwa: In einer weiterhin ungeklärten Situation wurde der russische Luftwaffen- und Militärstützpunkt Nowofedoriwka im Westen der Krim-Halbinsel nahezu vollständig zerstört, die dort stationierte Kampfjets für die Marine des Schwarzen Meeres in weiten Teilen ausgelöscht. Das ukrainische Verteidigungsministerium spricht von insgesamt neun zerstörten Kampfjets, Satellitenbilder offenbaren hingegen ein noch größere Dimension der Zerstörung, inklusive bis zu 15 zerstörten Flugzeugen und die weitgehende Unbrauchbarmachung des Flugfeldes und des damit verbundenen Stützpunktes. Die Krim rückt damit vermehrt in das Visier des ukrainischen Militärs.

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Aserbaidschan attackiert erneut armenische Stellungen

Vor drei Tagen spitzte sich die Situation in der Region Bergkarabach erheblich zu, als Aserbaidschan zum wiederholten Male mehrere Angriffe auf die letzten Überbleibsel der armenischen Exklave mit dem gleichen Namen startete, die in dem Verlust mehrerer strategischer Gebiete und den Tod von zwei Soldaten für Bergkarabach mündeten. Dabei setzte Aserbaidschan auch erstmals seit dem Kaukasuskrieg von vor zwei Jahren schwere Waffensysteme ein, darunter mehrere türkische Angriffsdrohnen. Dies markiert den größten Gewaltausbruch seit November vergangenen Jahres, die bisherige Waffenruhe ist äußerst brüchig und die durch den Ukrainekrieg von einem Teilabzug betroffene russische Friedensmission kann solche Ereignisse nur beschränkt aufhalten. Vor allem ist es aber eine Erinnerung daran, dass die Situation jederzeit wieder zu einem vollständigen Konflikt eskalieren könnte, wenn die Parteien ihr Interesse an einer Waffenruhe verlieren.

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Russland will ukrainische Gegenoffensive unterbinden

Der Juli war im Ukrainekrieg vor allem von Vorbereitungen, Konsolidierungen und Innehalten geprägt, ukrainische und russische Streitkräfte schienen sich gleichermaßen eine Verschnaufspause in jenem Konflikt zu genehmigen, welcher fast ein halbes Jahr schon andauert. Zur Monatswende änderte sich das jedoch wieder schlagartig: Russland rückt im im Donbass wieder langsam vor, auch wenn die bisherigen Erfolge kaum nennenswert erscheinen, sind sie im Vergleich zum Juli ein großer Anstieg russischer Erfolge. Zudem reagiert das Land auf den ukrainischen Truppenaufmarsch im Süden der Ukraine mit einer eigenen Mobilisierung, wohl in der Hoffnung, die bevorstehende Gegenoffensive im Keim ersticken zu können. Der August könnte wieder von besonderer Brutalität und intensiven Kämpfen geprägt sein.

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Russland verliert die Initiative im Ukrainekrieg

Seit einem Monat nun unternahm Russland keine größeren oder nennenswerten Offensiven, trotz der Eroberung einiger kleiner Dörfer im Donbass können die russischen Streitkräfte keine militärischen Erfolge im Juli vorweisen. Stattdessen scheint sich der Modus Operandi zu wandeln, während es im ostukrainischen Oblast Donezk immer noch zu oftmals erfolglosen Vorstößen kommt, ziehen sich russische Verbände im Norden und Süden der Frontabschnitte zurück. Im Süden finden derzeit alle Vorbereitungen für eine ukrainische Gegenoffensive statt, die dabei vor allem auf die Taktik des Aushungerns setzt. Denn aktuell werden alle Nachschubwege und Logistikzentren für jene russischen Soldaten sukzessive eliminiert, die am nördlichen Ufer des Dnepr stationiert sind. Russland scheint nicht dazu imstande, diese Angriffe abzuwehren und verstärkt stattdessen seine Präsenz in der Region, was ein frühes Ende der Donbassoffensive bedeutet.

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Wie könnten die nächsten Monate in der Ukraine aussehen?

Russland leckt seine Wunden, die Ukraine steckt mitten in ihren Vorbereitungen: Zu Anbeginn des fünften Kriegsmonates ist die Situation im osteuropäischen Land angespannt, das Konfliktpotential weiterhin hoch und eine Waffenruhe oder gar ein Frieden ein ferner Traum. Beide Länder wähnen sich als potentielle Gewinner der kommenden Monate, die Zukunft ist ungewiss, weswegen Prognosen entsprechend schwer und schlecht verifizierbar sind. Nichtsdestotrotz ermöglicht ein Rückblick in die letzten Monate eine Aussicht und Tendenz für den kommenden Zeitraum, welcher entsprechend der Jahreszeit hitzig werden könnte. Während die russische Armee im Zeitraum der letzten zwei Monaten kaum Territorium erobern konnten, steigt die Tendenz einer ukrainischen Gegenoffensive im Süden des Landes.

