Hilfsorganisation der USA schmuggelt Waffen in den Jemen

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Als die jemenitischen Houthi-Rebellen ihre neuesten Waffenfunde in der nordjemenitischen Provinz al-Jawf inspizierten, fanden sie etwas ungewöhnliches: Dem Pressesprecher der Houthis (offiziell bekannt unter dem Organisationsnamen „Ansar Allah“) zufolge fand man in mehreren Depots Waffen und Munition aus den Händen der „United States Agency for International Development“ (USAID), einer humanitären Hilfs- und Koordinierungsorganisation des amerikanischen Außenministeriums, um offiziell Entwicklungsarbeit in durch Krieg oder Zerstörung geprägten Ländern eine enge Kooperation mit den USA zu erwirken. Insofern diese Waffensysteme tatsächlich aus den USA stammen, könnte dies auf eine neue Dimension der amerikanischen Intervention im Jemen hindeuten.

Der Houthi-Pressesprecher Yahya Saree begann die extra für diesen Anlass einberufene Stellungsnahme von Ansar Allah mit den Worten: „In den vergangenen Tagen haben jemenitische Streitkräfte bei Säuberungsaktionen in den Provinzen Ma’rib und al-Bayda große Mengen von in den USA erstellter Munition bei den Positionen saudischer Söldner  entdeckt“. Diese Anschuldigungen wurden mit mehreren Beweisbildern und -videos untermauert, welche mehrere Aufkleber der USAID an Munitionskisten und amerikanischen Panzerabwehrwaffen zeigen. Den Houthis zufolge unterstütze die Organisation bereits seit Jahren feindliche Fraktionen wie die jemenitische Exilregierung unter Präsident Massoud Hadi und Saudi-Arabien mit Informationen und Equipment unter dem Deckmantel der humanitären Unterstützung.

„Unser Volk wird durch von den USA hergestellte Waffen getötet. Unser Volk durchlebt eine Tortur, weil die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Stellvertreter in der Region – die Regimes Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate – unterstützen und sie dazu drängen, ihre Agenda und Politik umzusetzen“ betonte Saree. In dem Zusammenhang sprach der Houthi-Innenminister Abdul Khaleq al-Ajri auch vom geheimen Drogenschmuggel durch die „Aggressorstaaten“, ohne jedoch nähere Details oder Beweise dafür vorzulegen.

Insgesamt gibt es für die gegenwärtige Situation und Tatsachenbehauptung nur ungenügend Beweise. Während man es als gesichert betrachten kann, dass die Houthi-Rebellen während einer ihrer Razzien Waffen- und Munitionsbestände mit USAID-Aufklebern gefunden haben, ist der Ursprung davon völlig unklar. Möglicherweise gab es diese Waffenlieferungen direkt zwischen der amerikanischen Organisation und Saudi-Arabien bzw. ihre Ansprechpartner im Jemen, alternativ könnte z.B. Saudi-Arabien auch ältere Bestände einfach aufgekauft haben. In jedem Falle wirft das ein fragwürdiges Licht auf die USA, welche angeblich seit Jahren und Monaten ihre Rolle im jemenitischen Konflikt stark eingeschränkt haben.

Anlass für den Fund war die gegenwärtige Militäroffensive der Houthi-Rebellen in der Provinz al-Jawf, dessen Ziel die Eroberung der Stadt Marib ist, welche bisher vergleichsweise vom Krieg verschont blieb und zugleich das wichtigste Handelskreuz für den Ölhandel im Land darstellt. Von dort aus ist das Tor in Richtung Ost-Jemen geöffnet. Außerdem befindet sich nahe Marib der letzte offene Grenzübergang zwischen Saudi-Arabien und seinem südlichen Nachbar. Bisher kann die Offensive durchaus Erfolge vorweisen, vor allem in Hinsicht der erbeuteten Waffen und Fahrzeuge, jedoch macht das schwierige Terrain das Vorrücken sehr langatmig.

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