Scharmützel zwischen Regierung und Kurden in Kamischli

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Russische Kräfte in Qamishli

In der im Nordosten von Syrien gelegenen, selbsternannten Hauptstadt al-Qamishli des kurdisch-arabischen Milizenbündnisses der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) kam es erneut zu Spannungen zwischen den lokalen Streitkräften der SDF und jenen der syrischen Regierung, die in dem Tod eines Kämpfers endeten. Die Situation schaukelte sich immer weiter hoch und hätte sich zu ernsthaften Gefechten entwickeln können, hätte ein Kontingent der russischen Militärpolizei nicht die Situation deeskaliert. Es ist nicht klar, was der Grund für die angespannte Lage zwischen den zwei, eigentlich miteinander kooperierenden Kräften gewesen ist. Trotzdem ist es nicht das erste Mal, dass sich Sicherheitskräfte der Regierung und SDF Plänkeleien in der Großstadt Qamishli halten.

Demnach eröffneten Sicherheitskräfte der regierungstreuen „National Defence Forces“ (NDF), ein Milizenbündnis welche sich vor allem aus lokalen Einwohnern rekrutieren und einfache Aufgaben übernehmen, das Feuer auf einen Konvoi des kurdischen Pendants, (die Asayish), nachdem dieser nicht an einem Checkpoint der Regierung anhalten wollte.  Dabei starb ein kurdischer Kämpfer und Weitere wurden verletzt. Die Region in und um Qamishli wird immer wieder von Selbstmordattentätern des Islamischen Staates heimgesucht, dementsprechend errichtete man etliche Checkpoints um ankommende Autos, Motorräder etc. zu überprüfen. Erst durch die Stationierung des russischen und syrischen Militärs kam es zur Deeskalation, nachdem Asayish-Streitkräfte ein Hauptquartier der NDF umstellten.

Es kam in den vergangenen Jahren immer wieder zu derartigen Situationen, welche oftmals in noch größerem Blutvergießen endeten. Vor einem Jahr kam es zu einem ähnlichen Ereignis, in dessen Folge 18 Kämpfer von beiden Seiten ihr Leben nahmen. Als Anlass werden immer Unstimmigkeiten bei den Checkpoints genannt, so werden entweder Sicherheitsmaßnahmen der anderen Seite ignoriert oder man versucht Rekrutierungskampagnen im anderen Territorium durchzuführen. Einigen Berichten nach werden diese Konflikte aktiv von den USA unterstützt, da sie die derzeit andauernden Friedensverhandlungen zwischen SDF und syrischer Regierung behindern und dies ein Einflussverlust für die USA in Syrien bedeuten würde.

Die Stadt al-Qamishli ist seit jeher in zwei Teile geteilt: Während die Kurden den Großteil der Großstadt beherrscht, kontrolliert die syrische Regierung weiterhin das Zentrum mitsamt syrisch-türkischen Grenzübergang, viele christliche Viertel und den großen Flughafen vor Ort. Im Gegensatz zur weiter südlich gelegenen Stadt al-Hasakah kam es hier aber nur zu vereinzelten, isolierten Vorfällen. Dort intervenierte vor zwei Jahren sogar die syrische Luftwaffe, letzten Endes wurden die Regierungseinheiten jedoch aus dem Großteil der Stadt verbannt und darf nach langwierigen Verhandlungen nur noch eine administrative Präsenz vor Ort besitzen.

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