Millionen trauern, während Trump iranische Kulturstätten zerstören will

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In den verschiedensten Orten in ganz Iran versammelten sich Millionen Menschen auf den Straßen, um über den Tod des ehemaligen Generals der Quds-Einheit, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarde für exterritoriale Operationen, Qassem Soleimani zu trauern und seinen Trauerzug zu begleiten, einige Beobachter sprechen von bis zu 10 Millionen Menschen, was sogar die Anzahl der Trauernden zur Beerdigung des ehemaligen Großayatollahs Khomeini übersteigen würde. In der Stadt Kerman, der Ort an dem Soleimani begraben wird, kam es zu einer Massenpanik, welches in dem Tod von Dutzenden Personen führte. Derweil droht der amerikanische Präsident Trump mit der Zerstörung iranischer Kulturstätten, während die USA selber weiter in der Region aufrüstet und die Situation verschärft.

Besonders viele Menschen begleiteten die Beerdigung in den Städten Teheran und Ahvaz, nachdem der Leichnam von Soleimani vom westlichen Nachbarland Irak in sein Heimatland transportiert wurde. Der General gilt als wohl beliebteste Figur im Iran, Umfragen amerikanischer Institute zufolge genießt er bei rund 80% der Bevölkerung Zustimmung und Unterstützung, unter anderem aufgrund seiner aktiven Führungsrolle im Kampf gegen den Islamischen Staat oder direkter Katastrophenhilfe. Gepaart mit dem anhaltenden Drohungen seitens der USA wurde sein Tod auch von jenen begleitet, die ansonsten eher kritisch der iranischen Regierung überstehen. In der Stadt Kerman, das Ziel des Sarges von Soleimani, wurde die Trauer durch eine Massenpanik aus bisher unbekannten Gründen überschattet, die bis zu 50 Toten führte und Dutzende weitere verletzte.

Derweil nimmt die aggressive Rhetorik von Trump auf Twitter gegenüber dem Iran erheblich zu, vor drei Tagen drohte er bei iranischen „Racheaktionen“ mit Vergeltungsschlägen. Demnach können 52 potentielle Ziele (als Referenz auf die 52 US-Bürger, welche 1979 in der amerikanischen Botschaft in Teheran als Geiseln genommen wurden) attackiert werden, darunter auch iranische Kulturstätten, Trump als Kriegsverbrechen ankündigt. Zudem verhindert die USA die Einreise des iranischen Außenministers Dschawad Sarif für eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates bezüglich der gegenwärtigen Situation im Nahen Osten, ein weiterer Bruch mit dem Völkerrecht.

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Als Reaktion auf die Drohgebärden Trumps positionieren sich viele Hardliner im Iran und den verbündeten Gruppierungen des Landes ähnlich und verlangen Vergeltung. Beispielsweise erklärte das iranische Parlament das US-Militär in einer Sondersitzung einstimmig zu einer terroristischen Organisation, gefolgt von den Rufen:“Tod der USA!“. Außerdem wird sich der Iran nun vollständig aus dem Atomabkommen zurückziehen. Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah drohte in einer im Fernsehen übertragenden Rede damit, dass die „US-Truppen vertikal eintreffen und horizontal zurückkehren werden“, die dazugehörige Handbewegung wurde von vielen Medien im Nahen Osten direkt übernommen.

Die USA bezieht bisher keine eindeutige Position gegenüber den Forderungen der irakischen Gruppen, sämtliche amerikanische Truppen aus dem Land abzuziehen. Trump fordert die Bezahlung der Truppen bzw. den „Abkauf“ der amerikanischen Militärbasen, ansonsten könnte es zu keinen Abzug kommen. Zudem droht er mit „noch nie dagewesenen“ Sanktionen, sollte man einen Abzug erzwingen. Zeitweise war ein Dokument im Umlauf, welches seitens des Pentagons eine Unterstützung für den Rückzug aus dem Irak zeigte, jedoch stellte es sich als ein inoffizielles Statement heraus. Zumindest soll jetzt „vorübergehend“ das Kommandozentrum der irakischen US-Soldaten nach Kuwait verlagert werden. Sollte die USA tatsächlich den irakischen Forderungen nicht folgen, so könnte das die ohnehin schon angespannte Beziehung noch stärker strapazieren und die Tür für gewaltsame Vertreibungsversuche öffnen, welche von der irakischen Zentralregierung toleriert werden könnten.

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