Einigung für Südsyrien?

Neue Entwicklungen in Südsyrien nähren die Hoffnung eines endgültigen Friedens: Nach einem monatelangen Hin und Her, unterbrochen von vergebenen Friedensverhandlungen und schweren Gefechten, scheint es nun eine Einigung zwischen der syrischen Regierung und Aufständischen in den südlichen Vierteln jener Stadt gekommen zu sein, die als der Geburtsort des syrischen Bürgerkrieges gilt. Unter russischer Führung sollen demnach „neutrale Kräfte“ die einst von Ex-Rebellen kontrollierten Gebieten einnehmen, während einem Großteil eine Generalamnestie und ein möglicher Abzug in die letzte, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib angeboten wird. Dennoch befinden sich die Verträge bisher auf wackeligen Füßen, einige der involvierten Gruppen sehen ein Ende lieber in der Schlacht, als am Verhandlungstisch.

In den letzten Wochen und Tagen kam es zwischen einem russischen Diplomatie-Korps und Aufständischen in den südlichen Vierteln der gleichnamigen Provinzhauptstadt Dara’a zu regen Austauschsversuchen, die nun von Erfolg gekrönt scheinen. Vorab erzeugte die syrische Regierung regelmäßig Druck, indem die Armee sporadisch mehrere Gebäudekomplexe attackierte und zunehmend Verstärkung an die Frontlinien brachte, unter anderem auch die Eliteeinheit der „Vierten Division“, welche in vielen Schlachten des Krieges involviert war. Diese Fraktion sieht es auch entsprechend ungewollt, die eingeschlossenen und belagerten Rebellen einfach abziehen zu lassen. Deswegen kam es erst vor wenigen Tagen zum Einsatz von Artillerie und Mörsern, die mehrere Zivilisten verletzt haben sollen.

Nichtsdestotrotz verlaufen die Vereinbarungen bisher planmäßig, das russische Militär errichtete zwei Kontrollpunkte nach Süd-Daraa und bereitet den Abtransport der Ausreisewilligen vor, die mit grünen Bussen nach Idlib im Nordwesten Syriens gebracht werden sollen. Es gibt aber auch Berichte, dass einige Viertel diese „Evakuierung“ ablehnen und damit unweigerlich eine militärische Lösung des Konfliktes befürworten. Der plötzliche Sinneswandel ist überraschend und bisher nicht zu erklären. Angeblich gibt es noch Streitigkeiten bezüglich der Stationierung der syrischen Armee in Daraa, was die Aufständischen ablehnen. Es ist also zu erwarten, dass die Plänkeleien vorerst kein Ende nehmen werden, insofern man sich kurzfristig doch nicht auf einen gemeinsamen Plan einigen kann.

Während der Osten Südsyriens eine „reguläre Kapitulation“ akzeptieren musste (sprich: Generalamnestie für alle Kämpfer, Freiwillige können nach Idlib transportiert werden und die Regierung kehrt als Administrator zurück), sah es westlich von Daraa wesentlich besser für die Opposition aus: Auf Intervention Russlands konnte man einen sehr großzügigen Frieden schließen. Die Regierung wird zunächst nur rudimentär in die Region zurückkehren, Ex-Rebellen werden weiterhin die Verwaltung der Gebiete übernehmen und können sogar weiterhin ihre Waffen behalten. Ebenso wird die syrische Armee nicht zurückkehren, lediglich die russische Militärpolizei wird sporadisch Patrouillen fahren. Wie man heute weiß, war diese zugesprochene Autonomie verheerend für die gesamte Region.

Denn seit Jahren dauert der Konflikt zwischen Ex-Rebellen, die sich teils eigenständig und teils unter der russischen Schirmherrschaft innerhalb des „5. Korps“ organisieren, und dem syrischem Militär an. Aufständische sorgen regelmäßig für Attentate und Angriffe auf isolierte Kontrollpunkte oder Militärkonvois, meist kann der Eingriff Russlands schlimmeres verhindern. Langsam aber endet auch die Geduld der russischen Präsenz im Land, denn die ehemaligen Rebellen verschaffen sich selbst immer mehr Autonomie, rekrutieren eigenhändig Kämpfer und handeln mit Waffen. Mit dieser Zuspitzung ist selbst Russland unzufrieden, die bisher ihre schützende Hand über sie gelegt hatten.

