Hunderte Tote im Krieg zwischen Armenien & Aserbaidschan

Schon seit drei Tagen stehen sich armenische und aserbaidschanische Truppen in der Region von Bergkarabach gegenüber, ohne eine Aussicht auf Ruhe oder Frieden. Unentwegt hört man über den Verteidigungsstellungen der armenischen und karabachischen Streitkräfte das Summen der dutzenden Drohnen, die sich bisher als die tödlichste und effektivste Waffe des aserbaidschanischen Arsenal herausstellen, während Positionen in Aserbaidschan immer wieder von den Artilleriesalven Armeniens heimgesucht werden. Trotz schwerer Verluste auf beiden Seiten scheint Armenien und Bergkarabach bisher die Oberhand zu haben und ihr Territorium erfolgreich verteidigen zu können, obwohl Aserbaidschan zu immer schwereren Waffen greift, zuletzt zu den scheinbar unaufhaltsamen Kamikaze-Drohnen, die sogar tief in das armenische Gebiet eindringen. Während die Türkei angeblich einen Kampfjet zerstört, kommt es an der iranischen Grenze zu Spannungen.

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Sind syrische Söldner für die Türkei in Aserbaidschan?

Der Einsatz syrischer Söldner zur Durchsetzung türkischer Interessen in Konfliktherden ist kein offenes Geheimnis, die Türkei setzte in Libyen rigoros Tausende Syrer bei der erfolgreichen Verteidigung der Hauptstadt Tripolis gegen die ostlibysche Parallelregierung ein. Nun werden Tag für Tag die Stimmen und Beweise lauter, die den Einsatz derartiger Kämpfer auch in Aserbaidschan belegen, einige davon bevor die ersten Kämpfe zwischen Bergkarabach bzw. Armenien und Baku ausbrachen. Der Einsatz von Syrern würde den Konflikt nicht nur weiter in eine internationale Dimension, an dessen Spitze die Türkei zunehmend gegen Armenien interveniert, eskalieren lassen, sondern auch an dunkle Verbrechen des letzten großen Krieges um Bergkarabach erinnern, wo sich verschiedene islamistische Organisationen dem Kampf gegen Armenien anschlossen.

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24 Stunden Krieg in Bergkarabach

Aserbaidschanische Drohnenaufnahme zeigt befestigte Stellung eines armenischen Fahrzeuges

Nach einem Tag erinnert nur wenig an die brüchige, aber effektive Waffenruhe zwischen Aserbaidschan und Armenien bzw. der autonomen Republik Bergkarabach. Stattdessen hält der Tod Einzug, auf beiden Seiten gibt es dutzende Tote zu beklagen, während die Gefechte über die Nacht weiter andauerten. Unklar ist jedoch, wer aus den ersten 24 Stunden als Sieger hervorgeht. Aserbaidschan behauptet, mehrere Dörfer erobert zu haben, während Armenien jegliche Gebietsverluste verneint. Die von der Türkei unterstützte und Gerüchten zufolge auch durchgeführte Drohnenkampagne verursacht auf armenischer Seite schwere Verluste, während armenische Truppen den vorrückenden aserbaidschanischen Einheiten durch Minen, Fallen und Hinterhalte enormen Schaden zufügen. In beiden Ländern wird mobilisiert, während das Ausland machtlos zuschaut.

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Neuer, alter Krieg im Kaukasus

Am frühen Morgen des Sonntags eskalierte die Situation an der Grenze zwischen Aserbaidschan und der autonomen, armenischen Region Nagorny-Karabach. Aserbaidschanische Truppen übertraten mit mehreren Kampfverbänden die Grenze und starteten Artillerieangriffe entlang der gesamten Frontlinie, zum ersten Mal seit Jahrzehnten wurde sogar die Hauptstadt Stepanakert bombardiert. Die Aktionen Aserbaidschans deuten auf eine klare und geplante Offensive hin, die in ihrer Intensität wesentlich höher als die Plänkeleien zwischen Baku und Armeniens im Juli ist. Zum ersten Mal nimmt die Türkei auch eine dominante Rolle ein, die der aserbaidschanischen Armee nicht nur Unmengen an Waffen und Kriegsgerät bereitstellt, sondern selber mit Drohnen aktiv ist und diversen Berichten sogar syrische Islamisten in den Kaukasus transportiert.

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Chancen für einen Frieden in Libyen

Die vergangene Woche war in Libyen ein Zeitraum des Wandels und der Umbrüche, insbesondere im politischen Bereich. Überraschend kündigte der amtierende Premierminister der sogenannten „Einheitsregierung“ (GNA) in Westlibyen, Faiyz al-Sarraj, seinen Rücktritt bis Oktober an. Derweil nehmen im gesamten Land die Proteste zu, wodurch inzwischen auch die ostlibysche Tobruk-Regierung betroffen ist und ebenfalls zurücktreten will. Diese kündigte nicht nur einen Wechsel des Regierungssitzes von der kleinen Stadt Tobruk zum wichtigen Hafenort Sirte an, sondern auch die Wiederaufnahme der Ölproduktion im Land, welche jahrelang von der „Libyschen Nationalarmee“ (LNA) blockiert wurde, welche der Tobruk-Regierung untersteht. Im Hintergrund sollen sich die ausländischen Unterstützer wie Russland oder die Türkei annähern und somit auf eine diplomatische Lösung hinarbeiten, zumindest wären die letzten Entwicklungen ein klarer Indikator dafür.

