Islamisten setzen Drohnen & Raketen gegen russische Basis in Latakia ein

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Kämpfer von Tahrir al-Sham bereiten sich auf die Erstürmung einer Armeeposition in Aleppo vor, ein weiterer Versuch die derzeitige Waffenruhe zu untergraben

Zum wiederholten Male attackierten Islamisten mithilfe von Drohnen und Raketen den russisch-syrischen Luftwaffenstützpunkt al-Hmeimin nahe der Küstenstadt Latakia. Die von ihrer letzten, noch von der Opposition kontrollierten Provinz Idlib aus gestarteten Waffen konnten jedoch vor ihrer Ankunft erfolgreich von russischer und syrischer Luftabwehr vernichtet werden, wie mehrere Videos von der vergangenen Nacht beweisen. Es handelt sich erneut um den Versuch der Islamisten, die derzeitige Waffenruhe in der Region zu eliminieren und zugleich auch auf die andauernden Luftschläge der russischen und syrischen Luftwaffe auf Idlib zu reagieren. Beide Länder reagierten auf den Drohneneinsatz wiederum mit vermehrten Gegenbeschuss und Luftoperationen.

In der vergangenen Nacht wurden mehrere Drohnen und Raketen von ihrer Basis in den Provinzen Idlib und Hama aus gestartet, die jedoch ihr Ziel verfehlten oder frühzeitig eliminiert werden konnten. Ein Operationsraum unter der Führung der islamistischen Gruppierung Hurras al-Din (ein al-Qaida-Verbündeter in Syrien), welche seit Anbeginn des derzeitigen Friedens erklärt hatte, Diesen aufzulösen und inzwischen auch mehrere Verbündete mit dem gleichen Ziel gefunden hat. Die eingesetzten Raketen mit einer Reichweite von rund 70 Kilometern wurden erstmals im März auf die Küstenprovinz Tartus genutzt, verursachten dort aber ebenfalls keinen Schaden. Die Drohnen hingegen werden seit über einem Jahr gegen al-Hmeimin eingesetzt, in letzter Zeit wurden sie aber auch in den Provinzen Hama und Aleppo gegen die syrische Armee genutzt. Beide Waffen sollen angeblich mit türkischer Unterstützung entwickelt worden sein, nähere Details liegen für diese Behauptung aber nicht vor.

Satellitenbilder vor Ort beweisen eine wieder verstärkte Präsenz der russischen Luftstreitkräfte,  darauf sind haufenweise Kampfjets des Typs Su-25 zu sehen, die wenige Monate zuvor noch nicht da waren. Diese wurden auch unverzüglich genutzt, als Reaktion auf die Drohnen und Raketen wurden Städte wie Qalaat al-Mudiq, Jisr al-Shoughur oder Lataminah in Idlib und Hama von Russland bombardiert.

Russland und die Türkei einigten sich vor einigen Monaten gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Derzeit scheint Russland aber zumindest öffentlich kein Interesse an der Weiterführung der Astana-Vereinbarung zu haben, wodurch eine militärische Offensive wieder eine Option werden könnte.

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