Dara’a gilt als  der Geburtsort der „Revolution“ und versteht sich damit auch als Hochburg des Widerstandes gegen die syrische Regierung, während andere Landesteile fest unter Regierungskontrolle stehen und es dort fast nie zum erwähnenswerten Widerstand kommt. Der wohl primäre Grund des Aufstandes ist neben der regulären Unzufriedenheit aber in den Friedensverhandlungen zu finden, die nach der erfolgreichen Offensive der syrischen Armee durchgeführt wurden um weiteres Blutvergießen aus dieser für die Opposition aussichtslosen Situation zu vermeiden. Diese Operation spaltete das Territorium der Aufständischen in zwei Teile: Einen völlig umkreisten Ostteil rund um Dara’a und weiter westlich die Provinz Quneitra, die bisher nahezu unberührt von den Gefechten war und zumindest teilweise von Israel unterstützt wurden.

Ein Gedanke zu „Einigung für Südsyrien?“

  1. Der Krieg in Syrien war und ist nur möglich, weil der Westen und hier insbesondere D und die EU, die dort kämpfenden „Rebellen“ unterstützt hat. Was die EU und die Bundesregierung nicht sagen: In Syrien kämpfen vor allem Söldner-Trupps, die vom Westen und seinen Verbündeten finanziert werden. Ohne sie hätte es in Syrien keinen Krieg gegeben.

    Die Liste ist eine Liste der Schande: Westliche Geheimdienste und Regierungen finanzieren in Syrien mit Steuergeldern einen Krieg, der völlig außer Kontrolle geraten ist. Der Grund sind energiepolitische Interessen. Das gilt für den Westen genauso wie für Russland und den Iran.
    Die russische Armee ist Assad zu Hilfe gekommen. Sie hat dies im Einklang mit dem Völkerrecht gemacht – auch wenn Krieg immer grauenvoll ist und auch Russland nicht vermeiden konnte, dass Zivilisten zu Schaden kommen. Die hier angeführten Söldner und ihre Unterstützer handeln alle gegen das Völkerrecht.

    Southern Front:
    Aktiv in Daraa und Quneitra, berichtet Al Jazeera.
    Die Gruppe wird vom Militärischen Operations Zentrum (MOC) in Amman, welches den USA untersteht, finanziert und dirigiert, berichtet die Heinrich-Böll-Stiftung.
    Die BBC berichtet, dass es sich bei der Southern Front um einen Zusammenschluss diverser Gruppen mit einer Kämpferstärke von 38.000 handelt, die von der CIA unterstützt wird.
    Von westlichen Vertretern wird sie als die am besten organisierte „Rebellengruppe“ umschrieben, so Reuters.
    Die Southern Front wird vom ehemaligen syrischen General Baschar al-Zoubi angeführt. Al-Zoubi ist ein reicher Geschäftsmann, der sein Geld vor allem im Tourismus-Sektor verdient hat. Zudem ist er Mitglied im Al-Zoubi-Clan, so das Magazin NOW.

    Al-Rahman-Legion und Dschaisch al-Islam:
    Aktiv in Ost-Ghouta, im Umland von Damaskus und in Ost-Qalamoun, berichtet Asharq al-Awsat.
    Die Gruppe operiert durchgehend gemeinsam mit der salafistischen Söldner-Truppe Dschaisch al-Islam. Die Al-Rahman Legion und Dschaisch al-Islam wurde von Saudi-Arabien ausgehoben und finanziert. Riad nutzt die Gruppe als Dachverband, um weitere Söldnertruppen in Syrien zu finanzieren. „Koordinationstreffen“ hatte es in der Vergangenheit zwischen dem ehemaligen saudischen Geheimdienstchef Bandar, dem US-Botschafter in Syrien, Robert Ford, und dem Außenminister von Katar, Khaled al-Attiyeh gegeben. Die geheimen Treffen zwischen Vertretern aus Saudi-Arabien. Den USA und Katar fanden auf dem türkischen Territorium statt, berichtet der Guardian.
    Die Anzahl der Kämpfer beträgt zwischen 40.000 und 70.000 Mann, berichtet die Stanford University. Der Sprecher von Dschaisch al-Islam, Mohammed Allusch, nahm al Söldner-Vertreter an den Genfer Friedensgesprächen teil, die von Allusch einseitig abgerochen wurden, berichtet Al Jazeera.

