Neuer israelischer Raketenangriff auf Syrien

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In der vergangenen Nacht kam es über dem Himmel Südsyriens zum Schusswechsel zwischen den israelischen Luftstreitkräften und den Luftabwehrraketen der syrischen Regierung. Mehrere israelische Raketen trafen demnach militärische Ziele im Umland der Hauptstadt Damaskus und vernichteten ersten Berichten zufolge iranische Waffenlieferungen, die womöglich für die libanesische Hisbollah bestimmt waren. Während syrische Staatsmedien wie üblich von der erfolgreichen Abwehr der „israelischen Provokateure“ berichten, sollen mindestens sieben syrische Soldaten verletzt worden sein. Zudem landete eine Luftabwehrrakete in Jordanien und verursachte dabei einen Flächenbrand, welcher erst zu Tagesbeginn unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Israelische Kampfjets starteten mehrere Raketen über dem Luftraum Libanons und den von Israel besetzten Golanhöhen, wodurch die syrische Luftabwehrsysteme nur bedingt effektiv agieren und reagieren können. Ungewöhnlicherweise dauerte der Angriff eine halbe Stunde an, wesentlich länger als üblich. Viele der israelischen Raketen trafen Gebäudekomplexe in Damaskus und den weiter südlich gelegenen Städten, welche seit jeher eine höhere Präsenz der iranischen Revolutionsgarde und verschiedener, von ihnen unterstützten Gruppierungen aufweist und dementsprechend immer wieder Ziel israelischer Angriffe wird. Jedoch gibt es keine näheren Details von den verursachten Schäden, lediglich Meldung von sieben verletzten Soldaten.

Außerdem beschädigten mehrere syrische Luftabwehrraketen einige Gebäude, nachdem sie außer Kontrolle gerieten. Eine davon landete im syrisch-jordanischen Grenzgebiet und verursachte kurz daraufhin einen Waldbrand, welcher aber nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte. Es ist bereits das zweite Mal, dass eine solche Rakete ein anderes Land traf: Bereits vor wenigen Monaten wurden die Überreste einer anderen Luftabwehrrakete auf Zypern gefunden, woraufhin sich die syrische Regierung entschuldigte. Zu beiden Ländern pflegt Syrien pragmatische bis gute Beziehungen, dementsprechend wird es wohl zu keinen langfristigen Konsequenzen kommen.

Es handelt sich mindestens um den siebten israelischen Angriff in Syrien dieses Jahr. Die Angriffe erfolgten in der Vergangenheit stets vom libanesischen Luftraum oder von den israelisch besetzten Golanhöhen aus, wodurch die syrische Luftabwehr erst verspätet aktiviert wird. Seit einem Jahr jedoch benutzt Israel immer mehr den jordanischen Luftraum, um von dort aus sicher den Osten Syriens attackieren zu können, wo inzwischen das Gros der schiitisch-irakischen Milizen mit iranischer Unterstützung zu finden ist. Eigentlich einigten sich Russland und Syrien auf die Lieferung moderner S-300-Luftabwehrsysteme, nachdem ein russisches Aufklärungsflugzeug über Latakia abgeschossen wurde. Derzeit ist aber noch unklar, ob die S-300 mitsamt weiterer Radarsysteme und anderer Logistik überhaupt einsatzfähig ist, zumindest wird das zukünftige syrische Personal noch von Russland vor Ort ausgebildet. Die S-300-Abwehrbatterie soll in der Nähe von Masayaf in Nord-Hama stationiert sein, bisher kam sie noch nicht ein einziges Mal zum Einsatz.

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