Syrische Armee verzeichnet neue Erfolge in Idlib

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Khan Sheikhoun befindet sich im Sichtfeld der syrischen Armee

Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) und verbündete Gruppierungen konnten in den vergangenen Tagen erneute Erfolge in der letzten, noch von Islamisten vollständig kontrollierten Provinz Idlib vorweisen und mehrere Orte erobern. Trotz des verstärkten Widerstandes dschihadistischer Gruppierungen konnte man die Umkreisung der wichtigen Stadt Khan Sheikhoun, wo sich vor zwei Jahren ein angeblicher Giftgasangriff ereignete, weiter voranbringen und dabei Dutzende Aufständische töten. Trotz der Erfolge im Westen muss sich die syrische Armee im östlichen Frontabschnitt vorübergehend geschlagen geben, nachdem vermehrt Selbstmordattentäter und Autobomben eingesetzt werden. Auch in der Provinz Latakia konnten mehrere Armeeoffensiven erfolgreich zurückgeschlagen werden. Es ist ein langer Weg

Die syrischen Einheiten unter der Führung der Tiger Forces mussten sich in dem östlich von Khan Sheikhoun gelegenen Dorf Sukayk zurückziehen, nachdem die islamistische Allianz aus Tahrir al-Sham (ehemals bekannt unter den Namen Jabhat Fateh al-Sham und al-Nusra) und der pro-türkischen Nationalen Befreiungsfront einen SVBIED, also eine Autobombe mit einem Selbstmordattentäter als Fahrer, einsetzten und dabei eine Verteidigungsstellung zerstörten. Westlich von Khan Sheikhoun hingegen sieht die Situation wesentlich optimistischer aus, dort konnte die SAA in nördlicher Richtung vorrücken und mehrere Orte wie Madaya, Umm Zaytunah und Kafrtab. Aus dem Dorf Abdin musste man sich nach mehreren Stunden zurückziehen. Damit scheinen die Streitkräfte die Pufferzone um Khan Sheikhoun auszubauen.

Diese für die Opposition kritische Situation soll durch Verstärkungen aus den von der Türkei verwalteten Regionen von Afrin und Nord-Aleppo entschäft werden. Zwar gab es immer vereinzelte Gruppen die ihre Glaubensbrüder zur Hilfe eilten, jedoch nahmen Diese nie eine größere Anzahl an. Nun kündigten viele Anhänger der „Syrischen Nationalarmee“, eine von der Türkei vollständig ausgebildeten, finanzierte und ausgerüstete Miliz, an, in Süd-Idlib und Latakia die Islamisten zu unterstützen. In der Küstenprovinz Latakia konnten tschetschenische und uigurische Dschihadisten einen erneuten Angriff auf das Dorf Kabani vereiteln, welches als Einfallstor zu West-Idlib gilt.

Russland und die Türkei einigten sich im letztem Jahr gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Jedoch zeigten sich schnell von beiden Seiten ein Desinteresse an einer Waffenruhe und mit kurzweiligen Unterbrechungen kommt es wieder zu intensiven Gefechten entlang des gesamten Frontabschnittes.

 

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