Islamisten starten mit türkischer Unterstützung Gegenangriff

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Vor weniger als einer Stunde erklärt ein gemeinsamer Operationsraum, bestehend aus verschiedenen islamistischen Milizen unter der Führung der dschihadistischen Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra), in der Provinz Idlib eine Gegenoffensive gegen die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und alliierte Milizen. Demnach ist das Ziel dieser Operation die Wiedereroberung der strategisch günstig gelegenen Stadt Saraqib, welche sich entlang der M4- und M5-Autobahn befindet und erst vor wenigen Tagen durch syrische Streitkräfte gesichert werden konnte. Dabei erhalten die Islamisten auch direkte Unterstützung durch das türkische Militär, welche neben Waffenlieferungen auch für Artillerieunterstützung sorgen und angeblich bereits mehrere Verteidigungsstellungen attackiert haben. Dabei wurden auch mindestens fünf türkische Soldaten getötet.

Wie auf veröffentlichten Videos zu sehen ist, wurden die involvierten Milizen von der Türkei massiv aufgerüstet, allen voran die von ihnen überhaupt aufgebaute „Nationale Befreiungsfront“ erhält massive materielle Unterstützung. Nicht nur wurden Kämpfer mit Uniformen und modernen Waffen ausgerüstet, sondern sie erhielten auch gepanzerter Panzertransporter aus türkischer und amerikanischer Produktion, beispielsweise M113-Transporter. Bisher ist die gesamte Dimension des Angriffes nicht bekannt, es gibt aber bereits erste Meldungen von beschädigten Kampfpanzern der Armee. Die Islamisten sind teilweise nur ein Dorf von Saraqib entfernt, welche zudem erst neulich erobert wurden. Dementsprechend unvorbereitet werden wohl die Verteidigungslinien der SAA sein. Dennoch kann die Armee an anderen Abschnitten der Frontlinie weiter vorrücken und neue Orte einnehmen.

In den vergangenen Tagen überquerten etliche Militärkonvois und Unmengen an Kriegsgerät die syrisch-türkische Grenze, um die türkische Truppenpräsenz in Idlib noch weiter zu verstärken. Schätzungen reichen bis zu Hunderten Fahrzeugen, die Meisten davon sind einfache Truppentransporter, aber auch Kampfpanzer sind darunter zu finden. Bis zu tausende Soldaten wurden nach Syrien geschleust, viele davon wurden lediglich zur Errichtung mehrerer Militärbasen eingesetzt, Andere werden nun wohl in dieser Offensive eingesetzt. Zwar ist die gesamte Beteiligung nicht bekannt, jedoch sollen türkische Truppen am Boden aktiv und bereits Artillerie eingesetzt haben. Die syrische Luftwaffe reagierte mit Bombardements auf die Taftanaz-Basis, wo sich türkische Truppen eingerichtet haben. Dadurch starben mindestens fünf Soldaten, einige Quellen sprechen sogar von bis zu zwölf.

Die kurz vor Weihnachten gestartete Offensive im Südosten Idlibs der syrischen Armee stellt der eigenen Darstellung zufolge die „zweite Phase“ der Idlib-Offensive dar, nachdem es im Mai zur ersten größeren Operation in Nord-Hama gekommen ist und in dessen Folge mehrere wichtige Städte wie Khan Sheikhoun erobert wurden. Das genaue Ziel der derzeitigen Offensive ist nicht klar, Gerüchten zufolge soll aber die zweitgrößte Stadt der Provinz, Maraat al-Numan, und sämtliche Gebiete östlich der M5-Autobahn, welche Hama und Aleppo miteinander verbindet, gesichert werden. Dies entspreche etwa einem Drittel des gesamten, von der Opposition gehaltenen Territoriums in Idlib. Ebenso unsicher ist es, ob die Militäroffensive weitergeführt wird, oder es erneut zu einer mehrmonatigen Pause kommt. Das nächste Ziel könnten sämtliche Gebiete südlich der M4-Autobahn sein, welche von Latakia bis nach Aleppo verläuft.

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