Schusswechsel an israelisch-libanesischer Grenze

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Vor wenigen Stunden kam es an der israelisch-libanesischen Grenze zu mehreren Plänkeleien zwischen israelischen Streitkräften und der libanesisch-schiitischen Organisation Hisbollah. Bisherigen israelischen Angaben zufolge gab es zwei, voneinander unabhängige Ereignisse: Angeblich wurde ein israelischer Kampfpanzer von einer Panzerabwehrlenkwaffe der Hisbollah getroffen wurde, während woanders eine Einheit der libanesischen Miliz versucht hatte, die sogenannte „blaue Linie“, eine Demarkationslinie zwischen Israel und dem Libanon, zu infiltrieren, wodurch es zu stundenlangen Artilleriefeuer auf libanesische Dörfer gekommen ist. Die verschiedenen Seiten sprechen der jeweils Anderen die Schuld für diese neueste Eskalation zu, während sie sich bedeckt mit Informationen halten. Die Hisbollah behauptet sogar, keinen Angriff durchgeführt zu haben und Israel stattdessen „auf Geister“ geschossen hätte.

Bisher ist recht wenig über den Vorfall bekannt. Auf die von Israel besetzten Sheeba-Farmen, welche vom Libanon und Syrien gleichermaßen beansprucht werden, kam es israelischen Medien zufolge zu dem Schusswechsel zwischen angeblichen Hisbollah-Kämpfern und israelischen Soldaten, nachdem die Hisbollah mithilfe einem russischen Kornet-Waffensystem versuchte, einen israelischen Merkava-Kampfpanzer zu zerstören. Sollte die libanesische Organisation in ihrem Vorhaben erfolgreich gewesen sein, könnte man in den kommenden Stunden ein Video davon erwarten. Israel hingegen behauptet, einen Infiltrationsversuch von mehreren schiitischen Milizionären abgewehrt und dabei mehrere Kämpfer getötet zu haben. Offiziell behaupten beide Seiten, keine Verluste erlitten zu haben. Hisbollah-Angaben gehen sogar noch weiter und behaupten, dass keinerlei Angriff durch sie stattgefunden hatte. Die israelischen Bewohner der Region Har Dov wurden von der Armee angewiesen, zu Hause zu bleiben.

Als Reaktion startete Israel mehrere Artillerieangriffe auf die Dörfer Kfarchouba und Hebbariye nahe der Grenze, wodurch mehrere Wohnhäuser beschädigt wurden. Dennoch konnte sich die Situation ebenso schnell beruhigen, wie sie gestartet ist. Die israelische Luftwaffe verhielt sich auffällig ruhig während des ganzen Geschehens, jedoch sollen sie derzeit in der Nähe des syrischen Luftraumes aktiv sein, wo sie in den letzten Tagen immer wieder mithilfe von Hubschraubern und Kampfjets syrische Positionen attackierten.

Bereits in den vorherigen Wochen verstärkten die israelischen Streitkräfte ihre Verteidigungspositionen entlang der Grenze zum Libanon mit neuen Truppen, darunter mehrere neue Division. Im gleichen Zusammenhang warnte die israelische Regierung vor einer möglichen Operation der Hisbollah, während Anführer Nasrallah Israel vor möglichen „Vergeltungsangriffen“ aufgrund der weiterhin anhaltenden israelischen Bombardements in Syrien, die sich gezielt gegen die Hisbollah-Präsenz im Nachbarland richtet. Einen ähnlichen Vorfall gab es vor etwa einem Jahr, als die Hisbollah einen israelischen Armeekonvoi auf den Sheeba-Farmen attackierte.

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