Türkische Soldaten töten Demonstranten in Idlib

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Bei der letzten gemeinsamen Militärpatrouille russischer und türkischer Streitkräfte in der Provinz Idlib kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, in dessen Folge das türkische Militär mehrere Menschen tötete. Beide Länder einigten sich in Folge von Verhandlungen über eine Idlib-Waffenruhe auf eine demilitarisierte Zone, die zugleich entlang der M4-Autobahn verläuft, welche die Provinz in zwei Hälften unterteilt und die Großstädte Latakia und Aleppo miteinander verbindet. Der Frieden sollte daraufhin mit gemeinsamen Patrouillen gesichert werden, jedoch lehnen insbesondere die in Idlib ohnehin dominierenden Kräfte einen solchen Frieden ab und sehen ihn als Verrat an. Daraufhin wurden die Militärkonvois stets blockiert und mit Waffengewalt gedroht, sollte die Türkei den „Verrat“ nicht beenden. Nun ist die Situation eskaliert, Islamisten reagierten mit Angriffen auf türkische Militärfahrzeuge in der Region.

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Unabhängiges Südjemen ausgerufen

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Südjemenitische Separatisten erklärten in der vergangenen Nacht die Unabhängigkeit bzw. autonome Alleinherrschaft gegenüber der international anerkannten Exilregierung, welche nach der Niederlage im Kampf gegen die Houthi-Rebellen in den Süden und Osten des Landes floh. In mehreren Provinzen wurden Regierungsgebäude und Institutionen von südjemenitischen Milizen übernommen, die vom sogenannten „südjemenitischen Übergangsrat“ angeführt werden und einen unabhängigen Staat etablieren wollen. Unterstützung erhalten sie dabei zumindest teilweise durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Bereits in der Vergangenheit gab es ähnliche Machtergreifungsversuche, die jedoch durch diplomatische Verhandlungen zwischen Separatisten und Regierung beigelegt werden konnten. Ob sich ein solches Szenario wiederholen wird, ist bisher unklar.

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Ping-Pong um Tripolis

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Vor etwa einer Woche sah es danach aus, dass die Milizen der sogenannten „Einheitsregierung“ (GNA) mit ihrem Hauptsitz in Tripolis erfolgreich gegen „Libysche Nationalarmee“ (LNA) unter der Führung von Khalifa Haftar bzw. der ostlibyschen Tobruk-Regierung vorrücken und verloren gegangene Gebiete wiedererobern würde. Vorübergehend bestand sogar die Wahrscheinlichkeit, sämtliche Gebietsgewinne der Nationalarmee über ein Jahr zu revidieren und damit die Schlacht um Tripolis für sich entscheiden zu können. Nun aber hat sich das Blatt wieder gewendet und die LNA befindet sich auf dem Vormarsch. Dieses Ping-Pong-Prinzip ist federführend für den libyschen Konflikt und stärkt dabei die internationalen Akteure im Krieg, allen voran die Türkei und den Vereinigten Arabischen Emirate.

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Neue israelische Angriffe in Syrien

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In der vergangenen Nacht bombardierte die israelische Luftwaffe mehrere militärische Ziele im Zentrum Syriens, besonders betroffen war die Wüstenstadt Palmyra bzw. Tadmur und umliegende Orte. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr intervenierte Israel direkt in Syrien, jedoch verschieben sich die Aktionen in Form von Raketen- und Luftangriffen immer weiter in den Osten des Landes. In jene Gebiete, in der von dem Iran unterstützten Milizen besonders präsent sind, zusammen mit ihren irakischen Verbündeten kontrollieren sie dort weite Teile des syrisch-irakischen Grenzgebietes nach jahrelangen Gefechten gegen den Islamischen Staat. Auch gerade zum Zeitpunkt der israelischen Luftangriffe startete die syrische Regierung eine Anti-IS-Kampagne in Zentralsyrien.

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In Idlib wird die Waffenruhe brüchig

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Russisch-türkische Militärpatrouillen werden regelmäßig von Islamisten bedroht

Trotz einer größtenteils eingehaltenen Waffenruhe in der letzten, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib kommt es in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt zu einzelnen Scharmützeln und Luftangriffen. Derzeit mehren sich die Gerüchte, dass die Syrisch-Arabische Armee im kommenden Zeitraum eine neue Militäroperation starten könnte, die die Eroberung jener Gebiete in Idlib vorsieht, die ihnen durch die Waffenruhe zugesprochen wurden. Doch auch fernab der Frontlinien nimmt die Gewalt zu, zwischen Islamisten und türkischen Truppen gibt es erhebliche Spannungen, die jederzeit in einer Gewaltspirale münden und die türkischen Ambitionen in Syrien gefährden könnte. Außerdem desertieren von den USA ausgebildete und finanzierte Aufständische in Südsyrien zur syrischen Regierung.

