Die neue Gefahr des IS in Afghanistan

Mit dem Selbstmordanschlag auf den Kabuler Flughafen ist der Islamische Staat in Afghanistan nun endgültig in der öffentlichen Wahrnehmung der internationalen Gemeinschaft angekommen, obwohl sie vor vielen Jahren gegründet wurden und immer wieder ein nicht zu unterschätzender Faktor im 20 Jahre andauernden Krieg um Afghanistan war. Mit dem überhastetem Abzug westlicher Armeen und dem damit verbundenen Zusammenbruch der Regierung entsteht im Land ein neues Machtvakuum, in dem dschihadistische Milizen wie der Islamische Staat florieren können. Jedoch steht die Terrormiliz mit der neuen Führung des Landes, den Taliban, in tiefer Rivalität; beide Fraktionen beanspruchen das Land für sich. Mit dem Aufstieg des Islamischen Staates könnten die Taliban nun paradoxerweise auf die Unterstützung der USA im Kampf gegen die Organisation setzen.

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Selbstmordanschläge auf Kabuler Flughafen

Vor wenigen Minuten ereignete sich an den Toren des Internationalen Flughafens von Kabul eine riesige Explosion, wie Anwohner und militärische Kreise bestätigen. Bisherigen Meldungen zufolge soll es sich um einen Selbstmordanschlag auf das Abbey-Eingangstor für den Flughafen handeln, der inmitten der Menschenmassen dutzende Zivilisten getötet haben soll, auch mehrere Soldaten wurden verletzt. Kurz darauf folgte ein zweiter Angriff auf ein ehemaliges US-Hotel. Während ein Täter noch nicht gefasst wurde gilt der Islamische Staat als wahrscheinlichster Verursacher des Terroranschlages, bereits vor Tagen warnten Geheimdienstberichte vor einem derartigen Ereignis. Die Terrormiliz nutzt dabei die anomische Gefahrensituation in der afghanischen Hauptstadt aus, um unter der Aufmerksamkeit der gesamten Welt für Angst und Schrecken zu sorgen.

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Einigung für Südsyrien?

Neue Entwicklungen in Südsyrien nähren die Hoffnung eines endgültigen Friedens: Nach einem monatelangen Hin und Her, unterbrochen von vergebenen Friedensverhandlungen und schweren Gefechten, scheint es nun eine Einigung zwischen der syrischen Regierung und Aufständischen in den südlichen Vierteln jener Stadt gekommen zu sein, die als der Geburtsort des syrischen Bürgerkrieges gilt. Unter russischer Führung sollen demnach „neutrale Kräfte“ die einst von Ex-Rebellen kontrollierten Gebieten einnehmen, während einem Großteil eine Generalamnestie und ein möglicher Abzug in die letzte, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib angeboten wird. Dennoch befinden sich die Verträge bisher auf wackeligen Füßen, einige der involvierten Gruppen sehen ein Ende lieber in der Schlacht, als am Verhandlungstisch.

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Der letzte Widerstand in Afghanistan

Hoch auf den Dächern des Panjshir-Tals weht die schwarz-rot-grüne Tricolor der afghanischen Regierung, direkt daneben die Flagge der sogenannten „Nördlichen Allianz“, einem losen Militärbündnis vieler verschiedener Organisationen, deren einziger gemeinsamer Nenner der Kampf gegen die Taliban vor über 20 Jahren war. Etwa hundert Kilometer nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul regt sich der letzte aktive Widerstand, ehemalige Warlords, Glaubenskrieger und Teile der afghanischen Armee sehen sich in der Kontinuität der zusammengebrochenen Regierung, ihr Anspruch durch die Führung des ehemaligen Vizepräsidenten Amrullah Saleh untermauert. Während sie internationales Interesse erregen und militärische Gewinne vorlegen können, gibt es jedoch erhebliche Zweifel an der Langfristigkeit und dem Erfolg dieses „Projektes“, welches auf tönernen Füßen steht.

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Schwerster israelischer Angriff auf Syrien seit langem

In der Nacht zum Freitag kam es zu schweren Luftangriffen des israelischen Militärs gegen die syrische Regierung, insbesondere die Hauptstadt Damaskus war davon betroffen. Kurz vor Mitternacht hörten dort die Einwohner der Millionenstadt mehrere Explosion, darauf folgten mehrere Blitze am Himmel, nachdem kurz zuvor der Libanon die Verletzung des eigenen Luftraumes durch mehrere israelische Kampfjets vermeldete. Von der Qualität und Intensität der Aktion soll es sich um die schwersten Angriffe dieses Jahres handeln, Ziel sollen Logistiklager und die libanesische Hisbollah gewesen sein, die ein treuer Verbündeter der syrischen Regierung ist. Bereits am Vortag kam es zu einem bisher kaum geklärten Zwischenfall zwischen den beiden Ländern, bei den israelische Artillerie eine Armeeposition in Syrien bombardierte.

