Verheerender Angriff zerstört russische Militärbasis auf der Krim

Den ukrainischen Streitkräften gelang am Mittwoch der wohl größte Militärschlag seit der Zerstörung des russischen Schlachtschiffes Moskwa: In einer weiterhin ungeklärten Situation wurde der russische Luftwaffen- und Militärstützpunkt Nowofedoriwka im Westen der Krim-Halbinsel nahezu vollständig zerstört, die dort stationierte Kampfjets für die Marine des Schwarzen Meeres in weiten Teilen ausgelöscht. Das ukrainische Verteidigungsministerium spricht von insgesamt neun zerstörten Kampfjets, Satellitenbilder offenbaren hingegen ein noch größere Dimension der Zerstörung, inklusive bis zu 15 zerstörten Flugzeugen und die weitgehende Unbrauchbarmachung des Flugfeldes und des damit verbundenen Stützpunktes. Die Krim rückt damit vermehrt in das Visier des ukrainischen Militärs.

Es ist wohl der zweite verheerende Schlag, den die russischen Streitkräfte im Zuständigkeitsbereich des Schwarzen Meeres erleiden müssen, nachdem das Vorzeige- und Flaggschiff im April durch zwei ukrainische Antischiffsraketen zerstört wurde. Nun musste auch ihr wichtigster Luftwaffenstützpunkt irreparablen Schaden in einem Militärschlag erleiden, welcher weiterhin noch nicht gänzlich geprägt ist und von Mysterien umhüllt wird. Zu Beginn gingen etliche Rauchschwaden über dem Gebiet von Nowofedoriwka empor, welche von den etlichen russischen Touristen am Sandstrand in wenigen Kilometern Entfernung gefilmt wurden. Kurz darauf folgten die Meldungen von Explosionen, bis das russische Verteidigungsministerium intervenierte und lediglich behauptete, dass durch einen Unfall einige Munitionskisten detoniert seien, die aber keinerlei Schaden angerichtet hätten, insbesondere nicht an den vorhandenen Flugsystemen.

Innerhalb von 24 Stunden wurde offensichtlich, dass es sich dabei um eine reine Lüge handelte. Auf Satellitenbildern ist zu erkennen, wie ein Großteil der dort stationierten Kampfjets zumindest schwer beschädigt oder zerstört wurden, was bisher der größte Verlust an Flugzeugen in einem Ereignis seit der Existenz der Russischen Föderation markiert. Bestätigt ist die Detonation von sechs SU-24- und vier Su-30-Bombern, einige Schätzungen reichen sogar bis zu 14 zerstörten Kampfjets heran. Eng damit verbunden ist auch die Zerstörung der dazugehörigen Barracken, Kommandozentren und Munitionslager, welche ebenfalls eliminiert wurden. Besonders erwähnenswert ist dabei, dass es der erste große ukrainische Angriff auf die Krim-Halbinsel darstellt, auch wenn hin und wieder Angriffsdrohnen oder Partisanen dort aktiv waren. Zuletzt wird z.B. immer öfters die umliegenden Gebiete von Hemitschesk bombardiert, welche die Krim mit dem Festland der Ukraine verbindet.

Aufgrund dieser Umstände ist unklar, wie die Explosionen auf Nowofedoriwka verursacht wurden, immerhin befindet sich der Stützpunkt über 200 Kilometer von den Frontlinien in der Südukraine entfernt. Bekannte Waffensysteme besitzen eine solche Reichweite nicht, geschweige besitzen dann die entsprechende Detonationskraft dafür. Deswegen dominieren derzeit drei Theorien: Möglicherweise erhielt die Ukraine von den USA erstmals ATACMS-Raketen, welche für die von ihnen bereits bereitgestellten HIMARS-Raketenwerfer vorgesehen sind und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometer besitzen. Bisher beteuerte das Pentagon, dass die von ihnen bereitgestellten Waffen nur auf ukrainischen Territorium eingesetzt werden dürfen, was aus der Perspektive der USA und der Ukraine somit auch für die Krim zutreffend ist.

Die Ukraine beteuerte jedoch, dass bei dem Angriff vollständig ukrainische Waffen eingesetzt wurden, was auf die nächste Möglichkeit hindeutet: Grim-2-Raketen. Diese wurden in und von der Ukraine bis kurz vor dem Ausbruch des Krieges entwickelt und produziert, jedoch ist in den darauffolgenden Kriegswirren unklar, wie weit sie in der Entwicklung dieser Systeme waren. Sollte sich dies bewahrheiten, spricht das wiederum dafür, dass die Ukraine über den Verlauf der letzten Monate weiterhin erfolgreich Waffenprojekte erforschen und entwickeln kann.

In eine ähnliche aber banalere Richtung geht die letzte Option, die eines Sabotageaktes. Gegenüber westlichen Medien wurden von amerikanischer und ukrainischer Seite Aussagen getätigt, die dazu tendieren. Es soll eine Aktion ukrainischer Spezialeinheiten gewesen sein, ohne nähere Details zu nennen. Das würde aber bedeuten, dass ukrainische Einheiten unentdeckt hunderte Kilometer hinter sich gelegt und eine Hochsicherheitsanlage infiltriert haben, wo sie dann koordiniert mehrere Sprengstoffvorrichtungen entzündet haben. Nach den derzeitigen Schadensbild, wonach vier Krater entlang der Haltebuchten der Kampfjets vorzufinden sind, erscheint das aber eher tendenziell als unwahrscheinlich. In näherer Zeit wird dieses Rätsel wohl bestehen bleiben, im Gegensatz zu den Auswirkungen auf Russland.

Neben einem offensichtlichen Gesichtsverlust liegt nun die gesamte Krim-Halbinsel in potentieller Angriffsreichweite, erst vor wenigen Wochen soll eine angebliche ukrainische Angriffsdrohne einen Anschlag auf das Marine-Hauptquartier in Simferopol gestartet haben, wodurch aber nur kleinere Schäden verursacht wurden. Als beliebtes Touristenziel für Russland fällt es ebenso weg, auf der Kertsch-Brücke in Richtung Südrussland herrscht seit dem Angriff kilometerlanger Stau, von dem kein Ende in Sicht ist. Für viele Russen scheint es erstmals die gewaltsame Erinnerung zu sein, dass sie sich in einem Krieg mit einem Nachbarland befinden. Zudem ist ein potenter Teil der russischen Luftflotte ausgelöscht worden, insbesondere im Bereich des Schwarzen Meeres. Die Ukraine könnte dadurch noch aggressiver und risikoreicher agieren und vermehrt Militärschläge gegen die russische Marine in der Region durchführen, dank verminderten Abwehrsystemen.

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