    Der Gründer von Dschaisch al-Islam, Zahran Allusch, kam bei einem russischen Luftschlag ums Leben, berichtet der Guardian. Der aktuelle militärische Führer der Gruppe ist Essam al-Buwaydhani. Über al-Buwaydhani gibt es keine gesicherten Angaben.
    Die Levante Front (Dschabat al-Schamiyah):
    Aktiv im Norden von Syrien/Provinz Aleppo.
    Die Gruppe wird sowohl von westlichen Staaten als auch von Saudi-Arabien unterstützt, berichtet Reuters. Sie hatte im Verlauf des Syrien-Kriegs US-Panzerabwehrwaffen erhalten.
    Die Anzahl der Kämpfer der Gruppe liegt nach Angaben vom Medium.com bei etwa 7.000.
    Der Oberkommandierende der Levante Front ist Abdelaziz Salamah. Salamah ist nach Informationen des Carnegie Middle East Centers ein „Söldner“ aus der syrischen Stadt Anadan, der zuvor andere Söldnertruppen angeführt hatte.

    Nura al-Din al-Zinki:
    a) Die Söldner-Truppe Nura al-Din al-Zinki ist in der Provinz Aleppo aktiv – insbesondere in den nordwestlichen Vororten der Stadt Aleppo, berichtet der Militant Leadership Monitor der Jamestown Foundation.
    Die Gruppe wird finanziell und mit Waffen von den USA ausgestattet. Das Militärische Operations Zentrum (MOC) der USA spielt hier eine Schlüsselrolle, wobei die CIA den Einsatz von Geld und Material kontrollieren soll. Die Gruppe soll auch US-Panzerabwehrwaffen von der CIA und Saudi-Arabien erhalten haben, berichten der Guardian und NOW.
    Nach Angaben von Medium.com soll die Gruppe über etwa 3.000 Kämpfer verfügen.
    Der Oberkommandierende der Gruppe ist Scheich Tawfik Schahabuddin, so das Carnegie Middle East Center.

    Mountain Hawks Brigade:
    a) Die Mountain Hawks Brigade ist in der Provinz Idlib, im Nordwesten Syriens, aktiv.
    b) Die Gruppe wird von den der CIA finanziell unterstützt und mit Waffen ausgestattet. Koordiniert werden ihre Aktionen vom Militärischen Operations Zentrum in der Türkei, die von westlichen und arabischen Geheimdienstmitarbeitern geführt wird, berichtet Radio Free Europe/Radio Liberty.
    Die Gruppe hat einer Kämpferstärke von 1.000 Personen, so das Magazin Medium.com.
    Der Oberkommandierende der Söldner-Truppe ist Hassan Haj Ali, ein ehemaliger Hauptmann der syrischen Armee. Trainiert werden die Kämpfer der Gruppe in Katar und Saudi-Arabien, so Radio Free Liberty/Radio Europe.
    Die Mountain Hawks Brigade hat bisher gemeinsam mit der Al-Nusra-Front und Ahrar al-Scham gegen die syrische Armee gekämpft.

    Die 13. Division:
    Die 13. Division ist vor allem in der Provinz Idlib aktiv, berichtet der Business Insider.
    Sie wird von Katar und Saudi-Arabien finanziert, berichtet Al Jazeera.
    Nach Informationen der New York Times soll die CIA die Gruppe mit US-Panzerabwehrwaffen ausgestattet haben. Sie verfügt über ine Kampfstärke von 1.800 Personen, so Medium.com.
    Oberkommandierender der Gruppe ist Oberstleutnant Ahmed al-Saud, berichtet die BBC. Al-Saud desertierte im Jahr 2012 aus der syrischen Armee und hatte zuvor 20 Jahre lang gedient, so Al Jazeera.
    Dschaisch al-Nasr:
    Die Gruppe Dschaisch al-Nasr ist in der Provinz Hama und Idlib aktiv.
    Nach Angaben des Middle East Eye wird Dschaisch al-Nasr von der CIA bewaffnet und unterstützt.

