Russische und syrische Armee attackieren Süd-Idlib

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Kämpfer der „Nationalen Befreiungsfront“ in Süd-Idlib

Die syrische und russische Luftwaffe haben in den vergangenen Tagen ihre Aktivitäten über der letzten, noch von Islamisten kontrollierten Provinz Idlib deutlich erhöht, welches als Vorbereitung einer bevorstehenden Militäroffensive der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) gewertet werden kann. Während immer neue Einheiten die Frontlinien von Idlib erreichen, kommt es im Kontext des südöstlichen, lokal beschränkten Vorstoßes weiterhin zu schweren Gefechten. Auch fernab der Front kommt es zu militärischen Aktivitäten, zuletzt attackierte die USA zwei verschiedene Konvois in der Provinz, die verbliebenen Anhängern des Islamischen Staates zugerechnet werden.

Auch die Artillerieangriffe der syrischen Armee haben erheblich zugenommen, besonders in der Region um Süd-Idlib, also sämtliche Territorien südlich der nächstgrößeren Stadt Maraat al-Nuuman. Der Ort gilt als potentielles Ziel für die nächste Idlib-Offensive, da sie entlang zwei wichtiger Autobahnen liegt und damit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Idlib darstellt und zudem nur noch 30 Kilometer von der gleichnamigen Provinzhauptstadt entfernt liegt. Auch die Provinz Aleppo ist von derartigen Auseinandersetzungen betroffen, erst gestern wurden die Städte Kafr Zita und Kafr Naha bombardiert. Die Aufständischen vergelten diese Angriffe mit Mörserangriffen auf die verschiedenen Viertel der Stadt Aleppo.

Vor etwa einer Woche explodierte in der Nacht ein Auto in der Nähe der Stadt Atma in Nord-Idlib, die beiden Insassen wurden durch die Detonation direkt getötet. Wenig später bestätigte sich der Verdacht, dass es sich hierbei um eine verdeckte Nacht-und-Nebel-Operation der amerikanischen Streitkräfte gehandelt hat, welche seit der Ermordung des ehemaligen IS-Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi vermehrt Luftangriffe in Idlib und Nord-Aleppo durchführen, da viele extremistische Anhänger dort Unterschlupf gefunden haben, darunter auch namhafte Kommandanten. Vor drei Tagen kam es zu einem ähnlichen Vorfall, nur dass eine Drohne ein Auto in Afrin bombardiert hatte, die ebenfalls Extremisten traf. Jedoch ist nicht bekannt, welche Personen genau attackiert wurden.

Russland und die Türkei einigten sich im letztem Jahr gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Jedoch zeigten sich schnell von beiden Seiten ein Desinteresse an einer Waffenruhe und mit kurzweiligen Unterbrechungen kommt es wieder zu intensiven Gefechten entlang des gesamten Frontabschnittes, die in der Eroberung von Nord-Hama für die syrische Armee mündete.

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