Huthi-Rebellen setzen auf Drohnen

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Houthis inspizieren das damals neu produzierte Arsenal an Drohnen (2015)

Die schiitisch-zaidischen Houthi-Rebellen im Jemen haben eine neue gefährliche Waffe in ihrem Arsenal: Die „Kamikazedrohne“ des Typs Qasef-2K wurde innerhalb der ersten Woche seit seines Einsatzes mehrmals eingesetzt, sowohl auf Ziele der jemenitischen Streitkräfte, als auch auf einen Militärstützpunkt in Saudi-Arabien. Stolz verkündet ein Pressesprecher der Houthis (auch bekannt unter den Namen Ansar Allah) den insgesamt vierten Einsatz, in all jenen wurden mehrere Soldaten getötet und Dutzende verletzt. Bisher konnte weder Saudi-Arabien, noch die jemenitische Regierung unter Mansour Hadi, nennenswerte Verteidigungsmaßnahmen errichten, der überraschende Tod vom Himmel wird weiterhin unbeirrt Militärstützpunkte der Arabischen Koalition heimsuchen. Eigentlich herrscht im Jemen eine von den Vereinigten Nationen verhandelte Waffenruhe zwischen den zwei Fraktionen, jedoch kommt es immer wieder zu Brüchen, beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig für die Aggressionen.

Die Qasef-2k-Drohne folgt einem stets gleichen Muster: In einer Höhe von maximal zehn bis zwanzig Metern wird die Drohne detoniert, die dadurch verursachten Schrapnelle durchbohren alle Ziele in einem Radius von etwa weiteren zehn Metern. Die nötige Technologie stammt hauptsächlich aus dem Iran, welche durch die Erbeutung amerikanischer Drohnen selber eine Führungsrolle in der Welt einnehmen und ein ähnliches Modell namens „HESA Ababil“ besitzen. Diese neue Waffe ist äußerst effektiv und nur sehr schwer zu entdecken, in der Zukunft können vitale Ziele fernab der Frontlinien mit Leichtigkeit angegriffen werden.

Der erste Einsatz stammt von der vergangenen Woche, wo eine Drohne überraschend gegen eine Militärparade in die eigentlich für sicher gehaltene Region um den Militärstützpunkt al-Anad eingesetzt wurde und dabei mindestens sechs Soldaten tötete, darunter auch der Minister des jemenitischen Nachrichtendienstes. Kurz darauf folgten zwei Angriffe auf Militärbasen innerhalb Saudi-Arabiens, jedoch gibt es keine näheren Details über die verursachten Tote. Auf veröffentlichten Drohnenaufnahmen lässt sich aber eine Effektivität der neuen Waffe nachweisen.

Bereits in der Vergangenheit setzten die Houthis immer wieder Kampfdrohnen gegen feindliche Ziele ein, darunter befanden sich auch nach eigenen Angaben weit entfernte Infrastruktur wie eine Aramco-Erdölraffinerie in der saudi-arabischen Provinz Jizyan oder bei Riad. Auch wurde angeblich der Internationale Khalid-Flughafen der Vereinigten Arabischen Emirate mithilfe einer Drohne attackiert, jedoch gab es keine näheren Details an verursachten Schäden oder Verletzten. Diese Drohnen wurden aber oft bereits frühzeitig entdeckt und dementsprechend immer seltener (vor allem gegen Saudi-Arabien) eingesetzt.

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