    Oberkommandierender der Gruppe ist Major Mohamed al-Mansour, berichtet RFS North. Al-Mansour ist ein Deserteur der syrischen Armee.
    Dschaisch al-Nasr hat 3.000 Kämpfer. Die Gruppe wird vom Westen unterstützt und schoss in März 2016 einen syrischen Kampfjet mit einer Luftabwehrwaffe ab, berichtet die L.A. Times.
    Northern Division:
    Die Northern Division ist in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo aktiv.
    Die Northern Division gehört zu den Söldner-Truppen, die von der CIA bewaffnet und unterstützt werden. Die CIA hatte die Gruppe unter anderem mit Panzerabwehrwaffen beliefert, berichtet The Daily Mail.

    Oberkommandierender der Söldner-Truppe ist Oberstleutnant Fares al-Bayousch, der zuvor in der syrischen Armee gedient hatte und als Flugzeugingenieur tätig war, berichtet die Jamestown Foundation.

    Die Gruppe hat eine Kampfstärke von 3.250 Personen, so das Magazin Medium.com.
    First Coastal Division:
    Die First Coastal Division ist in den Provinzen Idlib und Latakia aktiv.
    Die Gruppe gehört ebenfalls zu den von der CIA unterstützten Söldner-Truppen, berichtet das Wall Street Journal. Sie hatte zuvor US-Panzerabwehrwaffen erhalten, so Stratfor. Oberkommandierender der First Coastal Division ist Generalmajor Muhammad Haj Ali.
    Haj Ali ist der hochrangigste Deserteur der syrischen Armee, der sich den Söldner-Truppen angeschlossen hat. Er hat an der Nasser-Akademie in Ägypten promoviert, berichtet Al Araby.
    Die First Coastal Division verfügt über schätzungsweise 2.800 Kämpfer, so Medium.com.
    The Sham Legion/Faylaq al-Sham:
    Die Sham Legion ist in Homs, Hama, Idlib und Aleppo aktiv.
    Die Sham Legion wird von den USA unterstützt, berichtet das russische Militärportal South Front.

    Allerdings nahmen sie auch an der Operation Euphrats Shield teil, was dazu führte dass die von den USA unterstützten Kurden-Milizen die Gruppe im Norden Syriens angriffen. Die Söldner-Gruppe beschäftigt sich aktuell mit den Kurden-Milizen im Norden Syriens, berichtet die New York Times. Zuvor hatte sie fast ausschließlich gegen die syrische Armee gekämpft.
    Die Gruppe verfügt über 4.000 Kämpfer, berichtet Medium.com.
    Chef der Gruppe ist Mondher Saras, berichtet Carnegie. Über Saras gibt es keine öffentlich zugänglichen Informationen.

    Ahrar al-Scham:
    Die Söldner-Truppe Ahrar al-Scham ist vor allem in der Provinz Idlib aktiv.
    Sie gehört zu den Söldner-Gruppen, die von der CIA unterstützt werden, berichtet The International Reporter. Nach Informationen des russischen Staatssenders Sputnik News soll auch Saudi-Arabien die Gruppe finanziell unterstützen. Al-Masdar News umschreibt die Gruppe als eine vom „Westen“ unterstützte Gruppe.
    Ihr aktueller Kommandeur ist Abu Yahya al-Hamawi, ein Ingenieur aus Hama, der an der Tishreen Universität studiert hatte, berichtet Joshua Landis auf seiner Webseite. Allerdings soll Abu Ammar al-Ommar die Führung von Ahrar al-Scham übernehmen, berichtet AP. Al-Omar gilt als Hardliner, der eine Feuerpause mit der syrischen Armee ablehnt, berichtet Alalam.

    Ahrar al-Scham hat eine Kämpferstärke von 15.000 Personen, so Medium.com.
    Al-Nusra-Front (Fatah al-Scham):
    Die Al-Nusra-Front ist hauptsächlich in den Provinzen Idlib und Deir-Ezzor aktiv.
    Nach Recherchen des britischen Journalisten Peter Oborne unterstützen die USA und Großbritannien die Al-Nusra-Front – ein syrischer Al-Qaida-Ableger – und zahlreiche andere Söldner-Truppen in Syrien. Das geht aus der Dokumentation „The Report“ des BBC Radio hervor. Die USA und die Al-Nusra-Front seien auf derselben Seite, wenn es um die Bekämpfung von Präsident Baschar al-Assad geht.

