Schwerster israelischer Angriff auf Syrien seit langem

In der Nacht zum Freitag kam es zu schweren Luftangriffen des israelischen Militärs gegen die syrische Regierung, insbesondere die Hauptstadt Damaskus war davon betroffen. Kurz vor Mitternacht hörten dort die Einwohner der Millionenstadt mehrere Explosion, darauf folgten mehrere Blitze am Himmel, nachdem kurz zuvor der Libanon die Verletzung des eigenen Luftraumes durch mehrere israelische Kampfjets vermeldete. Von der Qualität und Intensität der Aktion soll es sich um die schwersten Angriffe dieses Jahres handeln, Ziel sollen Logistiklager und die libanesische Hisbollah gewesen sein, die ein treuer Verbündeter der syrischen Regierung ist. Bereits am Vortag kam es zu einem bisher kaum geklärten Zwischenfall zwischen den beiden Ländern, bei den israelische Artillerie eine Armeeposition in Syrien bombardierte.

Betroffene Regionen waren die Hauptstadt Damaskus und der Westen der Provinz Homs, allesamt Gebiete, welche regelmäßig von Israel bombardiert werden. Ungewöhnlich soll jedoch auf israelischer Seite der Einsatz neuer Waffensysteme gewesen sein, neben den regulären Luftschlägen durch Kampfjets wurden auch Marschflugkörper eingesetzt, die vermutlich von israelischen Schiffen vor der libanesischen Küste gestartet wurden. Traditionell berichtet das syrische Militär von der erfolgreichen Abwehr des Angriffes durch die Luftabwehrsysteme, wie üblich wurden aber wahrscheinlich nicht alle Projektile eliminiert, bevor sie ihr Ziel erreichten. Bisher gibt es keine genaueren Details von den verursachten Schäden, auf mehreren Videos gab es aber vereinzelte Rauchschwaden zu sehen, die Einwohner berichteten von den lautesten und stärksten Explosionen seit langem.

Es handelt sich mindestens um den 16. und 17. israelischen Angriff auf Syrien in diesem Jahr, ein steiler Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Die Angriffe erfolgten in der Vergangenheit stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Seit einem Jahr jedoch benutzt Israel immer mehr den jordanischen Luftraum, um von dort aus sicher den Osten Syriens attackieren zu können, wo inzwischen das Gros der schiitisch-irakischen Milizen mit iranischer Unterstützung zu finden ist. Auch Zentralsyrien mit der Provinz Hama entwickelt sich zu einem populären Ziel, welches wiederum über den Libanon aus angeflogen wird. Insgesamt jedoch werden am meisten Ziele im Raum von Damaskus angegriffen, da es dort angeblich zu den wichtigsten Verhandlungen, Tauschgeschäften etc. zwischen den iranischen Revolutionsgarden, der syrischen Regierung, der Hisbollah und kleineren Gruppierungen kommen soll, so wurden mehrfach Waffenlieferungen oder ranghohe Mitglieder eliminiert.

Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masyaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz und befindet sich höchstwahrscheinlich unter russischer Kontrolle, die gute Beziehungen mit Israel aufrecht erhalten wollen. Die sonstige Luftabwehr Syriens ist vor allem auf dem Raum von Damaskus konzentriert, wo sie durchaus vereinzelte Erfolge vorzeigen, die Angriffe aber nicht vollständig abgewehrt werden können.

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