Zwei amerikanische Soldaten bei Raketenangriffen im Irak getötet

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Bei den neuesten Raketenangriffen auf eine von der irakischen Regierung und der internationalen Anti-IS-Koalition gemeinsam verwalteten Militärbasis im Zentrum des Landes starben bisherigen Angaben zufolge zwei amerikanische und ein britischer Soldat. Obwohl der Täter bisher unbekannt ist, reagierte die USA wahrscheinlich mit mehreren Luftangriffen auf irakisch-schiitische Milizen im Irak und Syrien, die in dessen Reihen für mehrere Verluste gesorgt haben. Dieses Ereignis ist nur der neueste Ausdruck der seit Monaten weiterhin andauernden Eskalationsspirale zwischen der USA, der irakischen Regierung und verschiedenen schiitischen Milizen, seitdem Qassem Soleimani, dem ehemaligen Anführer der Quds-Einheit, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarde für exterritoriale Operationen, und ein irakischer Milizenführer bei amerikanischen Luftangriffen getötet wurden.

Attackiert wurde zum wiederholten Male die Taji-Militärbasis in der zentralirakischen Bagdad-Provinz, welche traditionell zu den Hochburgen schiitischer, oppositioneller Gruppierungen zählt. Die irakische Regierung selber vermeldet keine Angriffe auf ihre Soldaten, da lediglich der internationale Abschnitt des Militärstützpunktes attackiert wurde. Bisher ist weiterhin der Täter unklar, da sowohl schiitische Milizen, als auch der Islamische Staat in der Region agiert und für sich verschiedene Angriffe reklamieren kann. Dennoch ist ein IS-Hintergrund eher unwahrscheinlich, gemessen an der Quantität (bis zu 33 Raketen wurden verschossen) und den bisherigen politischen Ereignissen im Irak. Letzten Endes kann aber

Nur wenige Stunden später gab es Meldungen von Explosionen südlich der syrischen Grenzstadt Abu Kamal, die auf Luftangriffen von einem bisher unbekannten Täter zurückgeführt werden. Mögliche Option ist ein direkter Vergeltungsangriff der USA auf die etlichen schiitischen Milizen, die in der syrisch-irakischen Grenzregion aktiv sind und dort mehrere Basen errichtet haben, vor allem auf syrischer Seite. Das amerikaische Verteidigungsministerium widersprach derartigen Militäraktionen, obwohl sie bereits den Iran für die Ermordung der amerikanischen Soldaten beschuldigen. Möglicherweise war aber auch Israel in der Region aktiv, da sie bereits in der Vergangenheit oftmals Angriffe in der Region flogen. Das Ziel Israels liegt darin, den grenzüberschreitenden Handel, Transport und Schmuggel von iranischen Waffen, Personal etc. bis zur Hisbollah im Libanon zu unterbinden.

Es tauchten in der vergangenen Nacht mehrfache Berichte von Luftangriffen auf, die gezielt Militärkonvois oder Mitglieder des sogenannten Dachverbandes „Hashd al-Shaabi“, auch bekannt als die „Volksmobilisierungseinheiten“ (PMU), attackierte und bisheriger Darstellung zufolge mindestens sechs Kämpfer tötete, bisher kam es zu keinen näheren Identifizierungen der Opfer. Die PMU entstand als Reaktion auf den Aufstieg des Islamischen Staates im Irak und rekrutierte sich in erster Linie aus dem schiitischen Süden, wobei auch andere Religionsgruppen und Ethnien ihre eigenen Milizen als Teil von Hashd al-Shaabi bildeten. Nach dem Sieg über den IS wurden sie von der Regierung in die regulären Streitkräfte des Landes integriert und stellen seit jeher einen integralen Bestandteil des irakischen Sicherheitsapparates dar.

Raketenangriffe auf amerikanische Stützpunkte, darunter auch auf die Botschaft in Bagdad, sind inzwischen nichts ungewöhnliches, verursachen aber nur gelegentlich Schäden und noch seltener Verletzte oder Tote. Verschiedene Teile der PMU kündigten den bewaffneten Widerstand gegen die USA an, sollten sie sich nicht freiwillig aus dem Land zurückziehen. Nachdem die irakische Zentralregierung den Abzug internationaler Soldaten beschloss, es jedoch zu keinen Konsequenzen kam, nahm die Anzahl an gemeldeten Angriffen auf US-Soldaten erheblich zu. Seitens der Zentralregierung kann die USA auf keine Unterstützung hoffen, auch da sie weiterhin mit schweren Protesten in der Hauptstadt beschäftigt ist.

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