Assad besucht Idlib-Frontlinien

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Der syrische Präsident Bashar al-Assad besuchte am Dienstag die Frontlinie zwischen der Syrisch-Arabischen Armee und verschiedenen islamistischen Gruppierungen, die nur noch die Provinz Idlib erfolgreich halten können. Dieser überraschende Besuch fand vor allem in jenen Gebieten statt, die erst vor wenigen Monaten in der letzten Idlib-Offensive der syrischen Streitkräfte erobert werden konnte. Dort traf sich Assad mit ranghohen Kommandanten und einfachen Soldaten um die dortige Moral zu erhöhen und zugleich die aktuelle Lage im Land zu kommentieren. Vor allem aber auch war seine Besichtigung ein Zeichen für eine neue und möglicherweise auch finale Idlib-Offensive, wodurch die syrische Regierung nahezu sämtliches Territorium in Syrien kontrollieren würde.

Besucht wurden stationierte Truppen in der Kleinstadt al-Habit, welche erst vor wenigen Monaten im Zuge der Militäroperation von Süd-Idlib und Nord-Hama erobert wurde und nur wenige Kilometer westlich von Khan Sheikhoun liegt. Bis zum aktiven Kampfgebiet sind es lediglich vier Kilometer, welches bisher eine der kürzesten Entfernungen eines Assad-Besuches zum aktiven Kampfgebiet darstellt. Dort traf er auch auf Suheil al-Hassan, Brigadegeneral der Eliteeinheit „Tiger Forces“ und wohl berühmtester Kommandant innerhalb der syrischen Armee. Dabei bekräftigte er die „Einheit des syrischen Volkes“ und kritisierte zugleich die politischen Entscheidungen des nordsyrischen, arabisch-kurdischen Milizenbündnisses der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF), die zu einer Spaltung und die amerikanische Abhängigkeit letztendlich dazu geführt haben, dass die Türkei ihre Invasion durchführen konnte. 

Russland und die Türkei einigten sich im letztem Jahr gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Jedoch zeigten sich schnell von beiden Seiten ein Desinteresse an einer Waffenruhe und mit kurzweiligen Unterbrechungen kommt es wieder zu intensiven Gefechten entlang des gesamten Frontabschnittes, die in der Eroberung von Nord-Hama für die syrische Armee mündete.

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