Syrische Armee betritt erste Stadt in Idlib

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Die Syrisch-Arabische Armee (SAA) unter der Führung der Tiger Forces rückt in Nord-Hama und Idlib weiter vor und droht, die letzte Nachschublinie des islamistischen Bündnisses in Richtung Hama effektiv abzuschneiden. Durch die letzten Erfolge und Fortschritte wird derzeit die durch einen angeblichen Giftgasangriff berühmt gewordene Ort Khan Sheikhoun angegriffen, angeblich gibt es Berichte von ersten Erfolgen im Kampf um den Ort. Dabei setzen die Verteidiger auch auf Selbstmordattentäter, unterliegen jedoch der vereinigten Kraft zwischen der russischen, syrischen Luftwaffe und Artillerie. Der Verlust von Khan Sheikhoun würde eine enorme Niederlage für die Islamisten, denn es handelt sich um den größten Ort in Süd-Idlib.

Östlich der erst neulich eroberten Stadt al-Habit konnte die syrische Armee mehrere Dörfer und Hügel sichern und dabei gefährlich nahe an die Stadt Khan Sheikhoun kommen, in der einst über 30.000 Einwohner zählenden Stadt soll sich vor zwei Jahren ein Giftgasangriff ereignet haben. Mit einer Entfernung von nur wenigen Kilometern und der Eroberung der Hügels al-As können als feindlichen Truppenbewegungen in Richtung Süden beobachtet werden, da Khan Sheihoun den einzigen Zugang zu Nord-Hama darstellt. Die Region ist damit quasi abgeschnitten und wird wohl in den kommenden Wochen angegriffen und erobert werden. Damit verlieren die Islamisten eine weitere Rekrutierungsbasis und eine Plattform, von der sie jährlich mehrere Offensiven auf Regierungsgebiete starteten.

Derzeit gibt es sogar Berichte von ersten Kämpfen am westlichen Stadteingang von Khan Sheikhoun, dennoch sind sie gänzlich unbestätigt. Demnach soll man bereits erste Häuserblöcke erobert haben, darunter eine Fabrik und eine Tankstelle. Auch weiter östlich von Khan Sheihkoun finden derzeit Gefechte statt, dort versucht die syrische Armee die Stadt al-Tamanah zu erobern und Khan damit auch vom Osten aus angreifbar zu machen. Mit dieser Zangenbewegung würde die für den angeblichen Giftgasangriff berühmte Stadt endgültig fallen.

Russland und die Türkei einigten sich im letztem Jahr gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Jedoch zeigten sich schnell von beiden Seiten ein Desinteresse an einer Waffenruhe und mit kurzweiligen Unterbrechungen kommt es wieder zu intensiven Gefechten entlang des gesamten Frontabschnittes.

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