Islamischer Staat herrscht über die Wüste

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Immer mehr Soldaten der syrischen Armee und alliierter Milizen werden auf ihrer Reise durch die syrische Wüste in die ostsyrische Provinz Deir ez-Zor entführt oder ermordet, immer wieder ist die einzige Versorgungsstraße Überfällen von vereinzelten Einheiten des Islamischen Staates ausgesetzt, die in der Region relativ unbeschwert operieren können. Dutzende Tote beklagen Armee und Milizen in den eigenen Reihen, besonders Militärkonvois werden über Nacht oder durch Sprengstoffvorrichtungen (IEDs) zerstört, vor drei Wochen wurden dadurch sogar drei russische Soldaten getötet. Bisher scheint keine Lösung für das immer größer werdende Problem gefunden zu sein und der IS kann somit ungestört jenen Taktiken nachgehen, die ihn groß machten.

Erst vergangenen Sonntag wurden zehn Kämpfer der syrischen Miliz „Liwa al-Quds“ aus Aleppo ermordet, wie ein Pressesprecher der Organisation mitteilte. Der Konvoi mit mehreren Pick-Ups wurde demnach nahe der Wüstenstadt al-Suknah auf dem Weg nach Deir ez-Zor überfallen und restlos eliminiert. Ähnliche Meldungen betreffen hauptsächlich Liwa al-Quds, aber auch die Armee, Liwa al-Fatahmin und diverse irakisch-schiitische Milizen sind oft Ziel. Mindestens elf Soldaten konnte der Islamische Staat gefangen nehmen, nach langer Funkstille veröffentlichte die Terrormiliz ein Propagandavideo, wo zwei Leichen von angeblichen russischen Offizieren gezeigt und ein entführter, syrischer Soldat gezeigt wird. Bereits Ende März bestätigte das russische Verteidigungsministerium den Tod von drei russischen Soldaten in der Region, höchst wahrscheinlich durch den Islamischen Staat.

Die syrische Wüste (Badia al-Sham) ist Operationsbasis und Rückzugsgebiet der versprengten IS-Kräfte in Syrien. Aufgrund des ungünstigen Terrains und kaum existenter Infrastruktur können sich die mobilen IS-Kämpfer ungehindert bewegen, würde es zu ernsthaften Säuberungsoperationen seitens der syrischen Armee kommen, können sie einfach in andere Teile der Wüste oder sogar bis in den Irak ausweichen. Jedoch fehlt es der syrischen Armee grundsätzlich an den nötigen Kräften für derartige Einsätze und um das unbewohnte Gebiet langfristig zu überwachen, alleine schon aufgrund anderer Frontlinien. Von der syrischen Wüste aus ergeben sich sehr gute Möglichkeiten um Straßen in Richtung Ostsyriens und des Iraks zu überfallen. Es ist unbekannt, wie viele IS-Kämpfer noch in der Region aktiv sind, zuletzt kam es aber Ende 2018 zu monatelangen, schweren Gefechten um den Vulkan al-Safa, wobei Terrororganisation und Armee erhebliche Verluste beklagten.

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