    Der aktuelle Oberkommandeur der Al-Nusra-Front ist Abu Mohammed al-Julani, so die BBC. Al-Julani ist gebürtiger Syrer. Er hatte sich zuvor im Irak Al-Qaida angeschlossen und war Inhaftierter im Camp Bucca, berichtet Orient News.
    Die Al-Nusra-Front hat 12.000 Kämpfer berichtet Medium.com

    Spezialfall MI6 im Syrien-Krieg:
    Nach dem Sturz Gaddafis richteten der MI6 und die CIA eine „Rat Line“ von Libyen nach Syrien ein. Es wurden Waffen und Kämpfer nach Syrien verschoben, um Assad zu stürzen.
    Briten und Franzosen trainierten Rebellen der Freien Syrischen Armee und waren auf einem türkischen Stützpunkt stationiert. Die Rebellen sollen unter anderem im Nordlibanon und in Teilen von Libyen stattgefunden haben, berichtet die Militärwebseite UK Elite & Special Forces.

    Die Asia Times berichtet, dass der MI6 und der französische DGSE die Rebellen in der türkischen Region Hatay und im libyschen Tripoli trainiert haben soll.
    Hinzu kommt, dass der MI6 gemeinsam mit dem CIA und französischen Ausbildern, Rebellen gegen Syrien in Jordanien trainiert und bewaffnet, so der Guardian.
    Martyrs of Islam Brigade/ Liwa’ Shuhada al-Islam:
    Diese Gruppe ist in den Vororten von Damaskus/Daraya aktiv. Sie ist die größte Söldner-Truppe in Daraya, berichtet Orient News.

    Zwischen 2012 und 2016 hatte die Gruppe US-Panzerabwehrwaffen von der CIA erhalten, berichtet die Webseite Democratic Revolution, Syrian Style. Die Nutzung von US-Panzerabwehrwaffen geht auch aus Videos der Truppe hervor.

    Der militärische Führer der Söldner-Truppe ist Hauptmann Saeed Enker. Er sagte Orient News, dass seine Truppe künftig die Gruppen in Idlib im Kampf gegen Assad unterstützen werde.

    Medium.com berichtet, dass die Gruppe über 1.000 Kämpfer verfügt.
    Islamic Muthanna Movement/ Harakat al-Muthanna al-Islamiya:
    Diese Gruppe ist in der Provinz Daraa aktiv.

    Der Verbündete des Islamic Muthanna Movement ist die Terror-Miliz ISIS (Liwa Shuhada’ al-Yarmouk). Die Finanzierung der Gruppe ist intransparent. Nach Angaben des arabischen Journalisten Nabegh Soror soll die Gruppe in ihren Anfängen finanzielle Hilfen von einer Person aus den Golf-Staaten erhalten haben, die sich als Geheimdienstmitarbeiter präsentierte. Später jedoch stellte sich heraus, dass es sich bei der Person um eine Privatperson handelte, berichtet Zaman al Wasl.

    Die Organisation gilt auch als Vermittler zwischen diversen Islamisten-Truppen, so Zaman al Wasl.
    Oberkommandierender und „Emir“ der Gruppe ist Abu Ayyup, über den wenig bekannt ist, berichtet Al Jazeera.

    Die Gruppe hat 2.000 Kämpfer, berichtet Medium.com
    Sultan Murat Brigade:
    Die Sultan Murat Brigade operiert in der Provinz Aleppo.
    Die Gruppe wird von der Türkei unterstützt und wirkt bei der Operation Euphrates Shield mit.
    Ihre Kommandeure sind Oberst Ahmet Othman Fehim Isa, berichtet Voice of America.
    Die Gruppe hat 1.000 Kämpfer, die hauptsächlich Turkmenen sind, so Medium.com. Die Gruppe gehört dem militärischen Dachverband Turkmenische Armee Syrien (STO) an.
    Turkmenische Armee Syrien (STO):
    Die STO wurde im August 2012 gegründet. Sie ist in Latakia, Aleppo, Idlib, Homs und Hama aktiv, berichtet Turkomania.org.

    Die STO wird von der Türkei unterstützt. Der politische Arm der Truppe ist das Syrisch-Turkmenische Parlament mit ihrem Hauptsitz in Istanbul und weiteren Vertretungen in Gaziantep und Yayladag.

