Syrisch-irakischer Grenzübergang wiedereröffnet

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Nach etlichen Verschiebungen und enormen Problemen wurde der größte und wichtigste Grenübergang zwischen Syrien und dem Irak in der vergangenen Woche wiedereröffnet. Der Grenzübergang, welcher sich nahe des Euphrats zwischen den Städten Abu Kamal und al-Qaim befindet, ist damit der einzige Übergang, welcher von der syrischen und irakischen Regierung gemeinsam kontrolliert wird und dementsprechend oft vom Westen als Gefahr für die eigenen Interessen angesehen wird, immerhin besitzt der Iran damit einen durchgehenden Landweg zwischen Teheran und Beirut. Der Grenzöffnung waren etliche israelische Luftangriffe und der Ausbau des iranischen Militärs in der Region vorausgegangen.

Der Grenzübergang war seit 2012 geschlossen und befand sich jahrelang in den Händen des Islamischen Staates. Mit einer gemeinsamen Offensive des syrischen Militärs, der irakischen Armee und verschiedenen schiitischen Milizen konnte die Terrormiliz jedoch aus dem Gebiet 2017 vertrieben werden. Seitdem gab es immer wieder Reparaturarbeiten und Versuche, den Grenzposten zu rehabilitieren, welche jedoch aufgrund der schlechten Sicherheitslage (der Islamische Staat besitzt in der Wüste auf beiden Seiten der Grenze immer noch eine Präsenz und führt immer wieder Überfälle aus) immer wieder verschoben wurden. Zudem kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Berichten von israelischen Luftangriffen, die eine erst neulich nahe Abu Kamal errichtete Militärbasis getroffen haben sollen, die vom syrischen Militär und dem Iran gemeinsam verwaltet wird.

Eigentlich sollte die Grenze in Abu Kamal schon lange auch für den zivilen Verkehr eröffnet werden, aufgrund der anhaltenden Sicherheitsbedenken und anderen unbekannten Gründen wurde diese Eröffnung immer wieder verschoben. Durch Abu Kamal existiert ein durchgehender Landweg zwischen Iran und dem Libanon, vom Westen und seinen regionalen Verbündeten wird dieses Szenario als „schiitischer Halbmond“ gefürchtet. Um diesen Plan zu verhindern, besetzten die USA mit eigenen Truppen und der Ausbildung und dem Aufbau von oppositionellen Stellvertretern den syrisch-irakischen Grenzübergang al-Tanf im Süden Syriens. Der dritte und letzte Checkpoint wird von den kurdisch-arabischen SDF weit im Norden kontrolliert.

Es bleibt abzuwarten, wie nun die USA und Israel auf diese neueste Entwicklung reagieren werden. Faktisch fällt der Grund für die weitere Besetzung von al-Tanf weg. Die israelischen Bombardierungen konnten ebenfalls die Eröffnung nicht verhindern, insofern das ihre Ziele waren. Trotzdem ist die Gefahr von ständigen Überfällen des Islamischen Staates bei Abu Kamal nicht gebannt und es besteht ebenfalls die Sorge, dass die derzeitigen Unruhen im Irak zu einer erneuten Schließung des Grenzüberganges führen könnten, so wie sie es bereits im Iran getan haben.

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