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Russische Offensive in der Ostukraine stockt

Seit fast fünf Monaten dauert der Krieg in der Ukraine an. Die letzten Tage und Wochen waren geprägt von ausbleibenden Fortschritten für die russischen Streitkräfte, welche nach der Eroberung des Oblast Luhansk einen wichtigen Etappensieg erringen konnten. Seitdem aber gibt es keine nennenswerten Erfolge, ukrainische Kräfte konnten den ständigen russischen Angriffen erfolgreich standhalten. Insgesamt sind die Frontverläufe also stabil. Die große Frage lautet dabei jedoch: Was ist die Ursache dahinter, nachdem Russland noch zuvor mehrere Großstädte erfolgreich besetzen konnte? Pro-russische Medien begründen es mit einer operativen Pause, pro-ukrainische Beobachter hingegen verweisen auf die hohen Verluste und seit neuestem auch die Zerstörung zentraler Munitionsdepots, die zu einem Zusammenbruch der russischen Logistik führen.

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Artillerie, Königin des Krieges

Vier Monate schon dauert der Krieg in der Ukraine an, welcher am 24. Februar durch einen russischen Grenzübertritt nahe der Krim und in Belarus gestartet wurde. Aktuell befindet sich der bewaffnete Konflikt zwischen der Ukraine und Russland in einem merkwürdigen Limbo, nachdem die russische Eroberung des ostukrainischen Oblast Luhansk sämtliche offensive Kapazitäten beanspruchte: An den Frontlinien kommt es derzeit nur zu Scharmützeln, größere Vorstöße und Manöver scheinen unbekannt. Inmitten dieser operativen Pause von Russland hat das ukrainische Militär aber massiv aufgerüstet und kann mithilfe amerikanischer Waffensysteme den Feind weit entfernt von den Frontlinien attackieren und schweren Schaden zufügen. Dieses Problem wird für Russland immer größer werden, welche nicht dazu imstande sind, sich gegen die Angriffe auf ihre Munitionsdepots, Logistikzentren und Hauptquartiere zu verteidigen.

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Die russische Achillesferse namens Logistik

Seitdem die amerikanischen und hochmodernen Mehrfachraketenwerfer des Typs „HIMARS“ das Schlachtgeschehen im Ukrainekrieg dominieren, offenbart sich eine neue problematische Phase für die russische Kriegsführung, welche an ihrer Achillesferse attackiert wird: Die auf den massiven Einsatz von Artillerie basierende Abnutzungstaktik ist äußerst nachschubintensiv, dank den massiven sowjetischen Beständen ist die entsprechende Anzahl gesichert. Jedoch existiert nun die Problematik, dass die jeweiligen Geschosse auch an den Frontlinien ankommen müssen. Dabei ist Russland aufgrund der Abhängigkeit von zentralen Lagern und fixierten Eisenbahnlinien ein gefundenes Fressen für die HIMARS, welche im Stundentakt die Logistik zerstören. Wie kriegsentscheidend diese Entwicklung ist, bleibt aber bisher unklar.

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Luhansk vollständig unter russischer Kontrolle

Nach über vier Monaten gelang den russischen Streitkräften ihr erster großer Coup: Die ostukrainische Provinz Luhansk befindet sich nun vollständig unter der Kontrolle Russlands, womit der offiziell beanspruchte Herrschaftsbereich der separatistischen Volksrepublik Luhansk erobert werden konnte. Nach den rigorosen Niederlagen der russischen Armee zu Beginn des Ukrainekrieges nahm man statt einer schnellen und vor allem kompletten Übernahme des Landes stattdessen die Eroberung des Donbass ins Visier, welches aus den Oblasten Luhansk und Donezk besteht. Der erste Etappenerfolg nach drei Monaten wurde von erheblichen Verlusten und Vorbereitungen auf ukrainischer Seite begleitet, in den kommenden zwei Monaten größere regionale Gegenoffensive durchzuführen.

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Das vorzeitige Ende der Schlangeninsel-Saga

Die nur wenige Quadratkilometer große Schlangeninsel vor der rumänisch-ukrainischen Küste erlangte im Zuge des Ukrainekrieges einzigartige Berühmtheit als Mikrokosmos des gesamten Konfliktes: Zunächst eine kaum beachtete Insel nahm sie innerhalb der ersten Kriegstage Legendenstatus ein, nachdem die ukrainische Garnison eine Kapitulation mit den Worten des „Fick dich, russisches Kriegsschiff“ verweigerte und dies mit ihrem Leben bezahlten. Heute weiß man, dass es sich dabei um eine reine Mythenbildung handelt, der Popularität tat es keinen Abbruch. Seitdem waren russische Soldaten auf der Insel stationiert, die in regelmäßigen Abständen von ukrainischen Drohnen, Kampfjets und Artillerie heimgesucht wurden, die zu massiven materiellen und personellen Verlusten führte, darunter auch mehrere Kampf- und Landungsboote. Nun scheint vorerst das letzte Kapitel zu enden, Russland kündigte einen Abzug von der Insel ab. Zukünftig wird die Schlangeninsel Niemandsland bleiben, nichtsdestotrotz ein kleiner, aber bedeutender Sieg für die Ukraine.

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