Türkische Soldaten in Afrin getötet

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Der kurdische Widerstand in der nun seit über einem Jahr besetzten Region Afrin im Nordwesten des Landes professionalisiert sich zunehmend und kann auf die Unterstützung verschiedener Fraktionen in Syrien setzen. Wöchentlich kommt es zu nächtlichen Überfällen auf die von der Türkei organisierten und ausgerüsteten islamistischen Milizen, welche sich unter dem Schirm der „Syrischen Nationalarmee“ organisieren. Mithilfe moderner Technik, Nachtsichtgeräten, Scharfschützen und Panzerabwehrlenkwaffen gelingt es den Kurden, in den Reihen der Islamisten tagtäglich Verluste zuzufügen, selbst die Türkei beklagt den Verlust von mehreren Soldaten in Afrin.

Der kurdische Widerstand bildet sich in erster Linie in zwei verschiedene Gruppierungen, dessen Hintergründe und Organisation sind aber unbekannt. Zuerst gründete sich „Wrathes of Olives“ (WoA), welches angeblich aus den ehemaligen arabischen SDF-Verbänden aus Afrin besteht und zunehmend einfachere Überfälle oder Anschläge mithilfe von Autobomben oder Motorrädern durchführt. Im Kontrast dazu steht die wesentlich professionellere „Afrin Liberation Forces“ (ALF), welche wiederum enge Verbindungen mit der YPG besitzen soll und inzwischen hinter dem Gros der Angriffe steckt. Sie erhält dabei auch Bewaffnung und Feuerunterstützung von der syrischen Armee, so soll es bereits mehrmals zu Artillerieunterstützung gekommen sein.

Eine der aktuellsten Vorfälle stellt die Ermordung von insgesamt sieben Islamisten in der Stadt Azaz dar, welche wenige Kilometer östlich von Afrin liegt und sich seit Jahren unter der Kontrolle der von der Türkei unterstützten Opposition befindet. Bei diesem nächtlichen Überfall kam es zum Einsatz von Nachtsichtgeräten. Diese Nachtsichtgeräte wurden von Islamisten erbeutet, da die Türkei seine Stellvertreter inzwischen zur besseren Verteidigung vor Überfällen beliefert. Vor einer Woche starb bei einem derartigen Überfall auf einen Konvoi auch ein türkischer Soldat. Es gab inzwischen sogar Versuche, vorgeschobene türkische Stützpunkte in Afrin direkt anzugreifen, welche zu mehreren Verletzten geführt haben.

Zudem kam es zu mehreren Attentatsversuchen durch WoA, darunter wurde ein Anführer der einst aus Damaskus bzw. Ost-Ghouta stammenden Miliz „Jaish al-Islam“ schwer verletzt und ein Weiterer ermordet. Allgemein nahm die Anzahl der Attentate in den Gebieten östlich von Afrin erheblich zu. Mehrere Autobomben detonierten in der Stadt Afrin, welches ebenfalls arabische Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens tötete.

Die Unterstützung für die verschiedenen kurdischen Guerillagruppen und dem Widerstand generell nährt sich auch aus der destruktiven Wut der Islamisten. Derzeit versucht man die weitläufigen Olivenplantagen zu zerstören und die dadurch entstandenen Hölzer gewinnbringend in die Türkei zu verkaufen. Afrin ist nicht nur bekannt für seine Olivenbäume, auch haben Oliven vor Ort eine enorme symbolische Bedeutung (nicht umsonst nannte die türkische Armee ihre Offensive in Afrin „Operation Olivenzweig“). Immer wieder entstehen Brände auf den Plantagen, die den Aufständischen zugeschrieben werden. Türkische Unternehmer brüsten sich damit, Olivenöl aus Afrin international weiterzuverkaufen. Die noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Eisenbahnstrecken werden von verschiedenen Organisationen abgebaut und das Metall eingeschmolzen, alles für den eigenen Gewinn.

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