Israelische Luftschläge töten syrische Zivilistin

In der vergangenen Nacht flogen die israelische Luftstreitkräfte zum wiederholten Male mehrere Angriffe auf die Region Damaskus im Südwesten Syriens. Dabei handelt es sich um die schwersten Angriffe seit langem, wodurch es nicht nur zu materiellen Schäden gekommen ist, sondern auch mindestens zwei syrische Soldaten gestorben sind. Einige syrische Staatsmedien berichten sogar davon, dass ein Zivilist in Folge der Luftschläge ermordet wurde. Ausnahmsweise sollen diesmal nicht die Hisbollah oder der Iran das Ziel Israels gewesen sein, sondern die syrische Regierung selber.

Angegriffen wurden mehrere militärische Anlagen und Bunker südlich der Hauptstadt Damaskus, welches nur etwa 50 Kilometer von israelischem Territorium bzw. die von Israel besetzten Golanhöhen entfernt liegt. Durch diese Nähe war die israelische Luftwaffe nicht dazu gezwungen, syrischen Luftraum betreten zu müssen und dadurch ihre Angriffe über israelischen oder oftmals auch dem wehrlosen libanesischen Luftraum auszuführen, um das eigene Risiko zu verringern. Getroffen wurde bisherigen Berichten zufolge eine Luftabwehrposition, wodurch zwei Soldaten getötet und sieben weitere verletzt wurden. Im Dorf al-Hajena in der Nähe wurde zudem eine Familie getroffen, wodurch eine Frau getötet und ein Mann verletzt wurde.

Es handelt sich mindestens um den neunten israelischen Angriff in Syrien dieses Jahr. Die Angriffe erfolgten in der Vergangenheit stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Seit einem Jahr jedoch benutzt Israel immer mehr den jordanischen Luftraum, um von dort aus sicher den Osten Syriens attackieren zu können, wo inzwischen das Gros der schiitisch-irakischen Milizen mit iranischer Unterstützung zu finden ist. Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masayaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz.

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