Syrische Luftabwehrrakete landet unweit israelischer Atomanlage

Gestern kam es zu einem ungewöhnlichen und bis dato einzigartigen Vorfall zwischen Israel und Syrien: Eine syrische Luftabwehrrakete soll beim angeblichen Einsatz gegen einen israelischen Kampfjet im syrischen Luftraum ihr Ziel verfehlt und stattdessen mitten in Israel gelandet sein, nur wenige Kilometer von dem Kernforschungszentrum Negev in Süd-Israel entfernt, welches seit Jahrzehnten auch zur Entwicklung von Atomwaffen genutzt werden soll und erst kürzlich ausgebaut wurde. Als Reaktion bombardierte die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Syrien. Die Umstände für diesen Zwischenfall haben in einigen Kreisen Fragen aufgeworfen, gemessen an dem Umstand, dass eine einzelne Luftabwehrrakete durch halb Israel in der Nähe kritischer Infrastruktur explodieren konnte, ohne dass die entsprechenden Verteidigungssysteme aktiviert wurden. Zudem kam es erst vor zehn Tagen zu einem israelischen Sabotageakt in einer iranischen Atomanlage.

Die Rakete des Typs SA-5, welche vom russischen Luftabwehrsystem S-200 aus gestartet wurde, detonierte etwa 30 Kilometer vom Kernforschungszentrum Negev entfernt, welches wiederum in der Nähe der Stadt Dimona liegt. Während es sich offiziell um eine zivile Anlage zur Stromproduktion handeln soll, sprechen historische Fakten eine andere Sprache: Demnach wurden hier erstmals mit französischer und britischer Unterstützung Uran angereichert, welches für spätere Nuklearwaffen eingesetzt wurde und wird. Die Bedeutung dieser Anlagen ist also enorm, ein Angriff darauf hätte gefährliche Folgen. Die syrische und israelische Regierung bestätigten ungewöhnlicherweise recht kurzfristig voneinander unabhängig, dass die Geschichte von einer „verirrten“ Luftabwehrrakete die offizielle Darstellung sei. Nichtsdestotrotz existieren auch Theorien, wonach es sich bei dieser Aktion um einen iranischen Vergeltungsakt mit syrischer Unterstützung handelt, nachdem Israel im Iran regelmäßig das Atomprogramm und andere Anlagen sabotiert. Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass syrische Luftabwehrraketen derart weit entfernt vom Ziel wieder aufgefunden werden, zuletzt landeten einige SA-5-Projektile in Jordanien und sogar auf Zypern.

Trotzdem ließ eine israelische Antwort nicht lange auf sich warten, wodurch noch am selben Tag laut israelischem Verteidigungsministerium das S-200-Luftabwehrsystem zerstört wurde, welches die Rakete gefeuert hatte. Dabei sollen auch mindestens vier Soldaten verletzt worden sein, einigen Berichten zufolge starb dabei auch ein Syrer. Es handelt sich mindestens um den elften israelischen Angriff auf Syrien in diesem Jahr, ein steiler Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Die Angriffe erfolgten in der Vergangenheit stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Seit einem Jahr jedoch benutzt Israel immer mehr den jordanischen Luftraum, um von dort aus sicher den Osten Syriens attackieren zu können, wo inzwischen das Gros der schiitisch-irakischen Milizen mit iranischer Unterstützung zu finden ist. Auch Zentralsyrien mit der Provinz Hama entwickelt sich zu einem populären Ziel, welches wiederum über den Libanon aus angeflogen wird. Insgesamt jedoch werden am meisten Ziele im Raum von Damaskus angegriffen, da es dort angeblich zu den wichtigsten Verhandlungen, Tauschgeschäften etc. zwischen den iranischen Revolutionsgarden, der syrischen Regierung, der Hisbollah und kleineren Gruppierungen kommen soll, so wurden mehrfach Waffenlieferungen oder ranghohe Mitglieder eliminiert.

Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masayaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz und befindet sich höchstwahrscheinlich unter russischer Kontrolle, die gute Beziehungen mit Israel aufrecht erhalten wollen. Die sonstige Luftabwehr Syriens ist vor allem auf dem Raum von Damaskus konzentriert, wo sie durchaus vereinzelte Erfolge vorzeigen können, die Angriffe aber nicht vollständig abgewehrt werden können.

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