Syrische Armee bombardiert türkische besetzte Zone

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In einem ungewöhnlichen Vorfall bombardierte die syrische Luftwaffe vor wenigen Tagen mehrere, nicht identifizierte Ziele nahe den Städten Jarabalus und al-Bab. Beide Orte befinden sich im syrisch-türkischen Grenzgebiet und werden seit Jahren von der Türkei und ihren islamistischen Verbündeten, lose organisiert im Dachverband der „Syrischen Nationalarmee“, gemeinsam verwaltet, nachdem sie den Islamischen Staat in Folge der Operation „Euphrates Shield“ aus der Region vertreiben konnten. Ziel soll ein geheimer Schmuggelring verschiedener islamistischer Milizen sein, welche syrisches Erdöl an die Türkei ausliefern.

Es ist das erste Mal, dass die syrische Regierung direkte Angriffe auf das von der Türkei derzeit besetzte Territorium fliegt. Anhand des Schauplatzes ging man zunächst bei den gewaltigen Luftangriffen von einer russischen oder amerikanischen Operation aus, um z.B. ranghohe IS-Mitglieder zu eliminieren. Erst vor wenigen Wochen wurde die rechte Hand des ehemaligen Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi und der offizielle Pressesprecher der Terrormiliz, Abu al-Hassan al-Muhajir, nahe Jarablus durch die USA ermordet. Umso überraschender war also die Bestätigung mehrere Tage später, dass es sich um einen syrischen Luftangriff gehandelt haben soll.

Ziel der Operation war ein angeblicher Schmuggelring, welcher Erdöl aus den von den kurdisch-arabischen „Syrischen Demokratischen Kräften“ kontrollierten Nordwesten über die Grenzstadt Jarablus in die Türkei transportiert haben soll. Fest daran beteiligt soll die islamistische Miliz Ahrar al-Sharqiya gewesen sein, welche als äußerst verrufen und korrupt gilt und allgemein auch als den radikalsten Teil der „Syrischen Nationalarmee“ angesehen wird. Dabei wurden angeblich mehrere Transportfahrzeuge und Depots zerstört, auf mehreren Videos lassen sich die riesigen Flammen beobachten, welche als Beweis für gezielte Angriffe auf Ölinfrastruktur bezeichnet werden können.

Sollten sich diese Darstellung bewahrheiten, so ist es ein ungewöhnlicher Schritt für die syrische Regierung und wohl auch der Versuch, einen Teil seiner Souveränität zurückzugewinnen. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Operation ohne die Absprache der Türkei bzw. Russland vonstatten ging, das nördliche Nachbarland verhielt sich bereits in der Vergangenheit äußerst empfindlichen gegenüber „Verletzungen der eigenen Souveränität“, die die Türkei auch für ihre Einflussgebiete in Syrien beansprucht.

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