Iran schießt amerikanische Spionagedrohne ab

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Über der Straße von Hormus konnte die iranische Luftabwehr eine amerikanische Aufklärungsdrohne abschießen, wie das iranische und amerikanische Militär bestätigen. Obwohl es zwischen den beiden Seiten Einigung über den erfolgreichen Abschuss gibt, sehen beide den Aggressor im jeweils Anderen: Die USA behauptet, dass sich die Drohne über internationalen Luftraum bzw. Gewässer befunden zu haben, während der Iran ganz klar seine territorialen Gewässer verletzt sieht. Es ist die neueste Entwicklung in der derzeit weiter andauernden Eskalationsspirale zwischen der USA und dem Iran, nachdem Washington dem Iran die Schuld für den Angriff auf zwei Öltankern im Persischen Golf gibt.

Der Iran gibt an, dass beim Abschuss die eigens entwickelten Waffensysteme des Typs „Khordad-15“ genutzt wurden, welche eine Reichweite von bis zu 105 Kilometern besitzen soll und damit die Drohne problemlos hätte zerstören können, auch da diese Art von Drohne sich nur relativ langsam bewegt und keine Radarabwehrsysteme besitzt. Über die genaue Art der Aufklärungsdrohne herrscht noch Unklarheit. Der Iran behauptet, dass es sich um eine MQ-4C Triton handelt, während die USA von einer RQ-4 Global Hawk spricht. Auf jeden Fall bedeutet der Abschuss einen herben Verlust für das amerikanische Drohnenprogramm, inklusive der Entwicklungskosten beträgt die Stückzahl für eine solche Art von Drohnen etwa 220 Millionen Dollar. Zudem ist die Stückzahl bisher nur recht gering.

Der Konflikt zwischen dem Iran und der USA findet aber nicht nur im Persischen Golf statt. Auch im Irak, wo beide Seiten ihre jeweiligen Stellvertreter besitzen, gab es mehrere Vorfälle innerhalb der letzten Woche, die zur Eskalation beitragen. Demnach schlugen Raketen auf einen US-Militärstützpunkt in al-Taji nördlich von Bagdad ein, wobei es jedoch zu keinen Verletzten kam. Nur wenige Tage später kam es zu einem ähnlichen Ereignis, wo Mörsergranaten eine von ExxonMobil betriebene Erdölraffinerie im Süden des Landes trafen und dabei drei irakische Mitarbeiter verletzten. Obwohl die Hintergründe weiterhin unbekannt sind und Schläferzellen des Islamischen Staates als wahrscheinliche Täter gelten, sieht die USA auch die vom Iran unterstützten Milizen als mögliche Verursacher. Washington wirft Teheran vor, seinen Einfluss jenseits der Grenzen des Irans zu verbreiten und mithilfe von schiitischen Gruppierungen im Irak und anderen Ländern Fuß fassen zu wollen.

Die iranische Revolutionsgarde erklärte ihre Bereitschaft für einen bevorstehenden Krieg gegen die USA, auch wenn man selber keinen Konflikt wolle. Der Drohnenabschuss ist in jedem Falle ein Ausdruck dieser Bereitschaft und ein Zeichen an die derzeit zündelnde USA, dass man weitere Aggressionen nicht akzeptieren werde und das eigene Militär zu Vergeltungsschlägen fähig ist. Es bleibt abzuwarten, wie das Pentagon auf die neue Situation reagieren wird.

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