Huthi-Rebellen attackieren mehrere Ziele in Abu Dhabi

Der Montag Morgen war in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, gewiss kein Ruhiger: Ein Großteil der Bevölkerung wachte zu mehreren Explosionen und damit verbundenen Rauchschwaden in zwei Teilen der Stadt auf, wenige Minuten später bekannten sich die jemenitisch-schiitischen Houthi-Rebellen zu mehreren Angriffen mithilfe ihrer modernen Drohnensysteme als Vergeltungsschlag für die seit sieben Jahren andauernde Militärintervention des VAE im Bürgerkriegsland. Ziel soll der Internationale Flughafen und mehrere Öltanks gewesen sein, insgesamt ist der Schaden relativ gering. Wesentlich größer hingegen sind die dadurch verursachten moralischen Wunden, trotz einer Entfernung von 1400 Kilometern zum Jemen befindet man sich nicht in Sicherheit in einem Krieg, der laut eigener Darstellung eigentlich schon lange beendet sein sollte und nun immer mehr die internationalen Feinde der Houthis heimsucht.

Lokale Behörden in Abu Dhabi meldeten schnell mehrere Brände in einem Industriegebiet unweit des Hafens und auf dem Internationalen Flughafen King-Khalid, die bereits früh als Resultat potentieller Drohnenangriffe benannt wurden. Kurz darauf verkündete der Houthi-Pressesprecher, dass man eine „Militäroperation“ in den Vereinigten Arabischen Emirate mithilfe von drei Angriffsdrohnen durchgeführt habe, die ihre Ziele erfolgreich eliminieren konnten. Bis dato ist der genaue Schaden und die attackierten Zielorte nicht bekannt, zumindest aber konnte der Angriff beim Flughafen einen Brand verursachen. Zudem wurde in einem Industriegebiet im Süden Rauchschwaden gesichtet, es gibt widersprüchliche Angaben von drei zerstörten Öl-Lagerungstanks oder von zerstörten Öltransportern. Außerdem gibt es noch Meldungen von einem angegriffenen Öltanker vor der Küste der VAE, die aber noch nicht gänzlich bestätigt sind.

Dabei handelt es sich nicht um den ersten Angriff der Houthi-Rebellen mithilfe ihrer „Samad-3“-Angriffsdrohnen und anderen Waffensystemen auf die Vereinigten Arabischen Emirate, aber wohl um die Größte und am meisten Schaden Verursachende. In der Vergangenheit gab es bereits einen weitere Militäroperation auf den King-Khalid-Flughafen, der mehrere LKWs vor Ort zerstören konnte. Ein Jahr nach dem Angriff wurden Kameraaufnahmen von dem Tag veröffentlicht, die den Einsatz einer Drohne beweisen, nachdem die VAE zuvor erheblichen Widerstand gegen diese Darstellung leisteten. Außerdem wurde 2019 das sich noch im Bau befindliche Atomkraftwerk „Barakah“ im Golfstaat mithilfe einer eigens entwickelten Cruise Missile entwickelt, jedoch ist nicht mehr über diesem Vorfall bekannt.

Die genauen Details des Militäreinsatzes sind nicht bekannt, höchst wahrscheinlich wurden aber die bereits gegen Saudi-Arabien auf weiten Entfernungen eingesetzten Samad-3-Drohnen eingesetzt. Möglich sind auch bisher nicht gezeigte, neu entwickelte Waffensysteme. Die „Drohnenflotte“ der jemenitischen Aufständische entwickelt sich zunehmend zur gefährlichsten Waffe im Kampf gegen die Mitglieder der Arabischen Koalition im jemenitischen Konflikt, welche vor allem auf die Technologie des Irans und Chinas aufbauen kann, die Houthis als quasi-funktionierender Staat auch auf eigene Waffenprogramme zurückgreifen kann.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind nach Saudi-Arabien wohl das zweitwichtigste Mitglied in der Arabischen Koalition im Kampf gegen die Houthi-Rebellen im Norden des Jemens. Das Land unterhält mehrere Militärbasen und unterstützt vor allem die südjemenitische Unabhängigkeitsbewegung und nicht direkt die Hadi-Regierung, wie sie von Saudi-Arabien finanziert wird, zuletzt bei einer Militäroffensive gegen die Houthis im Shabwah-Distrikt im Zentraljemen. Der Golfstaat hat seit seiner Intervention 2015 Hunderte Soldaten und Fahrzeuge im Kampf gegen die Houthis verloren. Innenpolitisch trifft die scheinbar ausweglose und erfolglose Operation im Jemen immer auf höhere Kritik, zuletzt erhöhte man den Wehrdienst auf 16 Monate.

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