Syrische Armee erobert erste Stadt in Idlib

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Innerhalb der nicht mal einer Woche andauernden Militäroperation der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) und verbündeter Gruppierungen konnten die syrischen Streitkräfte erhebliche Erfolge verzeichnen und in der vergangenen Nacht die erste Stadt in der letzten, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib erobern und sogar in den umliegenden Gebieten weiter vorrücken. Scheinbar unaufhaltsam bewegen sich die Kampfverbände in Richtung Maarat al-Nuuman, die derzeit rund sechs Kilometer von den Frontlinien entfernten zweitgrößte Stadt der Provinz und scheinbares Ziel der Offensive.

In den vergangenen zwei Tagen konnte die syrische Armee expandieren und rundum der einst 10.000 Einwohner zählenden Stadt Jarjanaz neue Dörfer und den Ort selber erobern. Im Südwesten gibt es mehrere Berichte davon, dass man mit der Eroberung von Babulin bis an die M5-Autobahn vorrücken konnte, die die Großstädte Hama und Aleppo miteinander verbindet. Außerdem soll die Eroberung sämtlicher Gebiete westlich der Straße Gerüchten zufolge das derzeitige Ziel der Operation sein. Nördlich von Jarjanaz herrscht hingegen eine größere Unklarheit über die Frontverläufe. Während Regierungsmedien von der erfolgreichen Eroberung von Abu Dafna oder al-Gadha berichten, soll gerade letzterer Ort von Islamisten in einer Gegenoffensive wiedererobert worden sein. Es ist unklar, ob es sich hierbei um eine größere koordinierte Aktion seitens der Islamisten handelt.

Mit den wenigen Kilometern Abstand bis nach Maarat al-Numan befindet sich der Ort nun auch im direkten Fadenkreuz der Armee, nachdem er über Wochen und Monate hinweg bereits durch die syrischen und russischen Luftstreitkräfte bombardiert wurde. Die derzeitigen Gefechte und Luftangriffe zwangen fast die gesamte Bevölkerung der Region, weiter nördlich zu fliehen. Jarjanaz war vollständig verlassen, als der Ort ohne nennenswerte Kämpfe erobert wurde. Selbiges soll auch in Maarat al-Numan der Fall sein, bis zu insgesamt 80.000 Menschen sollen verschiedenen Angaben zufolge die Möglichkeit zur Flucht genutzt haben.

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Eine besondere Situation stellen die sogenannten „Observierungspunkte“ der türkischen Armee dar, welche vor über einem Jahr in Folge der russisch-türkischen Vereinbarung für eine Waffenruhe in Syrien entlang der gesamten Frontlinie in Idlib errichtet wurden und effektiv den Einfluss der Türkei auf die Opposition ausweitete. Da nun aber die Waffenruhe bereits mehrmals für beendet erklärt wurde, rücken diese Militärbasen in das Visier der Armeeoffensiven. Im aktuellen Falle befindet sich ein solcher Aussichtspunkt nahe dem Dorf Surman, der Ort und die umliegenden Gebiete wurden erst am Montag erobert. Dadurch ist der Stützpunkt nun effektiv von der Außenwelt abgeschnitten und die türkischen Soldaten darin belagert. Eine ähnliche Situation gab es bereits bei der letzten Idlib-Offensive im Mai, bis heute befindet sich ein solcher Observierungspunkt nahe der Stadt Morek tief im Territorium der syrischen Regierung, bis heute konnten die Soldaten ihren Posten dort nicht verlassen.

Die kurz vor Weihnachten gestartete Offensive im Südosten Idlibs der syrischen Armee stellt der eigenen Darstellung zufolge die „zweite Phase“ der Idlib-Offensive dar, nachdem es im Mai zur ersten größeren Operation in Nord-Hama gekommen ist und in dessen Folge mehrere wichtige Städte wie Khan Sheikhoun erobert wurden. Die daraufhin ausgerufene Waffenruhe ist nun erneut beendet worden. Das genaue Ziel der derzeitigen Offensive ist nicht klar, Gerüchten zufolge soll aber die zweitgrößte Stadt der Provinz, Maraat al-Numan, und sämtliche Gebiete östlich der M5-Autobahn, welche Hama und Aleppo miteinander verbindet, gesichert werden. Dies entspreche etwa einem Drittel des gesamten, von der Opposition gehaltenen Territoriums in Idlib.

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