Neue israelische Bombardements in Syrien

In der vergangenen Nacht startete die israelische Luftwaffe mehrere Raketen gegen Syrien, wo sie dann nach bisherigem Stand in der Umgebung der Hauptstadt Damaskus wieder niedergingen. Syrischen Staatsmedien zufolge wurden die Raketen über den libanesischen Luftraum per Kampfjet gestartet und konnten größtenteils dabei von der syrischen Luftabwehr eliminiert werden, bevor sie ihr Ziel erreichten. Nichtsdestotrotz soll materieller und personeller Schaden verursacht worden sein, auch wurde neben Gebäuden im Süden von Damaskus auch Ziele in der Provinz Homs getroffen, wofür aber keine näheren Details existieren. Es ist der erste israelische Angriff seit einem Monat, wo die syrische Küstenprovinz Latakia attackiert wurde. Der Einsatz von Raketen bzw. Marschflugkörpern ist dabei ungewöhnlich.

Israelische Ziele sollen offenbar Militäranlagen im Süden von Damaskus und ein Forschungslabor in der Provinz Homs gewesen sein. In der Hauptstadt wurde demnach ein Munitionslager getroffen, welches möglicherweise auch vom iranischen Militär oder der libanesischen Hisbollah genutzt wird, da israelische Bombardements in Syrien sich oftmals gegen diese Gruppierungen richtet. Ein weiteres Ziel soll ein Forschungslabor der syrischen Armee gewesen sein, wofür aber keine spezifischere Angaben existieren. Insgesamt schwankt die Anzahl der getöteten Personen zwischen null (syrische Medien) und acht (israelische Journalisten), wobei es sich bei allen Personen entweder um syrische Soldaten oder Mitglieder lokaler Milizenverbände, der „National Defense Force“ handelt. Wie üblich kam es von Israel keine Stellungnahme zu dem Vorfall.

Es handelt sich mindestens um den zwölften israelischen Angriff auf Syrien in diesem Jahr, ein steiler Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Die Angriffe erfolgten in der Vergangenheit stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Seit einem Jahr jedoch benutzt Israel immer mehr den jordanischen Luftraum, um von dort aus sicher den Osten Syriens attackieren zu können, wo inzwischen das Gros der schiitisch-irakischen Milizen mit iranischer Unterstützung zu finden ist. Auch Zentralsyrien mit der Provinz Hama entwickelt sich zu einem populären Ziel, welches wiederum über den Libanon aus angeflogen wird. Insgesamt jedoch werden am meisten Ziele im Raum von Damaskus angegriffen, da es dort angeblich zu den wichtigsten Verhandlungen, Tauschgeschäften etc. zwischen den iranischen Revolutionsgarden, der syrischen Regierung, der Hisbollah und kleineren Gruppierungen kommen soll, so wurden mehrfach Waffenlieferungen oder ranghohe Mitglieder eliminiert.

Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masyaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz und befindet sich höchstwahrscheinlich unter russischer Kontrolle, die gute Beziehungen mit Israel aufrecht erhalten wollen. Die sonstige Luftabwehr Syriens ist vor allem auf dem Raum von Damaskus konzentriert, wo sie durchaus vereinzelte Erfolge vorzeigen, die Angriffe aber nicht vollständig abgewehrt werden können.

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