Vorbereitungen für eine Idlib-Offensive?

 

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In der letzten, noch von Aufständischen kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten des Landes bröckelt erneut die Waffenruhe: Seit letzter Nacht begann die Syrisch-Arabische Armee in Kooperation mit Russland groß angelegte Luft- und Artillerieangriffe auf verschiedene Städte, welche unter der Kontrolle von Islamisten stehen. Die bisherige Intensität ist für den seit mehreren Monaten andauernden, wackeligen Frieden sehr ungewöhnlich und könnte etwas Großes voraussagen. Die Entwicklungen der letzten Tage können gepaart mit neuen Gerüchten auf eine bevorstehende Offensive der syrischen Streitkräfte mit türkischer Akzeptanz auf Idlib hindeuten, um die das dortige Problem endgültig zu lösen.

In der vergangenen Nacht wurden Dutzende Leuchtkörper von der syrischen Luftwaffe gestartet, welche im Zusammenhang mit mehreren Aufklärungsflügen gestartet sind, darunter auch mit russischer Unterstützung. Zudem wurden Städte wie Kafranbel, Kafr Zeita oder Latanminah attackiert, wobei angeblich ein Kind getötet wurde. Diese Artillerieaktionen sind angeblich eine Reaktion auf mehrere Infiltrationsversuche von Islamisten, wie sie schon oft in der Vergangenheit geschehen sind. So attackierten Eliteeinheiten von den islamistischen Gruppierungen Tahrir al-Sham oder Hurras al-Din Militärstellungen in Nord-Hama und töteten dabei nach eigenen Angaben Dutzende Soldaten.

Schon seit mehreren Wochen erreichen immer neue Verstärkungen, vor allem von der syrischen Armee aber auch von verbündeten Milizen, die Frontlinien nahe Idlib, vor allem in Süd-Aleppo sollen viele Truppen positioniert worden sein. Auch Gerüchte wurden verbreitet, so heißt es aus Kreisen der syrischen Militärs, dass die Türkei zukünftig ihre Grenzen bzw. Grenzübergänge zu Idlib schließen werden, ein Beleg für die intensive Kooperation zwischen der Türkei und seinem südlichen Nachbarn. Erst vor zwei Tagen veröffentlichte die Türkei und Russland eine gemeinsames Positionspapier, in denen man „entschiedene Maßnahmen“ bezüglich Idlib ankündigt. Inwiefern tatsächlich aber etwas geschieht, bleibt abzuwarten.

Russland und die Türkei einigten sich vor einigen Monaten gemeinsam auf eine etwa 15 bis 20 Kilometer breite „demilitarisierte Zone“ entlang der Frontlinien in den Provinzen Idlib, Hama und Aleppo. Diese Pufferzone soll eine militärische Eskalation der derzeitigen Situation in Idlib verhindern, die letzte von der Opposition bzw. Islamisten gehaltene Provinz in Syrien. Die Kontrolle sollen dann türkische und russische Patrouillen in einem Gebiet übernehmen, welches vom Latakia-Gebirge bis an die Großstadt Aleppo reicht. Mit diesen Verhandlungen konnten beide Länder eine lange vorbereitete und angekündigte Großoffensive der Syrisch-Arabischen Armee zumindest vorerst aufhalten. Sollten sich die Gerüchte über eine bevorstehende Operation bewahrheiten, so könnte sie für die syrische Regierung eine langfristige Lösung des Idlib-Problems bedeuten und würde damit die Opposition vollständig aus Syrien vertreiben.

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