Türkischer Soldat in Afrin getötet

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Türkische Panzer während der Invasion von Afrin

In Afrin nimmt der Widerstandskampf der kurdischen Guerillamilizen gegen die türkischen Streitkräfte und ihre syrischen Stellvertreter kein Ende. Tagtäglich sorgen kurdische Milizionäre für Verluste in den Reihen der Islamisten, im Untergrund dauert ein brutaler Guerillakampf gegen die derzeitigen „Besatzer“ an, die wiederum die über Jahre hinweg aufgebaute Zivilgesellschaft und Lebensgrundlage der Bewohner Afrins zerstören, besonders die Ausbeutung der letzten Ressourcen und politische Indoktrination haben in der vergangenen Zeit erheblich zugenommen. Nun wurde ein weiterer türkischer Soldat in Afrin getötet, jedoch sind die genauen Umstände ungeklärt.

Vor etwa drei Tagen wurde der türkische Soldat Umut Öznütepe im Norden von Afrin ermordet, wie das türkische Verteidigungsministerium bestätigt. Nach eigener Darstellung kam es während einer Patrouille zum Eigenbeschuss durch verbündete Truppen, jedoch hat sich kurz darauf die kurdische „Afrin Liberation Front (ALF)“ zur Tat bekannt und berichtet, dass seine Patrouille nahe der Stadt Bilbul überfallen wurde und der Soldat seinen Verletzungen einen Tag später erlag. Zudem berichtete ALF von weiteren Vorfällen, so wurde in al-Rai ein Kämpfer der „Sultan-Murad-Division“ getötet und zwei Kämpfer der sogenannten „Nationalarmee“ durch Minen ermordet. Außerdem wurde eine Autobombe in Afrin gezündet, jedoch bekannte sich bisher keiner zur Tat.

Derweil dauert dauert die ökonomische Ausbeutung und ideologische Umwälzung von Afrin weiter an. Neben dem Inlandtourismus war Afrin berühmt für seine Olivenbäume, welche für Holz oder Olivenöl genutzt werden konnte. Inzwischen rühmen sich türkische Unternehmer sogar damit, Olivenöl aus Afrin zu exportieren, so wurden derartige Produkte auch schon in den al-Noor-Supermärkten in Norddeutschland gesichtet. Meistens jedoch wird Olivenöl mit dem Eigenem vermischt, um so die Sanktionen auf syrische Produkte zu umgehen. An den einst syrischen Schulen wird nun das türkische Bildungssystem angewandt, türkische Medien veröffentlichten Bilder davon, wie Kinder das Zeichen der faschistischen „Grauen Wölfe“ machten.

 

Die Unterstützung für die verschiedenen kurdischen Guerillagruppen und dem Widerstand generell nährt sich auch aus der destruktiven Wut der Islamisten. Derzeit versucht man die weitläufigen Olivenplantagen zu zerstören und die dadurch entstandenen Hölzer gewinnbringend in die Türkei zu verkaufen. Afrin ist nicht nur bekannt für seine Olivenbäume, auch haben Oliven vor Ort eine enorme symbolische Bedeutung (nicht umsonst nannte die türkische Armee ihre Offensive in Afrin „Operation Olivenzweig“). Immer wieder entstehen Brände auf den Plantagen, die den Aufständischen zugeschrieben werden. Türkische Unternehmer brüsten sich damit, Olivenöl aus Afrin international weiterzuverkaufen. Die noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Eisenbahnstrecken werden von verschiedenen Organisationen abgebaut und das Metall eingeschmolzen, alles für den eigenen Gewinn.

Hinzu kommen die Entführungen, wo angebliche YPG-Anhänger gefoltert und meist erst nach einer hohen Lösegeld freigelassen. Die islamistische Organisation Ahrar al-Sharqiya hat nach eigenen Angaben fünf Kämpfer von Faylaq al-Sham dabei erwischt, wie sie ein Mitglied von al-Sharqiya entführen wollten, den sie für einen Zivilisten hielten. Der Machtkampf macht inzwischen nicht mehr vor den eigentlichen Verbündeten Halt.  Seit der „Befreiung“ durch türkische Verbände regiert in Afrin die Korruption.

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