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Türkei verschifft syrische Islamisten nach Aserbaidschan

Es mehren sich die Gerüchte, dass die Türkei hunderte syrische Islamisten nach Aserbaidschan zur Kampfunterstützung gegen Armenien schicken will. Diversen Berichten zufolge errichtete die Türkei im Norden Syriens mehrere Rekrutierungsbüros, die händeringend Kämpfer für einen Einsatz in Aserbaidschan suchen, ohne nähere Details zu erklären. Die Türkei ist der traditionelle und engste Partner Aserbaidschans, welche zusammen in tiefer Feindschaft gegenüber Armenien stehen. Zudem kam es erst im Juli zu schweren Plänkeleien zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften, wodurch auf beiden Seiten Tote gemeldet wurden. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Türkei syrische Söldner dafür einsetzt, ihre eigenen Interessen in Konfliktherden durchzusetzen. In Libyen sind bereits tausende Syrer aktiv, welche von der türkischen Armee ausgebildet und dorthin transportiert wurden.

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Der Aufstieg des Islamischen Staates in Mosambik

Überreste der Strandhütten auf der Insel Vamizi, nachdem sie von IS-Kämpfern zerstört wurden

Im äußersten Nordwesten des Mosambiks herrscht der Terror. Dort ergibt sich ein Szenario, welches global kaum bekannt ist und zugleich frappierend an das Geschehen in anderen Ländern erinnert: Der nationale Ableger des Islamischen Staates herrscht über ein Gebiet, welches neben mehreren Städten auch riesige Mengen an Erdgas und eine international bekanntes Tourismusziel beinhaltet. Der offiziell als „Islamische Staat Zentralafrika)“ (ISCA) bezeichnete Vertreter der Terrormiliz kann in dem mehrheitlich christlichen Mosambik von der Korruption, Brutalität und Marginalisierung der muslimischen Bevölkerung durch die Regierung profitieren und auf dessen Basis ein neues Kalifat errichten. Die Sicherheitskräfte sind mit der Situation überfordert, obwohl internationale Unterstützung in Form von russischen und südafrikanischen Privatarmeen gegeben ist.

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Viel Lärm um nichts

Das vor wenigen Tagen beschlossene „Friedensabkommen“ zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain mit den USA in Vermittlerrolle wird oft als „Jahrhundertdeal“ bezeichnet, der eine Möglichkeit für Frieden in dem Konflikt zwischen Israel und Palästina bietet. In Wirklichkeit ist dieser Vertrag nicht mehr als Ausdruck der realpolitischen Verhältnisse im Nahen Osten den entsprechenden geopolitischen Gegebenheiten. Die Kooperation zwischen Israel und diversen Golfstaaten in vielen Fragen ist ein offenes Geheimnis, dieses neue Friedensabkommen zwischen Staaten, die niemals im Krieg waren, ist lediglich eine Offenbarung dieser Allianz, welche gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung entschieden wurde. Dementsprechend begrenzt ist auch die Vermittlerrolle der Vereinigten Staaten, welche sich jetzt als der große Diplomaten porträtieren.

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Das klammheimliche Eingeständnis der USA

Seit dem Jahre 2020 ist es keine Seltenheit mehr, nicht nur syrische, russische und türkische Drohnen und Flugzeuge im Luftraum des Nordwesten Syriens zu erblicken. Auch die USA operiert über der letzten, noch von aufständischen Islamisten kontrollierten Provinz des Landes immer öfters und tötet dabei systematisch wichtige Dschihadisten, die in Verbindung mit dem Islamischen Staat oder al-Qaida stehen. Denn die Region Idlib ist über die Jahre des syrischen Krieges hinweg zum Rückzugs- und Schutzort etlicher Glaubenskämpfer geworden und damit auch jene Fraktion, die die USA jahrelang mit Waffen und Ausrüstung im Wert von Milliarden Dollar unterstützt und beliefert haben. Nun versucht man, zumindest teilweise diese Gefahr auszumerzen.

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Die Macht der Frauen in Belarus

In Belarus dauern die Proteste trotz der zunehmend repressiveren und restriktiveren Maßnahmen der belorussischen Regierung weiterhin an. Unbeirrt gehen Hunderttausende im ganzen Land auf die Straße, um sich für demokratische und freie Wahlen einzusetzen. Amtierender Präsident Aleksandr Lukaschenka reagiert darauf nur mit dem Einsatz eigener Sicherheitskräfte, welche Gummigeschosse einsetzen und zur Einschüchterung mehrere Läden zerstören. An vorderster Front dieser Entwicklungen befinden sich immer mehr Frauen, welche sich damit auch gegen die patriarchalischen Strukturen in Belarus auflehnen und zur Avantgarde „der Revolution“ avancieren, nachdem sie mit der inzwischen nach Litauen abgeschobenen Präidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja eine neue Ikone gewonnen hatten.

