Drei russische Soldaten in Syrien getötet

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Russische Soldaten in der Provinz Deir ez-Zor (Uqaibayrat), 2017

Ende wurden drei Soldaten der russischen Armee in der ostsyrischen Provinz Deir ez-Zor ermordet, wie das russische Verteidigungsministerium inzwischen bestätigt. Diese Meldung deckt sich mit der Nachricht des Islamischen Staates, in dem gleichen Zeitraum einen Militärkonvoi nahe der Stadt al-Suknah nordöstlich von Palyra überfallen zu haben. Derartige Meldungen werden wohl in der Zukunft weiterhin auftauchen, da der Islamische Staat zu seinen Wurzeln der asymmetrischen Guerillakriegsführung zurückkehrt und in der umliegenden syrischen Wüste eine erhebliche Präsenz besitzt, die sich über Hunderte Kilometer zwischen Syrien und Irak frei umher bewegen können.

Russland zufolge wurden die drei Soldaten in Deir ez-Zor durch „30 unbekannte Kämpfer“ überfallen und ermordet, nachdem sie Hilfslieferungen in entlegende Städte entlang des Euphrats brachten. Wahrscheinlicher ist jedoch eine reguläre Militärpatrouille der wichtigsten Versorgungsstraße, die Damaskus mit dem östlichen Teil des Landes verbindet. Die posthume Verkündung von gefallenen Soldaten ist für Russlands nichts ungewöhnliches und erhöht die Anzahl der getöteten russischen Soldaten auf insgesamt 116. Die russische Luftwaffe soll diese angebliche „Bande an 30 Personen“ wenig später aufgespürt und vernichtet haben.

Die syrische Wüste (Badia al-Sham) ist Operationsbasis und Rückzugsgebiet der versprengten IS-Kräfte in Syrien. Aufgrund des ungünstigen Terrains und kaum existenter Infrastruktur können sich die mobilen IS-Kämpfer ungehindert bewegen, würde es zu ernsthaften Säuberungsoperationen seitens der syrischen Armee kommen, können sie einfach in andere Teile der Wüste oder sogar bis in den Irak ausweichen. Jedoch fehlt es der syrischen Armee grundsätzlich an den nötigen Kräften für derartige Einsätze und um das unbewohnte Gebiet langfristig zu überwachen. Von der syrischen Wüste aus ergeben sich sehr gute Möglichkeiten um Straßen in Richtung Ostsyriens und des Iraks zu überfallen. Es ist unbekannt, wie viele IS-Kämpfer noch in der Region aktiv sind, zuletzt kam es aber Ende 2018 zu monatelangen, schweren Gefechten um den Vulkan al-Safa, wobei Terrororganisation und Armee erhebliche Verluste beklagten.

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