USA sabotiert Öllieferungen nach Syrien

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Die Kaperung des iranischen Öltankers „Grace 1“ durch die britische Marine vor der Küste Gibraltars ist der neueste Versuch des Westens, jegliche Lieferungen von Erdöl an die syrische Regierung zu unterbinden und damit bei der Bevölkerung eine humanitäre Notlage zu verursachen. Bereits vor einigen Wochen wurde eine Unterwasserpipeline vor der Küste Syriens aus bisher ungeklärten Gründen kritisch beschädigt und der Öl-Handel über den Euphrat im Osten des Landes mithilfe von Angriffen und Luftschlägen amerikanischer Einheiten gestoppt, in den weiten Teilen Syriens ist das Ergebnis sichtbar: Vor den Tankstellen im Regierungsterritorium bilden sich kilometerlange Schlangen, man darf nur noch eine bestimmte Menge an Öl am Tag kaufen. Nach der kurzweiligen Entspannung durch den iranischen Handel scheint nun auch dieser Ausweg zu versiegen.

Wegen des Verdachts, bestehende EU-Sanktionen zu verletzen wurde der iranische Supertanker „Grace 1“ am Eingang zum Mittelmeer von britischen Spezialeinheiten überraschenderweise erobert, der Iran beschreibt den Akt als Form der Piraterie. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern aufgehalten, daher habe Großbritannien „kein Recht, seine eigenen einseitigen Sanktionen oder diejenigen der Europäischen Union außerhalb des Territoriums gegen andere Länder zu verhängen“. Das Schiff konnte die Abkürzung über den Suez-Kanal nicht nutzen, da es zu groß dafür war. Damit bleiben Millionen Barrel Rohöl ungenutzt auf dem iranischen Tanker, für die syrische Bevölkerung verschlimmert sich derweil die Situation.

Vor der Küste Syriens wurden vor etwa einer Woche mehrere Explosionen festgestellt, die die Erdöl-Pipelines des Landes beschädigten, das Ergebnis war neben einer Umweltkatastrophe die Unterbrechung von Lieferungen an die Baniyas-Raffinerie, welche das Erdöl von den Tankern direkt weiterverarbeiten konnte. Ein möglicher Täter ist bisher unbekannt, die syrische Regierung und allen voran die staatliche „Syrian Petrouleum Company“ beschreiben den Angriff als professionell und effizient, weswegen er einem staatlichen Akteur zugeschrieben wird. Nahezu zeitgleich erreichte ein iranischer Öltanker den Ort, musste aber aufgrund des verursachten Schadens in Latakia andocken. Inzwischen konnten die Pipelines repariert und die Raffinerie ihren Betrieb wieder aufnehmen, dennoch wurde ein enormer Schaden verursacht und es könnte potentiell zu ähnlichen Aktionen kommen.

Im Osten Syriens sieht die Situation nicht anders aus. Die ölreiche Provinz Deir ez-Zor befindet sich unter der geteilten Kontrolle der syrischen Regierung und der von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte, welche inzwischen ein Großteil der Ölfelder im Land kontrolliert. Als natürlich Demarkationslinie dient der Euphrat, welcher jedoch in der Vergangenheit immer wieder Bühne für den Ölhandel wurden. Dieser wurde jedoch von der USA mithilfe von Kampfjets und Spezialeinheiten unterbrochen, viele Fähren und Boote von Schmugglern vernichtet. Dabei gibt es auch Berichte von bis zu sechs Toten und mehreren Verletzten.

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