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In Marib entscheidet sich das Schicksal Jemens

Vor mehreren Monaten starteten die zaidisch-schiitischen Houthi-Rebellen (auch bekannt unter ihrem offiziellen Namen „Ansar Allah“) einen Großangriff auf die von der Exilregierung gehaltene Stadt Marib, welche sich im Verlaufe des jemenitischen Konfliktes zu einem Stabilitätsanker und Zufluchtsort von Millionen Flüchtlinge entwickelt hat und nun das zukünftige Schicksal des Jemens entscheiden könnte. Denn die gleichnamige Provinz würde für die Houthis das Tor zum wüstenreichen Osten des Landes öffnen, in jenes Gebiet, welches den einzigen geöffneten Grenzübergang zu Saudi-Arabien und die Ölfelder des Landes besitzt.

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Russland kontert US-Sanktionen auf Syrien

Russischer Vizepräsident, syrischer und russischer Außenminister während einer Pressekonferenz in Damaskus

Vor drei Monaten verabschiedete die amerikanische Regierung eine weitreichende Programmatik, die schwere Wirtschaftssanktionen gegenüber der syrischen Regierung und dem Land allgemein auferlegte. Die als „Caesar-Gesetze“ verkündeten Sanktionen, eine Anspielung auf den geheimen Informanten „Caesar“, welcher Tausende Bilder angeblicher Todes- und Folterungsopfer der syrischen Regierung dokumentierte, jedoch ein Großteil der Bilde als syrische Soldaten oder Regierungsanhänger identifiziert wurden, stürzten einen Großteil der Bevölkerung in eine Armut, die man trotz neun Jahren Krieg und einer anhaltenden Epidemie nicht kannte. Während die USA ihre Sanktionen immer weiter ausbreiten, kündigte Russland ein neues Wirtschaftsabkommen ab, welches die Situation in Syrien verbessern soll.

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Syrische Armee startet Operation gegen stärker werdenden IS

IS-Kämpfer erbeuten Pick-Up der syrischen Armee mitsamt zwei gefangen genommenen Soldaten

Während in weiten Teilen Syriens seit Monaten eine Waffenruhe herrscht, bildet der Osten des Landes eine Ausnahme davon: Seit Jahren sind dort die Überbleibsel des Islamischen Staates aktiv, attackieren Infrastruktur, Zivilisten und Militärstellungen der syrischen Regierung genauso wie jene der kurdisch-arabischen „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF). In letzter Zeit haben derartige Aktionen der Terrormiliz erheblich zugenommen, bedrohen sogar die wenigen Städte mitten in der Wüste Ostsyriens. Deswegen starteten die syrischen Streitkräfte mit der Unterstützung Russlands eine neue Operation gegen den Islamischen Staat. Jedoch gibt es ernsthafte Zweifel an den Erfolg einer solchen Offensive, wie die Vergangenheit bereits bewiesen hat.

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Gewaltsame Machtkämpfe innerhalb libyscher „Einheitsregierung“

Im Westen Libyens brodelt es: Innerhalb der sogenannten „Einheitsregierung“ unter der Führung des Premierministers Faiyz al-Sarraj gibt es Anzeichen für innere Risse, nachdem der innerhalb der Bevölkerung durchaus beliebte Verteidigungs- und Innenminister Fathi Bashaga entlassen wurde. Als Anlass wurde die gewaltsame Niederschlagung oppositioneller Proteste in der Hauptstadt Tripolis genommen, worunter angeblich auch syrische Islamisten involviert waren. Für viele ist es aber nur ein vorgeschobener Grund, stattdessen sehen Viele Bashaga als den Vorkämpfer gegen Korruption und Anomie, was ihn wiederum zu einem Dorn im Auge der Regierung macht. Dieser Konkurrenzkampf könnte letztendlich die Waffenruhe im Land gefährden.

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Israelische Luftschläge töten syrische Zivilistin

In der vergangenen Nacht flogen die israelische Luftstreitkräfte zum wiederholten Male mehrere Angriffe auf die Region Damaskus im Südwesten Syriens. Dabei handelt es sich um die schwersten Angriffe seit langem, wodurch es nicht nur zu materiellen Schäden gekommen ist, sondern auch mindestens zwei syrische Soldaten gestorben sind. Einige syrische Staatsmedien berichten sogar davon, dass ein Zivilist in Folge der Luftschläge ermordet wurde. Ausnahmsweise sollen diesmal nicht die Hisbollah oder der Iran das Ziel Israels gewesen sein, sondern die syrische Regierung selber.

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