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Syrische Opposition feiert Sieg der Taliban

Flagge der syrischen Opposition neben dem Shahada-Symbol, welches von den Taliban ebenfalls genutzt wird

Mit dem Sieg der Taliban in Afghanistan sehen sich islamistische Kräfte in dem ebenfalls von einem Krieg betroffenen Land Syrien bestärkt in ihrer Haltung, trotz ausbleibender Gewinne den Dschihad hier und woanders weiterzuführen. In der gesamten nordwestsyrischen Provinz Idlib, welche als Letzte ausschließlich von der syrischen Opposition kontrolliert wird, kam es zu Paraden und Feierlichkeiten, aus jeder Moschee ertönten Freudenrufe. Gerade die größte islamistische Gruppierung in Syrien, Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Fateh al-Sham und Jabhat al-Nusra, nationaler al-Qaida-Ableger), weiß die Situation für sich moralisch und propagandistisch auszunutzen. Nichtsdestotrotz könnte der Sieg der Taliban mittel- und langfristig die syrische Opposition schwächen, abhängig von den konkreten Politiken in Afghanistan.

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Neue Kämpfe in Nordsyrien

Nicht nur in Südsyrien kam es nach langer Auszeit zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, auch der Norden des Landes ist derzeit von brutalen Zusammenstößen verschiedener Fraktionen geprägt, wenn auch von niedrigerer Intensität. Türkische Streitkräfte und ihre islamistischen Stellvertreter führen mit dem kurdisch-arabischen Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF), welche wiederum von der syrischen Regierung unterstützt werden, schwere Gefechte entlang der gemeinsamen Frontlinie, innerhalb kurzer Zeit wurden dutzende Zivilisten verletzt und mehrere Kämpfer getötet. Seit dem Tod türkischer Soldaten vor einem Monat konnte sich die Lage in Nordsyrien kaum beruhigen und ist stattdessen von regelmäßigen Plänkeleien geprägt. 
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Kein Frieden für Südsyrien in Sicht

Ende Juli brachen in der südsyrischen Provinz Daraa erstmals seit drei Jahren schwere Gefechte zwischen der syrischen Regierung und Aufständischen in einer Region aus, welche zwar offiziell unter der Kontrolle der Armee steht, faktisch aber ex-oppositionelle Gruppierungen weitgehende Autonomierechte besitzen. Nach einem kurzen militärischen Fiasko erklärten sich beide Seiten zu Gesprächen über eine Waffenruhe bereit, die aber im Sande verlaufen sind. Dadurch sind nun neue Kämpfe ausgebrochen, in denen es um Macht und Einfluss in einer strategisch wichtigen Region geht, in der auch ausländische Partner wie der Iran oder Russland eine unrühmliche Rolle spielen. Bis heute ist kein Ende der Spannungen in Sicht, die Fronten sind weiterhin verhärtet.

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Hisbollah feuert Raketen auf Israel

Die Situation im libanesisch-israelischen Grenzgebiet besitzt seit Freitag ein neues Eskalationspotential, nachdem sich die schiitische Großorganisation Hisbollah zu den jüngsten Raketenangriffen auf die zu Syrien gehörenden, aber faktisch von Israel kontrollierten Golanhöhen bekannte, welche eine Reaktion zu den intensivierten Artillerieschlägen der israelischen Armee auf den südlichen Libanon darstellen. Am Mittwoch starteten unbekannte Täter mehrere Raketen auf eine israelische Siedlung nahe der libanesischen Grenze, woraufhin Israel mit einem großangelegten Artillerieangriff auf die gesamte Grenzregion antwortete. Darauf folgte nun die Intervention der Hisbollah, nachdem es zwei Tage in Folge zu israelischen Luft- und Artillerieschlägen kam. Ein Ende des Konfliktes ist nicht in Sicht.

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Israel bombardiert libanesisches Grenzgebiet

Am Mittwoch Morgen kam es an der israelisch-libanesischen Grenze zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall, als mehrere Raketen und Mörsergranaten aus dem libanesischen Raum ein offenes Areal nahe der israelischen Siedlung Kiryat Shmona trafen und dort ein Feuer entfachten. Israelische Streitkräfte begannen kurz darauf mit dem Artilleriebeschuss auf den Libanon, welche laut dem Verteidigungsministerium entlang der gesamten geteilten Grenze stattfinden und seit über einer Stunde andauern. Die Täter und der Anlass für diesen Angriff auf Israel sind bisher ungeklärt, jedoch geht man von einer eher kleinen und unabhängigen Gruppierung aus, ein mögliches Konfliktpotential mit der Hisbollah oder ähnlichen Organisationen erscheint bisher gering.

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Erstmals Tote bei Drohnenangriff auf ein israelisches Schiff

Erstmals gibt es im geheimen, inoffiziellen Seekrieg zwischen dem Iran und Israel Tote zu vermelden: Vor zwei Tagen wurde ein Schiff unter israelischem Privatbesitz von mehreren Drohnen attackiert, die zwei Besatzungsmitglieder töteten und das Öltanker selber in Brand steckten. Israel beschuldigt nun erstmals die iranische Regierung direkt als Akteure in diesem Angriff und behauptet, Beweise dafür zu besitzen. Damit reiht sich der neueste Vorfall in die zunehmend länger werdende Liste von Sabotageakten auf iranische und israelische Schiffe in den Gewässern des Nahen Ostens ein, welcher aber auch auf dem Land geführt wird. Zuletzt wurde Anfang Juli ein israelisches Frachtschiff im Indischen Ozean von unbekannten Tätern angegriffen, auch hier gilt der Iran als wahrscheinlichster Antagonist.

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