Wie Huthi-Rebellen Drohnenangriffe gegen die Golfstaaten perfektionieren

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Für die jemenitischen Houthi-Rebellen entwickeln sich die Drohnen aus eigener Produktion zur liebsten und effektivsten Waffe gegen die übermächtigen Nachbarn im Norden, besonders Saudi-Arabien ist immer öfter das Ziel von Drohneneinsätzen, welche von der Luftabwehr unentdeckt bleiben und beachtlichen Schaden in der Öl- und Militärinfrastruktur des Landes verursachen können, eine schmerzhafte Erinnerung für das Königshaus al-Saud, welchen anhaltenden Effekt die Intervention im jemenitischen Konflikt 2015 hat. Selbst die in über 1000 Kilometer entfernte Vereinigte Arabischen Emirate sind nicht mehr sicher, nachdem die Houthis Beweise für einen Drohnenangriff auf den Internationalen Khalid-Flughafen aus dem letzten Jahr dargelegt haben. Diese Eskalation ist nur der Anfang, wenn man den Drohungen der Houthi-Rebellen glauben schenken mag.

Der erste Paukenschlag begann im Januar mit der Entwicklung und dem direkten Einsatz der „Qasef-2K“, eine laut eigenen Angaben selbst im Land hergestellten Kamikaze-Drohne mit tödlicher Wirkung. Die Qasef-2k-Drohne folgt einem stets gleichen Muster: In einer Höhe von maximal zehn bis zwanzig Metern wird die Drohne detoniert, die dadurch verursachten Schrapnelle durchbohren alle Ziele in einem Radius von etwa weiteren zehn Metern. Die nötige Technologie stammt hauptsächlich aus dem Iran, welche durch die Erbeutung amerikanischer Drohnen selber eine Führungsrolle in der Welt einnehmen und ein ähnliches Modell namens „HESA Ababil“ besitzen. Sie wurde bereits medienwirksam im Land selber eingesetzt, demnach wurde eine Militärparade nahe der provisorischen Hauptstadt Aden und zwei Militärlager sudanesischer Söldner und Soldaten, bei der Militärparade auf dem sicher geglaubten Militärstützpunkt al-Anad wurde auch der Minister des jemenitischen Nachrichtendienstes ermordet.

Nun breitete sich der Einsatz der Qasef-2K auch auf Saudi-Arabien aus. Drei Tage in Folge wurde ein Militärflughafen in der Großstadt Najran nahe der jemenitischen Grenze attackiert, dabei ist nicht gänzlich der Erfolg der Operation geklärt. Am ersten Tag konnte ein Munitions- und Waffenlager erfolgreich zerstört werden, wie Saudi-Arabien selber einräumte. In den darauffolgenden Tagen jedoch gibt es widersprüchliche Angaben: Während das saudi-arabische Verteidigungsministerium behauptet, den Angriff erfolgreich abgewehrt zu haben, berichtet ein Pressesprecher der Houthis von der Zerstörung einer Patriot-Luftabwehrsystems vor Ort. Zudem wurde am Tag zuvor ein Hangar zerstört.

Aber nicht nur Najran ist inzwischen ein regelmäßiges Ziel geworden, besonders die Ölinfrastruktur von Saudi-Arabien wird seit Monaten und Jahren attackiert. Der neueste Angriff stellt die Bombardierung von zwei Erdölpipelines nahe der fast 900 Kilometer entfernten Hafenstadt Yanbu dar, in dessen Folge der Transport für mehrere Stunden unterbrochen werden musste und der Ölpreis sogar um 1,2% anstieg. Ein weiteres beliebtes Ziel sind die Erdölraffinerien von Jizan, nur wenige Kilometer vom Jemen entfernt. Zeitweise wurden sogar Anlagen nahe der Hauptstadt Riad attackiert, jedoch erfolgten diese hauptsächlich durch Raketen welche aber inzwischen für die Drohnen ersetzt wurden.

Außerdem veröffentlichte der den Houthis nahe stehende Nachrichtenkanal al-Masirah Kameraaufnahmen, welche einen erfolgreichen Drohneneinsatz einer „Sammad-3“ auf mehrere Fahrzeuge auf dem Internationalen Bin-Khalid-Flughafen in Abu Dhabi zeigt. Auf Twitter bestätigte der Flughafen einen „Vorfall“ im Zusammenhang mit einem Versorgungsfahrzeug, während die Regierung jeglichen Drohnenangriff abstritt. Der Angriff ereignete sich bereits im Juli 2018, dass aber nun erst scheinbar geleakte Aufnahmen veröffentlicht werden,ist  sicherlich kein Zufall: Vor einer Woche kündigte ein Pressesprecher der ebenfalls unter den Namen „Ansar Allah“ bekannten Houthi-Rebellen bis zu 300 Operationen auf „vitale Ziele“ in Saudi-Arabien, den VAE und Jemen an. Zudem spitzt sich die Situation im Nahen Osten zwischen dem Iran auf der einen Seite und Saudi-Arabien und der USA auf der Anderen erheblich zu. Dies ist auch eine direkte Drohung an die Golfstaaten, dass im Falle einer zunehmenden Eskalation gegen den Iran sie auch zunehmend wahrscheinlicher angegriffen werden können.

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