    Der Gründer und Kommandeur der Söldner-Truppe ist Oberst Abu Bakir Muhammed Abbas, der ein Deserteur der syrischen Armee ist, berichtet Haberler.
    Die türkische Zeitung Yeni Safak berichtet, dass die STO über 5.000 Kämpfer verfügt.
    ***
    In diesem Zusammenhang wird klar, warum der Westen nichts zum Schutz der Bevölkerung in Syrien machen kann: Er muss seine Leute aus dem Kampfgebiet bekommen, was nach einer verlorenen Schlacht immer schwierig ist. Es ist unklar, ob Russen und Syrer sind so verhalten werden, dass die Söldner wirklich sicher weggebracht werden können. Es ist ebenfalls unklar, wo die Söldner am Ende hinreisen sollen.

    Die Erklärungen der EU und Deutschlands sind vor diesem Hintergrund zu lesen. Die AFP fasst zusammen:
    Die EU-Staats- und Regierungschefs haben den Schutz der Bevölkerung von Aleppo angemahnt, zugleich aber ihre Machtlosigkeit im Syrienkonflikt eingestanden. In der Abschlusserklärung des EU-Gipfels in Brüssel verurteilten sie am Donnerstagabend die Angriffe auf die syrische Großstadt und forderten, die Bewohner müssten Ost-Aleppo „in Sicherheit und Würde“ verlassen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer „sehr deprimierenden“ Situation und erhob schwere Vorwürfe gegen Russland und den Iran.

    Die am Donnerstag begonnene Evakuierung von Ost-Aleppo müsse unter der Aufsicht der Vereinten Nationen erfolgen, heißt es in der Abschlusserklärung. Zugleich müssten Hilfsgüter und Medikamente in die Stadt gebracht werden können. Im ganzen Land müssten Ärzte und Krankenhäuser geschützt werden.

    EU-Ratspräsident Donald Tusk forderte zum Abschluss des EU-Gipfels die sofortige Einrichtung „humanitärer Korridore“. „Der Schutz der Zivilisten hat absolute Priorität.“
    Zugleich räumte Tusk ein, im Syrienkonflikt sei die EU angesichts der „Brutalität des Regimes“ und seiner Verbündeten Russland und Iran „nicht so effektiv, wie wir es gerne wären“. Die EU sei aber nicht gleichgültig gegenüber dem Leid der Menschen in Syrien und werde weiter „Druck“ auf die Akteure ausüben.

    Auch Merkel äußerte sich niedergeschlagen angesichts der Lage in Syrien: „Dieser Teil der Diskussion, das will ich nicht verschweigen, war sehr deprimierend, weil wir alle etwas sehen im 21. Jahrhundert, was zum Schämen ist, was das Herz bricht, was zeigt, dass wir politisch nicht so handeln konnten, wie wir gerne handeln würden.“
    Zugleich warf sie Russland und dem Iran vor, mitverantwortlich für Angriffe auf Zivilisten und Krankenhäuser in Aleppo zu sein. Dies seien „Verbrechen, die auch geahndet werden müssen“.

    In der umkämpften Stadt Aleppo hatte am Donnerstag die Evakuierung von Menschen aus dem belagerten Ostteil begonnen. Der französische Präsident François Hollande warnte aber in Brüssel, in Ost-Aleppo befänden sich noch 50.000 Menschen „in der Falle“.
    Sanktionsandrohungen gegen Russland finden sich in der Abschlusserklärung nicht – die EU-Staats- und Regierungschefs haben keine Hoffnung, damit wirklich Druck auf Moskau ausüben zu können. In der Gipfelerklärung heißt es lediglich: „Die EU zieht alle verfügbaren Optionen in Betracht.“ Hollande sagte, Sanktionen seien in der Zukunft nicht ausgeschlossen, noch „sind wir aber nicht so weit“.

    Der letzte EU-Gipfel des Jahres hatte unter dem Eindruck der dramatischen Lage in Aleppo gestanden. So war der Bürgermeister des Ostteils der Stadt, Brita Hagi Hassan, zu dem Treffen in Brüssel eingeladen.

    „Wir brauchen dringend eine Koalition, um das Regime und die iranischen Milizen vor Ort zu zwingen, die Waffenruhe einzuhalten“, sagte Hassan. „Und wir müssen die sichere Evakuierung der Zivilisten organisieren.“ Er mahnte: „Die Geschichte erinnert sich an das internationale Schweigen angesichts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien.“

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei Ihrem Erkenntnisprozess ein wenig weiter helfen. Liebe Grüße von mir.

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