Türkei möchte Millionen Araber im kurdischen Gebiet ansiedeln

 

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Die Türkei droht weiterhin den Kurden in Nordsyrien. Bereits zum wiederholten Male polterte der türkische Präsident Erdogan gegen das arabisch-kurdische Milizenbündnis der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF), welches ein Großteil des syrischen Grenzgebietes kontrolliert und damit eine Hunderte Kilometer lange gemeinsame Grenze zum nördlichen Nachbar besitzt. Trotz mehrerer Deeskalationsversuche seitens der USA und Zugeständnissen, wie beispielsweise einer gemeinen amerikanisch-türkischen Militärpatrouille entlang des türkisch-syrischen Grenzgebietes oder dem Abzug von kurdischen Kämpfern der „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), scheint die Türkei weiterhin unter ihrer derzeitigen Führung die Vernichtung der nordsyrischen Autonomie fortzuführen.

Vor der letzten Generalversammlung der Vereinten Nationen zeigte Erdogan unter anderem mehrere Bilder, welche die seitens der Türkei geplanten „Deeskalationszone“ aufzeigen soll. Die an ehemalige Veranschaulichungen des israelischen Präsidenten Netanjahu erinnernde Präsentation von Erdogan war gepaart mit mehreren Drohungen, in Nordsyrien einzumarschieren, sollte sich die USA bzw. die Kurden nicht an die vor Monaten verhandelte Vereinbarung halten. Der mehrere Kilometer breite Korridor umfasst viele bedeutende Städte der SDF und fast das gesamte Besiedelungsgebiet der Kurden in Syrien. In diesem Gebiet sollen über drei Millionen syrische, arabische Flüchtlinge aus der Türkei angesiedelt werden, was die ethnische und demographische Zusammensetzung der Bevölkerung endgültig verändern würde.

Es kam bereits zwei Mal zu einer gemeinsamen Militärpatrouille zwischen den beiden NATO-Mächten, der Letzte davon nur vor wenigen Tagen. Der Konvoi, bestehend aus mehreren amerikanischen und türkischen Fahrzeugen, soll seine Mission östlich von der Grenzstadt Tel Abyad ausgeführt haben. Auch türkische Helikopter sollen involviert sein und Luftaufklärung geben. In den betroffenen Gebieten müssen sich kurdische Kämpfer der YPG zurückziehen, schweres Kriegsgerät wie Artillerie oder Panzer sollen in der Pufferzone nicht erlaubt sein. Dementsprechend sollen arabische Milizen der SDF in dem traditionell kurdischen Gebiet die Kontrolle übernehmen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Nordsyrien weiterentwickeln wird und vor allem, ob sich der türkische Präsident mit der Etablierung einer bloßen Pufferzone zufrieden geben wird.

Die Pufferzone besitzt ein ähnliches Konzept wie im Falle der Provinz Idlib zwischen der Türkei und Russland angestrebt, wo sich beide Seiten bei den Sotschi-Gesprächen auf eine etwa 20 Kilometer breite „Deeskalationslinie“ einigen. In dessen Gebiet sollten sich die Islamisten zurückziehen, türkische und russische Truppen mithilfe von Observierungspunkten und Patrouillen den Frieden wahren. De facto jedoch konnte die Türkei seinen Einfluss in Idlib ausbauen und nach mehreren Monaten kommt es wieder zur Offensive der syrischen Armee. Ein ähnliches Projekt in türkisch-amerikanischer Kooperation gab es bereits in der Stadt Manbij, westlich des Euphrats. Die Stadt in kurdischen Händen befindet sich westlich des Euphrats, welches Erdogan zufolge eine natürliche „rote Linie“ der kurdischen Expansion darstellt. Trotz mehrerer Vorfälle und einer brüchigen Waffenruhe konnte der Frieden in der Region um Manbij gewahrt werden.

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