400 US-Soldaten bleiben in Syrien

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US-Soldaten überblicken türkischen Stützpunkt nördlich von Manbij

Kehrtwende der amerikanischen Syrienpolitik: Der ursprünglich beschlossene Abzug der etwa 2.000 US-Soldaten aus Syrien soll nun doch nicht in dem eigentlich geplanten Umfang erfolgen, stattdessen sollen noch etwa 400 US-Soldaten in Nord- und Südsyrien verbleiben um dort weiterhin die lokalen Bündnispartner gegen „terroristische Organisationen“ zu unterstützen und den Einfluss der syrischen Regierung im eigenem Land zu schmälern. Präsident Trump revidiert damit nicht nur den Plan des Abzuges, sondern auch die Aussage, dass der Islamische Staat in Syrien besiegt sei. Das durch den Rückzug der US-Truppen entstandene Vakuum soll stattdessen von anderen Partnern in der Anti-IS-Koalition geschlossen werden, allen voran europäische Länder.

Trump wehrte sich am Freitag gegen den Eindruck, er sei von seiner ursprünglichen Ankündigung abgerückt, weil nun doch amerikanische Soldaten in dem Bürgerkriegsland bleiben sollen. Das sei kein Kurswechsel, sagte er im Weißen Haus auf die Frage einer Journalistin. Es bleibe nur ein „geringer Teil“ der Soldaten. Die syrischen Kurden begrüßten den angekündigten Verbleib als „positive Entscheidung“. Dieser Schritt könne auch die anderen Mitglieder der internationalen Anti-IS-Koalition ermutigen, ihre Truppen in der Region zu lassen, sagte Abdel Karim Omar, Außenbeauftragter der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).

Als Ausgleich sind bis zu 1.500 Soldaten aus der internationalen Anti-IS-Koalition im Gespräch. Insgesamt würde das eine Stagnation westlicher Truppen in Syrien bedeuten, lediglich die USA hätten damit ihre Anzahl erheblich gesenkt. Bisher ist aber unbekannt, ob derartige Pläne umsetzbar sind bzw. es einen Willen dafür gibt. In Syrien selber würde dies den Status Quo und damit die Teilung des syrischen Staates nach wie vor bedeuten.

Eine Hälfte soll in Nordsyrien verweilen und dort das von den USA unterstützte arabisch-kurdische Milizenbündnis trainieren und auch einen theoretischen Machtübergriff der Türkei auf die Kurden verhindern. Die zweite Hälfte wird weiterhin in Südsyrien, nahe dem syrisch-irakischen Grenzübergang al-Tanf, verweilen. Zwar behauptet man auch dort, ein Ausbreiten des Islamischen Staate in der nahe gelegenen Wüste präventiv zu verhindern, tatsächlich aber ist die Besetzung von al-Tanf eine reine Operation gegen die syrische Regierung und dem Iran. Beide haben somit keine sichere Landverbindung zwischen Syrien und dem Irak, zudem würde das geopolitische Projekt „Schiitischer Halbmond“ unterbrochen und Waffenlieferungen an die Hisbollah in den Libanon erschwert werden.

 

 

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