Kämpfe zwischen syrischer und türkischer Armee

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Die syrische Armee erreicht die zuvor unter SDF-Kontrolle stehende Stadt Ain Issa

Ein Teil der erfolgreichen Vereinbarung zwischen syrischer Regierung und den „Syrischen Demokratischen Kräften“ (SDF) sieht die Stationierung der Syrisch-Arabischen Armee (SAA) in weiten Teilen Nordsyriens vor, darunter auch die mehrheitlich arabische Stadt Manbij, welche als einzige Region des kurdisch-arabischen Milizenbündnisses westlich des Euphrats liegt. Die Stadt ist aufgrund ihrer Position immer wieder Schauplatz von Gefechten mit den benachbarten, von der Türkei unterstützten Islamisten in Nord-Aleppo. Nach dem überraschenden Deal kündigte die Türkei und ihre syrischen Stellvertreter in der vergangenen Nacht eine Offensive auf Manbij an, obwohl bereits Hunderte Soldaten der SAA vor Ort sind. In den ersten Gefechten kam es erstmals zu direkten Konfrontation zwischen syrischer und türkischer Armee.

Bis zu 2.000 Soldaten mitsamt schweren Kriegsgerät wie mehreren Kampfpanzern machten sich von Aleppo nach Manbij auf, der Großteil davon wurde nördlich des Ortes stationiert, von wo auch die größte Gefahr eines türkischen Angriffes ausgeht. Syrische Truppen waren bereits seit Monaten in der Nähe von Manbij stationiert und dienten als „Sicherheitspuffer“, um islamistische Angriffe zu vereiteln, jedoch deckte dieser Puffer noch nicht die gesamte Frontlinie ab. Die SAA wurde von der Bevölkerung willkommen geheißen, bedeutet ihre Ankunft immerhin die Verhinderung eines Angriffes. Jedoch musste sich die Armee gedulden, da das amerikanische Militär zunächst den Weg nach Manbij blockierte, da dort noch das amerikanische Personal und Material evakuiert werden musste.

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Militärische Situation um Manbij, blau stellt die neu eroberten Gebiete dar

Trotz der Hoffnung, dass es durch die Präsenz der Regierung zu keinen feindlichen Angriffen kommen würde, startete die sogenannte „Syrische Nationalarmee“, ein loser Bund von verschiedenen islamistischen Milizen welche von der Türkei finanziert und ausgebildet werden, eine neue Operation die sogar die Unterstützung durch türkische Luftangriffe und Artillerie erhielt. Besonders nahe dem Ort al-Rafiah nordwestlich von Manbij soll es zu schweren Gefechten gekommen sein, dort setzten beide Seiten auch mehrere Panzer ein. Bisherigen Angaben zufolge konnte die Türkei zwei Dörfer erobern und einen T-55 der syrischen Armee erbeuten. Bisher ist kein Ende der Operation in Sicht, jedoch könnte eine erfolgreiche Eroberung von Manbij nur mit massiver Unterstützung der Türkei ermöglicht werden. Ob Erdogan die direkte Konfrontation mit der syrischen Regierung sucht, bleibt abzusehen.

Die Stadt ist immer wieder Dreh- und Angelpunkt des kurdisch-türkischen Konfliktes, die zudem das Bündnis zwischen der USA und SDF strapaziert. Tatsächlich war ein Manbij unter kurdischer Kontrolle schon immer ein Dorn im Auge der türkischen Regierung, bereits damals als die YPG/SDF die Manbij-Offensive auf den Islamischen Staat starteten gab es erhebliche Kritik. Manbij selber liegt westlich des Euphrats, die von Erdogan oft als „rote Linie“ bezeichnet wurde. Trotz der Drohungen konnte das Milizenbündnis mit amerikanischer und französischer Unterstützung den Ort einige Monate später erobern. Bereits dort verlangte man den Abzug sämtlicher YPG-Verbände. Nach dem geplanten US-Abzug wurden ebenfalls Einheiten der syrischen Armee in das westliche Umland und russische Spezialeinheiten nahe der Stadt verlegt.

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