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Türkische Intervention in Libyen verzeichnet erste Erfolge

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Der libysche Bürgerkrieg ist derzeit wohl der brutalste Konfliktherd auf der Welt, nachdem es in Syrien und dem Jemen Friedensverhandlungen gibt. Im Nordwesten des Landes dauern die schweren Gefechte zwischen der „Libyschen Nationalarmee“ (LNA) unter der Führung der ostlibyschen Tobruk-Regierung und dem General Khalifa Haftar und den verschiedenen Milizen unter dem Schirm der sogenannten „Einheitsregierung“ (GNA), welche nur noch ein kleines Gebiet im Nordwesten des Landes kontrollieren, weiter an. Dank der massiven Unterstützung der Türkei konnte die GNA eine erfolgreiche Gegenoffensive durchführen und die Landverbindung zu Tunesien wiederherstellen und bedroht nun ein Flugfeld, welches für die gesamte Tripolis-Offensive Haftars elementar ist. Um ihre Stellvertreter zu beschützen, schreckt die Türkei nicht mal vor dem Einsatz eigener Kriegsschiffe oder Tausenden syrischer Islamisten zurück.

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Der Islamische Staat regeneriert sich in der syrischen Wüste

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Screenshot aus einem IS-Propagandavideo zeigt die Überbleibsel eines erfolgreichen Überfalls

Eigentlich befindet sich die Provinz Homs seit Jahren fest unter der Kontrolle der syrischen Regierung. Der östliche Teil der Provinz besteht jedoch aus der syrischen Wüste Badia al-Sham, ein unwirtlicher Ort. Die Wüste, welche die östliche Hälfte Syriens und die westliche Hälfte des Iraks miteinander vereint, ist ein idealer Rückzugsort für die versprengten Anhänger des Islamischen Staates, welche vor mindestens drei Jahren aus der Region vertrieben wurden, seitdem aber ihre beschränkten Kräfte konsolidieren konnten und inzwischen immer wieder Überfälle auf Zivilisten und Einheiten der syrischen Armee tief im eigenem Territorium verüben. Sollte seitens der Regierung keine effektive Anti-Terror-Operation gestartet werden, könnte sich die Terroristen auf ewig in dem Gebiet festsetzen und für Angst und Schrecken sorgen.

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Nach 6 Jahren kündigt Saudi-Arabien eine Unterbrechung der Jemen-Intervention an

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Überraschenderweise verkündete die Arabische Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate eine einseitige Waffenruhe im jemenitischen Konflikt, nachdem man vor sechs Jahren in den Krieg am südlichen Ende der arabischen Halbinsel intervenierte. Während es nicht die erste Waffenruhe in dem Konflikt und in diesem Jahr darstellt, ist es der erste Frieden, welcher von der Arabischen Koalition aus beschlossen wurde. Die Waffenruhe soll zunächst ab Donnerstag für zwei Wochen andauern. Offiziell wird als Grund die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Jemen genannt, jedoch musste die saudische Koalition und ihre Stellvertreter über die letzten Wochen hinweg einige Verluste erleiden und wichtige Gebiete aufgeben. Außerdem schafft es die Bedingungen, sich vollständig aus dem Konflikt zurückzuziehen.

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Scharmützel zwischen Regierung und Kurden in Kamischli

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Russische Kräfte in Qamishli

In der im Nordosten von Syrien gelegenen, selbsternannten Hauptstadt al-Qamishli des kurdisch-arabischen Milizenbündnisses der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) kam es erneut zu Spannungen zwischen den lokalen Streitkräften der SDF und jenen der syrischen Regierung, die in dem Tod eines Kämpfers endeten. Die Situation schaukelte sich immer weiter hoch und hätte sich zu ernsthaften Gefechten entwickeln können, hätte ein Kontingent der russischen Militärpolizei nicht die Situation deeskaliert. Es ist nicht klar, was der Grund für die angespannte Lage zwischen den zwei, eigentlich miteinander kooperierenden Kräften gewesen ist. Trotzdem ist es nicht das erste Mal, dass sich Sicherheitskräfte der Regierung und SDF Plänkeleien in der Großstadt Qamishli halten.

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Gewalt zwischen USA & Iran könnte im Irak wieder zunehmen

Iraqi people walk on a U.S. flag in a protest after an airstrike at the headquarters of Kataib Hezbollah militia group in Qaim, in the holy city of Najaf

Die amerikanisch-iranische Gewaltspirale im Irak scheint wieder an Fahrt aufzunehmen, nachdem die USA über die letzten Tage hinweg dem Iran und seinen Stellvertretern vor weiteren Angriffen auf amerikanische Militärbasen im Irak gewarnt hat. Zudem soll das US-Verteidigungsministerium Pläne verlautbart haben, die eine sukzessive Zerstörung und Eliminierung einer vom Iran unterstützten schiitischen Miliz im Irak vorsieht. Diese Entscheidung ist eine Reaktion auf die Raketenangriffe gegen US-Truppen, die nach der Ermordung des iranischen Kommandanten Qassem al-Soleimani und des irakischen Milizenführers Abu al-Muhandis durch amerikanische Luftangriffe zu Beginn des Jahres, erheblich zunahmen und in der Zukunft weiter steigen könnten. Dazu bekennen tut sich eine offiziell neu gegründete, unabhängige Gruppierung, welche jedoch nicht das Ziel der amerikanischen Vergeltungsaktion ist.

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