Die USA provoziert gerade im Irak einen neuen Krieg

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Seit einer Woche geht die USA im Irak mit bisher ungesehenen Aggressionen und Provokationen gegen den geostrategischen Kontrahenten im Nahen Osten, dem Iran, mit militärischen und politischen Mitteln, vor. Begonnen bei der weiterhin ohne Anlass legitimierten Ermordung irakischer Milizionäre, hat die USA nun ihre bisher größte Operation gestartet: Die Eliminierung oppositioneller Kräfte im Irak. Neben einer durch die Festnahme politischer Figuren resultierenden Säuberung im Land, wird auch der Iran direkt attackiert, namentlich die Ermordung von Qassem Soleimani, dem Anführer der Quds-Einheit, welche die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden für exterritoriale Operationen darstellt. Sein Tod könnte in den kommenden Tagen zu etlichen Vergeltungsaktionen im gesamten Nahen Osten führen, insbesondere im Irak eskaliert die Situation zunehmends.

Der Bericht eines Raketenangriffes auf den Internationalen Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad am Donnerstag Abend war zwar ein ungewöhnliches Ereignis, jedoch im Hintergrund der seit der Ermordung Dutzender irakischer Soldaten und Milizionäre in Folge amerikanischer Luftangriffe im Land eskalierenden Situation und temporären Belagerung der amerikanischen Botschaft nicht unerwartet. Jedoch entwickelte sich aus dem Bericht des „Raketenangriffes“ eine völlig andere, neue Situation: Statt eines „Raketenangriffes“ bestätigte die USA eine Drohnenoperation in der Nähe des Flughafens, welche gezielt Individuen attackiert hätten. Getötet wurde neben dem Anführer des irakischen Milizenbündnisses Hashd al-Shaabi (auch bekannt unter den Namen der „Volksmobilisierungseinheiten“) Abu Mahdi al-Muhandis auch der General  Qassem Solemani und ein Stellvertreter der irakischen Kataib-Hisbollah.

Gerade in diesem Moment sollen amerikanische Marines-Einheiten mehrere Kommandanten in Baghdad und Umgebung festnehmen, welche gute Beziehungen mit dem Iran unterhalten bzw. vom östlichen Nachbarland unterstützt und finanziert werden. Darunter befinden sich namhafte Personen wie Hadi al-Ameri, welcher mit der Badr-Organisation eine wichtige politische Partei anführt. Dies und die Ermordung und Festnahme wichtiger Mitglieder der irakischen Asa’ib Ahl al-Haq, zeigen den faktischen Versuch der USA auf, die irakische Politik von Kontrahenten zu säubern. Die zusätzliche Stationierung von amerikanischen Soldaten, alleine bis zu 750 in US-Militärbasen in Kuwait, fördert die ohnehin schon brenzlige Situation am Persischen Golf.

Der Tod von Qassem Soleimani resultiert in einer derzeit ungeahnten Eskalationsspirale für den Nahen Osten und inbesondere für den Irak, welches seit jeher für die USA als vorgelagerte Basis für anti-iranische Operationen genutzt wird. Alleine der Tod von al-Muhandis, welcher symbolisch für Zehntausende Kämpfer unter dem Banner von Hashd al-Shaabi steht und diese Milizen inzwischen integraler Bestandteil der irakischen Streitkräfte und des Sicherheitsapparates darstellen, stärkt die anti-amerikanischen Ressentiments der irakischen Politik, immerhin gab es seit dem Sieg über den Islamischen Staat immer lauter werdende Stimmen, den Abzug amerikanischer Truppen aus dem Land zu beschließen, welche sich seit den letzten Luftangriffen nochmal besonders verstärkt haben.

Soleimani und die Quds-Einheit sind wichtiger Bestandteil in der iranischen Geopolitik und waren an vielen militärischen Konflikten in der gesamten Region beteiligt, vom Libanon über Syrien bis in den Irak, die Revolutionsgarden haben ebenso wie Hashd al-Shaabi einen wichtigen Teil im Kampf gegen die Terrormiliz des IS geleistet. Die Quds-Einheit war dabei besonders effektiv in geheimen Operationen, die sich nun gegen amerikanische Bürger und Soldaten im Nahen Osten richten könnten: Der iranische Einfluss reicht von Afghanistan bis nach Libanon, selbst in Ägypten könnte es zu derartigen Aktionen kommen, insofern die iranische Führung auch zu derartigen Schritten entschlossen ist, die die Gewaltspirale weiter antreibt und dystopischsten Falle sogar zu einem offenen Krieg führen könnte.

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