Zweiter israelischer Angriff auf Syrien in Folge

Innerhalb von 48 Stunden flog die israelische Luftwaffe zwei Luftbombardements auf diverse Ziele in ganz Syrien, nach dem Angriff im Südosten der Millionenstadt Aleppo nun auch in der zentralsyrischen Provinz, die fest unter der Kontrolle der syrischen Regierung steht. Bisherigen Berichten zufolge wurden dabei zwei Militäranlagen getroffen, ein Luftwaffenstützpunkt in al-Qusayr und der Militärflughafen al-Shaytat. Mindestens eine der israelischen Raketen konnten dabei von der syrischen Luftabwehr erfolgreich eliminiert, das genaue Ausmaß der Operation und die damit verbundenen Schäden sind dennoch unbekannt. Zumindest al-Qusayr gehört oppositionellen Medien zufolge zu den wichtigsten HIsbollah-Stützpunkten im Land, jedoch gibt es daran mangels Beweisen erhebliche Zweifel.

Mehrere Raketen trafen die zwei bereits erwähnten Stützpunkte im Zentrum Syriens, umgeben von mehreren Luftabwehrsystemen, da die Region in unregelmäßigen Abständen das Ziel israelischer Angriffe ist. Auf veröffentlichten Satellitenbildern ist zu sehen, wie zumindest al-Qusayr von mehreren Projektilen getroffen wurde, die neben einem Brand auch mehrere Luftschutzbunker für Flugzeuge attackierten. Ebenso lässt sich durch Bilder untermauern, dass die syrische Armee erfolgreich zumindest eine Rakete eliminieren konnte, die sich später als „Spice 1000“-Gleitbombe herausstellte.

Über al-Shaytat gibt es nur Gerüchte hingegen. Zumindest wurde der dortige Flughafen in der Vergangenheit bereits mehrfach von Israel angegriffen. Al-Shaytat liegt unweit der syrischen Wüste und ist eine der wichtigsten Militärposten im Kampf gegen den Islamischen Staat, von dort aus werden viele Drohnen oder Flugzeuge aus gestartet und koordiniert. Auch soll bisweilen das iranische Militär vor Ort präsent sein, was israelische Aggressionen erklären würde. Beweise dafür existieren hingegen aber kaum, ebenso wenig wie für die Hisbollah in al-Qusayr.

Es handelt sich mindestens um den 15. israelischen Angriff auf Syrien in diesem Jahr, ein steiler Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Die Angriffe erfolgten in der Vergangenheit stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Seit einem Jahr jedoch benutzt Israel immer mehr den jordanischen Luftraum, um von dort aus sicher den Osten Syriens attackieren zu können, wo inzwischen das Gros der schiitisch-irakischen Milizen mit iranischer Unterstützung zu finden ist. Auch Zentralsyrien mit der Provinz Hama entwickelt sich zu einem populären Ziel, welches wiederum über den Libanon aus angeflogen wird. Insgesamt jedoch werden am meisten Ziele im Raum von Damaskus angegriffen, da es dort angeblich zu den wichtigsten Verhandlungen, Tauschgeschäften etc. zwischen den iranischen Revolutionsgarden, der syrischen Regierung, der Hisbollah und kleineren Gruppierungen kommen soll, so wurden mehrfach Waffenlieferungen oder ranghohe Mitglieder eliminiert.

Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masyaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz und befindet sich höchstwahrscheinlich unter russischer Kontrolle, die gute Beziehungen mit Israel aufrecht erhalten wollen. Die sonstige Luftabwehr Syriens ist vor allem auf dem Raum von Damaskus konzentriert, wo sie durchaus vereinzelte Erfolge vorzeigen, die Angriffe aber nicht vollständig abgewehrt werden können.

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