Versprengte IS-Kämpfer sorgen im Zentrum Syriens für Terror

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IS-Kämpfer nehmen einen syrischen Soldaten nahe Palmyra gefangen

Eigentlich befindet sich die Provinz Homs seit Jahren fest unter der Kontrolle der syrischen Regierung. Der östliche Teil der Provinz besteht jedoch aus der syrischen Wüste Badia al-Sham, ein unwirtlicher Ort. Die Wüste, welche die östliche Hälfte Syriens und die westliche Hälfte des Iraks miteinander vereint, ist ein idealer Rückzugsort für die versprengten Anhänger des Islamischen Staates, welche vor mindestens zwei Jahren aus der Region vertrieben wurden, seitdem aber ihre beschränkten Kräfte konsolidieren konnten und inzwischen immer wieder Überfälle auf Zivilisten und Einheiten der syrischen Armee tief im eigenem Territorium verüben. Sollte seitens der Regierung keine effektive Anti-Terror-Operation gestartet werden, könnte sich die Terroristen auf ewig in dem Gebiet festsetzen und für Angst und Schrecken sorgen.

Offizielle Propagandabilder des Islamischen Staates offenbaren die ungefähre Stärke der IS-Kämpfer in der zentralsyrischen Wüste: Auf veröffentlichten Gruppenbildern sieht man ungefähr 40 Anhänger mit mehreren erbeuteten Pick-Ups. So klein die Anzahl auch scheint, sind sie verantwortlich für mehrere tödliche Überfälle und Entführungen. Nahe der Stadt al-Mayadeen ist eine Patrouille von mehreren Soldaten spurlos verschwunden, in der Nähe von Palmyra wurde ein Kämpfer gefangen genommen. Auf der Straße zwischen Damaskus und Deir ez-Zor wurde ein Transporter und ein Bulldozer mithilfe von Panzerabwehrwaffen zerstört, die Fahrer getötet. Zudem behauptete der IS, einen gesamten Konvoi nahe der Stadt al-Suknah eliminiert zu haben, wodurch elf Soldaten gestorben seien.

Auch die Infrastruktur ist betroffen, vor einem Monat wurden in der Wüste mehrere Pipelines der Shaer-Erdgasfelder von unbekannten Tätern sabotiert, dahinter stecken wahrscheinlich IS-Kämpfer. Auch die Phosphat-Minen südwestlich der Wüstenstadt Palmyra sind ständigen Übergriffen ausgesetzt, der Abbau und Transport des für die Regierung als wichtige Einkommensquelle dienendes Phosphat ist dadurch stark eingeschränkt.

Zwar gibt es immer wieder vereinzelte Meldungen von der erfolgreichen Abwehr, Festnahmen oder Ermordung von IS-Kämpfern, jedoch scheinen die Kapazitäten des Islamischen Staates weiterhin unverbraucht zu sein. Besonders die Städte am westlichen Ufer des Euphrats scheinen immer wieder Ziel zu sein, wo sich nur wenige Truppen der syrischen Armee befinden und stattdessen die wesentlich schlechter trainierten schiitische Milizen aus dem Irak und Iran mit der Unterstützung lokaler Kämpfer die Orte beschützen sollen. Mit den derzeitigen Militäroperationen in Idlib scheint eine groß angelegte Anti-IS-Kampagne in der Wüste noch in weiter Ferne zu liegen.

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